Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Carl von Ossietzky >

Sämtliche Schriften - Band 1: 1911 - 1921

Carl von Ossietzky: Sämtliche Schriften - Band 1: 1911 - 1921 - Kapitel 130
Quellenangabe
pfad/ossietzk/schrift1/schrift1.xml
typemisc
authorCarl von Ossietzky
titleSämtliche Schriften ? Band 1: 1911 - 1921
publisherRowohlt
seriesCarl von Ossietzky - ämtliche Schriften
volumeBand 1: 1911 - 1921
isbn3498050192
editorMathias Bertram, Ute Maack, Christoph Schottes
year
firstpub1911 - 1921
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20090719
projectid698de7f8
Schließen

Navigation:

130

»Sturm- und Drang-Bühne«

Gegen Versuchsbühnen ist nicht das mindeste einzuwenden, solange die Tat sich mit dem Namen deckt. Was man aber da im freundlichen, kleinen Roswitha-Saal verübte, das war, weiß Gott, schlimm. Heinrich Leopold Wagner, Zeitgenosse der Lenz und Klinger, aber nicht Genosse ihres Geistes und ihrer Begabung, wurde beschworen mit der Aufführung (und was für einer Aufführung!) der ironischen Voltaire-Apotheose, einer rein philologischen Angelegenheit, die durch moderne Verballhornung auch noch den letzten kulturgeschichtlichen Reiz verlor. Karl Hauptmanns »Genie und Gespenster«, ein Alterswerk von deprimierender Schwächlichkeit, sollte für den dramatischen Genius des kürzlich Verstorbenen zeugen. Wir wissen es, daß Karl Hauptmann, dieser verträumte Lyriker, lebelang sich redlich abgemüht hat, seiner Kunst, einer sanften Hirtenflöte, den dramatischen Parademarsch abzulocken. Die Aufführung war als Akt der Pietät gemeint. Auch bessere Schauspieler hätten damit nichts anfangen können. Seit wann aber ehrt man einen Verstorbenen, indem man gerade das Schwächste seines Werkes der mitleidlosen Zerfaserung ausliefert ...?

Berliner Volks-Zeitung, 3. März 1921

 << Kapitel 129  Kapitel 131 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.