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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 20
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Das Berchtenlaufen

Alle Jahre um Dreikönig laufen die Berchten; diese sind gekleidet wie recht häßliche Tiere und haben Bockshörner auf und große Schellen an. So sind auch einmal vor langer Zeit dieBerchten – es waren ihrer zwölf – über den Hüttenbrunnen hin- und hergesprungen vorlauter Übermut. Da war auf einmal eine dreizehnte, noch viel abscheulichere, unter ihnen,welche viel höher sprang als alle anderen. Wie nun die anderen diese sahen, liefen siealle bis auf einen davon; denn dieser meinte, er würde wohl fertig werden mit jener undfieng zu raufen an. Aber sie sprang auf ihn los und warf ihn auf den Boden, daß er sicheinen Fuß brach. Die andere Berchta lief aber dann davon und als sie den Fuß aufhob,sah er, daß sie Bockfüße habe. Der Mann aber, der sich den Fuß gebrochen hatte,starb am zweiten Tage darauf. Er bereute noch seinen Frevel, daß er dort mitjener Berchta zu raufen angefangen habe. Noch jetzt haben die Bauern den Glauben,daß je mehr Berchten laufen, desto besser auch das Jahr würde. Deßhalbbewirthet man sie auch mit Schnaps und Kletzenbrod. Auch am Sebastianstage laufendie Berchten. (Fieberbrunn.)

 


 

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