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Wilhelm Rabener: Satiren - Kapitel 111
Quellenangabe
typesatire
booktitleSatiren
authorGottlieb Wilhelm Rabener
firstpub1764
year1764
publisherVerlag der Dyckischen Buchhandlung
addressLeipzig
titleSatiren
created20061022
sendergerd.bouillon
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Gnädige Tante,

Es ist ein erschrecklicher Trost, den Sie mir geben, und der Scherz ist beynahe zu bitter, mit dem Sie mir mein Unglück vorwerfen. Ich will der Fräulein schreiben. Ich will ihr den Brief zuschicken. Wahrhaftig, ich kann ihn nicht selbst überbringen. Aber was soll ich ihr schreiben? Daß ich mit der zärtlichsten Unruhe – daß mein Großvater – daß ich schon lange Zeit her – Gnädige Tante, ich weis nicht, was ich schreiben soll. So unruhig bin ich noch niemals gewesen. Ich will gar nichts schreiben, oder doch sehr gleichgültig. Es wäre wohl am besten, ich übergäbe den Brief selbst. Aber nein, das wage ich nicht. Mein Compliment würde noch zerstreuter seyn, als mein Brief. Gnädige Tante, ich verlasse mich auf Sie. Sie können viel thun. Sie sind bey der Fräulein, wenn sie den Brief bekömmt. Reden Sie für mich. Wie schwer ist es, einen Großvater zu ehren, der mein Nebenbuhler ist! Bey seinen Jahren, Gnädige Tante, bedenken Sie einmal! und ein so vernünftiger Mann! Aber ich vergesse, daß er mein Großvater ist, daß er mich zärtlich liebt. Ich muß abbrechen, um seine Liebe nicht zu beleidigen. Ich warte mit der größten Unruhe auf den morgenden Tag, und bin &c.

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