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Saly's Revolutionstage

Ulrich Hegner: Saly's Revolutionstage - Kapitel 65
Quellenangabe
typefiction
booktitleSaly's Revolutionstage
authorUlrich Hegner
year1828
firstpub1814
publisherG. Reimer
addressBerlin
titleSaly's Revolutionstage
pages260
created20130527
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Spätere Nachschrift.

Mit diesem Vorfall, den ich als die letzte Warnung ansah, hatte mein staatsgeschäftiges Treiben ein Ende. – Zur Befriedigung mancher, denen ich die Erzählung mittheilte, und denen der leidende Ausgang nicht genügte, mag es dienlich seyn noch beyzufügen, daß der alte Oheim, von meinem Unfalle berichtet, sich so gleich beeilte mich zu besuchen. Da aber meine Wunde sich noch nicht zur Besserung anließ, und weil das Ereigniß der Klare selbst zugesetzt hatte, ihr auch dieser Aufenthalt, die schwesterliche Pflege meiner ausgenommen, gar nicht zusagte, so führte sie der kluge Mann nach Bremgarten zurück, wo sie in Gesellschaft der dortigen Freundin sich erholen, und dann bey ihm bleiben sollte. Und da die Besorgniß um meine Marie mir nie aus dem Sinn kam, so ging er selbst unverzüglich, mit einigen Zeilen von mir begleitet, sie abzuholen.

Ihre Gegenwart war meine beßte Heilung.

259 Nach einem kurzen Besuche, den sie in des alten Herrn Wohnung, vor dem die liebe Seele aus Respekt kaum aufzusehen wagte, und bey der unvergeßlichen Klare gemacht, fuhren wir beyde, so bald ich fortkommen konnte, nach unsrer stillen Heimath zurück, glückselig einander wieder zu haben, voll Dankes gegen Gott – ich dankte sogar für meine Wunde – und gerührt von der Großmuth unsrer neuen Freunde.

Mein Zustand erlaubte mir noch nicht, meinem Gewerbe nachzukommen, und die immer überhand nehmende Verwirrung im Lande hätte mich ohne dieß abgehalten, viel unter die Leute zu gehen; ich benutzte also diese Muße, nach dem Rathe des Oheims, zum Aufzeichnen meiner kurzen Revolutionserfahrungen, froh im Hafen der Ruhe eingelaufen zu seyn, ehe der unbändige Sturm auch mich ergriff, der mehr noch die menschlichen Gemüther, als das Land selbst verwüstete.

Der väterliche Freund aber hielt es in seiner Umgebung, wo nunmehr auch alles drunter und drüber zu gehen drohte, ja schon von feindlichen Heeren die Rede war, nicht länger aus, sondern bereitete sich mit Klare, die ihm jetzt unentbehrlich geworden, und auch nicht von dem verehrten Greise weichen wollte, nach Holland und vielleicht noch weiter zu ziehen. Er begehrte auch uns mitzunehmen, aber die nahe Niederkunft meiner Frau, und die Schwachheit ihrer Mutter, ließ es nicht zu; wir mußten noch ausharren in 260 manchen bösen Tagen, doch die Freud' am Kinde tröstete Marien über alles, und mich das Wohlgefallen an beyden.

Jetzt lebt der Oheim in England, wo auch die Klare einen würdigen Mann gefunden hat. Häufig laden sie uns zu sich ein, und was könnten wir in gegenwärtigen Zeiten besser thun, als bald zu folgen!

 


 

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