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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 63
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Das Goldplatzl bei Barbian

Ober Kolmann ist das Goldplatzl, nicht weit von der Ganter-Mühle. Das Bächlein, das dort vorbeirinnt, spült einen klugen Sand aus, und wer es versteht, kann daraus Gold machen. Davon wird erzählt:

Einmal brannte der Müller ober seiner Mühle Kohlen. Da gieng ein Männlein oben hin, setzte sich und schaufelte ganz gelben Sand. Als es ziemlich viel zusammengescharrt hatte, bettelte es um ein Körbchen Kohlen. Damit ging es fort, machte allerlei »Faxen« und hatte bald ein »Gößl« voll Gold, gering gerechnet zwei Pfund. Es war ein Venediger Mannl. Im nächsten Jahre kam es wieder, arbeitete wieder am Bächlein und bat wieder um ein Zeggerle und trug noch mehr Gold davon. Der Ganter-Müller sagte: »Mannl, wenn du Gold machen kannst, nachher kannst du mir auch etwas für die Kohlen zahlen« und rechnete ihm zwei Zwölferstücklen auf. Das Männchen zahlte, schaute noch unwillig um und sprach: »Da wären Sachen. Oft wirft man der Kuh einen Stein nach, der mehr werth ist, als das Vieh.« Mit diesen Worten zottelte es den Berg hinab und war verschwunden. Im folgenden Sommer wartete der Müller auf das Mannl, – aber vergebens. (Kolmann.)

 


 

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