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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 29
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Die Waldfräulein bei Falkwand

Falkwand ist der größte Bauernhof in Stuls. Neben ihm ragt eine hohe Felswand empor, über die ein Wasserfall herniederrauscht. An dieser Wand sah man oft von Platt aus blendendweiße Wäschehangen, die den Waldfräulein gehörte. Diese standen mit dem Bauern in Falkwand in gar freundlichemVerkehre. Oft stahl sich der Bauer nachts von seinem Weibe weg und besuchte die Waldweiblein,die ihm allerlei gute Rathschläge für sein Hauswesen gaben und ihm prophezeiten, daß keinFalkwänder Bauer jemals schlecht stehen werde. Als dieses freundliche Verhältniß schonlange gedauert hatte, merkte endlich die Bäuerin, daß ihr Mann sich oft nachts entfernte,und hegte allerlei Argwohn bei sich. Um nun zu erfahren, wohin er hege, hängte sie ihm einenZwirnfaden an und behielt den großen Knäuel in ihren Händen. Der Bauer gieng zu denFräulein und zog den Faden mit sich. Kaum war er bei den Waldfräulein angekommen, als siealsogleich den Zwirnfaden bemerkten und ihn auf der Stelle umkehren hießen. Zugleich sagtensie ihm, daß er in Zukunft nicht mehr kommen dürfe. Er befolgte ihren Befehl und gingnach Hause. Später gieng er noch oft zur Wand hinauf und forschte nach den Fräulein, alleinsein Suchen war vergebens, denn er konnte sie nie mehr finden. (Passeier.)

 


 

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