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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 189
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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St. Kummernuß

Es war eines heidnischen Königs Tochter. Die war außermaßen schön und weis. Darum warb ein heidnischer König, der hätte sie gerne zur Ehe gehabt. Das war ihr leid, denn sie hatte Gott zu ihrem Gemahl auserwählt. Dies machte ihrem Vater Zorn und er nahm sie gefangen. Da rief sie Gott an in ihrer Gefängnis und begehret von ihm, daß er sie also verwandle, daß sie keinem Mann gefalle.

Da verwandelte Gott die Jungfrau und machte sie mit Haar und Bart einem Manne gleich. Da das ihr Vater sah, fragte er, warum sie also sei. Antwortete sie, ihr Gemahl hab' sie also gemacht. Sprach er: »So mußt du sterben wie dein Gott!« Da starb sie willig.

Darum wer die Jungfrau anruft in seinen Nöthen, dem kommt sie wahrlich zu Hilf.

Sie heißt Kummernuß und liegt in Holland in einer Kirche Steinberg. Wer die Jungfrau ehren will, der läßt ihr Bildnis in eine Kirche malen.

Man findet ein anderes Zeichen, daß sie einem armen Geigerlein gewirkt hat.

Da er zu ihrer Bildniß gekommen, las er ihr Leben und geigte mit Andacht, bis das Bild den Schuh fallen ließ. Er trug ihn zum Goldschmied. Der Goldschmied sagte, er hab' ihn gestohlen. Das Geigerlein sagte: »Nein.« Man glaubte es ihm nicht und wollte ihn hängen. Da begehrte das Geigerlein zu dem Bild und geigte, bis daß es den anderen Schuh auch fallen ließ. Da ließ man den Spielmann ledig. (Sehr verbreitet.)

 


 

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