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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 87
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Vom Lanser See

An der Stelle dieses kleinen Sees, der in der Nähe der Lanserköpfe liegt, stand einst einschöner Wald, der das Eigenthum eines Bauern war. Ein Edelmann warf sein Auge auf die stolzen Bäume,machte allerlei Rechte auf den Wald geltend und fieng endlich einen Prozess an. Da das Recht eine wächserne Nase hat und die Richter den reichen Herrn nicht im Stiche lassen wollten, verlor der Bauer den Wald.Darob ergrimmt rief er: »Eher dass der herrische ... den Wald bekommt, soll das Holz in einen See versinken, dassman keinen einzigen Stamm mehr sieht.« Und sieh! der Fluch erfüllte sich. Am folgenden Morgen warWald und Weid verschwunden, und ein See zeigte an dessen Stelle den grünen Spiegel. Auch dieser Seesoll sehr tief sein. Einmal fuhr ein Bauernbursche auf einem Nachen hinein und wollte die Tiefe messen.Da begann der Kahn zu sinken und der Neugierige war froh, so bald als möglich aufs Trockenezu kommen. (Innsbruck.)

 


 

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