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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 65
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Das Venediger Männlein in Reith

Der See in Reith hat einen unterirdischen Abfluß. Einmal schwoll der See an und das Dorf kam in große Gefahr, weil das Wasser nicht abfloß, und Niemand wußte zu helfen. Dasuchte man weit und breit nach einem Venediger Männleinund endlich fand man eines, das den See abzuleiten versprach.Es tauchte zweimal in die Tiefe, jedoch vergebens. Das Volksagt: »alle guten Dinge sind drei«, und deßhalb versuchte es zum dritten Mal seine Aufgabe zu erfüllen. Es tauchte unter und kam mit einer todten Gans zurück, die vom Strudel ergriffen worden war und die kleine Öffnung des Abflusses verstopft hatte. Der See sank nun rasch und Dorf und Kirche waren gerettet.

Man erzählt auch eine alte Sage, daß an einem St. Peterstage, – man feiert an diesem Tag das Patrocinium – die Kirche einstürzen oder versinken und alle Beter zu Grunde gehen werden. Es ist dies schon früher einmal geschehen. Denn eine alte Pfarrkirche ist ganz und gar versunken und nur die heutige Eilfuhrglocke wurde gerettet. (Bei Reith.)

 


 

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