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Saly's Revolutionstage

Ulrich Hegner: Saly's Revolutionstage - Kapitel 60
Quellenangabe
typefiction
booktitleSaly's Revolutionstage
authorUlrich Hegner
year1828
firstpub1814
publisherG. Reimer
addressBerlin
titleSaly's Revolutionstage
pages260
created20130527
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Gern wäre ich nun geraden Weges nach Hause gegangen, und hätte meinen Bothendienst ohne Urlaub und Entgeld niedergelegt; denn außer dem, daß mich die Arbeit auf einem Schiffe, in das schon mehr als zwey und dreyßig Mahl zwey und dreyßig Winde 243 bliesen, verloren dünkte, so hatte mir die bedürfnißlose Armuth des Bettlers, und die damit verbundene Geistfreyheit und Sorgenlosigkeit, die mir ein zur Wahrheit gewordener alter Traum schien, so wohl gefallen, daß ich keinen Wunsch mehr hatte, als die Rückkehr in mein kleines Reich, wo ich, nächst Mutter und Weib, unumschränkter Herr bin, und innerhalb meinen vier Pfählen und Zäunen, unter meinen Bäumen im Sommer und auf waldigen Höhen im Winter, unabhängiger lebe, als kein Fürst unter seinen Garden und kein Bürgermeister unter seinen Klienten. Mich gelüstete mehr als jemahls, jene Hecken voll geistiger Frühlingsblüthen, die mich bisher von dem Treiben der Welt absonderten, noch undurchdringlicher um uns zu ziehen, und das unverkümmerte Daseyn zu genießen, welches ich hoffnungsvoll voraussah, da ich aus mehrern Reden und Handlungen meines Oheims gemerkt, daß er viel reicher war als er scheinen wollte, und die Versicherung erhalten hatte, auf sein Geld zählen zu dürfen, so lang er auf mein Bethen und Arbeiten zählen könne.

Allein im Himmel war es anders beschlossen. Der Oheim fand, ich müsse erst mein angefangenes Werk vollenden, und die übernommenen Aufträge wär' es auch zu meiner Strafe, besorgen; dann erst könne ich mit gutem Gewissen zurückkehren und anfangen, was ich wolle.

244 Das soll mich nicht lange aufhalten, dachte ich, und irrte.


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