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Saly's Revolutionstage

Ulrich Hegner: Saly's Revolutionstage - Kapitel 13
Quellenangabe
typefiction
booktitleSaly's Revolutionstage
authorUlrich Hegner
year1828
firstpub1814
publisherG. Reimer
addressBerlin
titleSaly's Revolutionstage
pages260
created20130527
sendergerd.bouillon@t-online.de
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42 Sie hatten mir, ich weiß nicht warum, einen Reisegefährten an dem Sohne eines der Staatsgefangenen mitgegeben, den ich bald als einen unbesonnenen Jungen kennen lernte, der sich klug dünkte, und sich jetzt nicht wenig auf diese Sendung zu gut that.

Er vertraute mir, so bald er konnte, daß er unlängst auch schon diesen Weg gemacht, aber durch ein Mißverständniß das Zutrauen der Freunde in Basel verscherzt habe; dieß werde wohl der Grund seyn, warum ich ihm zugesellt worden. Auf meine Frage, worin diese Unzufriedenheit mit ihm bestehe, antwortete er, sie haben ihm einige Unvorsichtigkeiten Schuld gegeben, da er doch nichts gethan, als hier und da nach Abrede offenherzig über die Menschenrechte zu sprechen, um der guten Sache Anhänger zu gewinnen; allein inner den Mauern wollen sie immer die klügsten seyn, und trauen ihrem eignen Schatten kaum, darum sey ihnen auch nicht zu trauen; er wolle dieß Mahl aber auch ein Wort mit ihnen sprechen!

Es half nichts, daß ich ihm seine Begriffe über Freymüthigkeit zu läutern und das Vorurtheil gegen die klügern Stadtbürger zu nehmen suchte; er hatte den Kopf zu voll von seiner eignen Wichtigkeit, und schützte sich immer mit seinen Maximen, wie er seinen Kram nannte, das ist, mit Gemeinsprüchen, die höchstens passen, wenn man zu der Menge spricht, aber in einem Gespräch unter vier Augen jede vernünftige Belehrung lähmen.

43 Ich schwieg also. Als er aber einem Unbekannten, der eine Weile mit uns ging, auch wieder seine aufgeschnappten Wahrheiten über Recht und Freyheit an den Kopf geworfen hatte, ergriff ich den Anlaß, ihm frey herauszusagen, daß ich seine Unbesonnenheit nun aus Erfahrung kenne, und begreife, wie man mit ihm unzufrieden seyn müsse! daß ich demnach sogleich zurückkehren werde, wenn er seine Maximen noch ein einziges Mahl vor Fremden laut werden lasse! – Damit verschaffte ich mir Ruhe und Achtung. Er blieb stumm; ich hätte aber lieber Unterhaltung gehabt.


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