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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 46
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Das Nörglein auf dem Sonnenberg

Auf dem Sonnenberg bei Schlanders wohnte ein Bauer, dem ein Nörglein gar freundlich gesinnt war. Es sorgte besonders dadurch für das Wohl seines Günstlings, daß es ihm alljährlich im Spätherbst die Zeit bestimmte, wann er das Feld bebauen sollte. Dies geschah dadurch, daß es ihm die Egge ins Feld schleppte. Der Bauer gehorchte immer fleißig dem Winke seines Gönners und erfreute sich dann jederzeit einer überaus reichen Ernte.

Eines Jahres aber trug es sich zu, daß das Nörglein ungewöhnlich lange nicht mit der Egge erschien. Der Bauer sah, wie alle seine Nachbarn ihre Felder schon bestellt hatten, wie in ihren Äckern schon die grüne Saat hervorleuchtete und wartete immer noch umsonst auf das Zeichen des Nörgleins. Wie dieses immer und immer nicht kam, dachte sich endlich der Bauer: »Jetzt kommt es doch nimmer, vielleicht ist es gar gestorben,« und baute ungeheißen sein Feld. Kaum war die Arbeit vollbracht, als das Nörglein erschien und zürnend dem voreiligen Bauern zurief: »Deine Ernte wird gering sein, die deiner Nachbarn gar keine.« Hiemit verschwand es für immer und im folgenden Jahre erfüllte sich seine Drohung. (Bei Schlanders.)

 


 

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