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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 186
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Irrwurzeln

Bei Götzens, das seinen Namen von dort verehrten Götzen erhalten haben soll, ist ein Irrweg. Öfters ist es schon geschehen, daß zwei Bekannte dort aneinander vorübergiengen, ohne sich zu bemerken. Zwei Fräulein hatten sich im vorletzten Sommer verabredet, auf diesem Wege zu treffen. Obwohl beide zur bestimmten Zeit auf demselben Steige waren, fanden sie sich nicht, und jede mußte allein heimkehren. (Innsbruck.)

Im Mußegger Wald bei Wörgl sind Irrwurzeln. Wenn man auf eine solche tritt, verirrt man sich, bis ein anderer kommt. (Kirchbbühel.)

Der alte Rißer-Schuster gieng einst spätabends von Kematen, wo er bei einem Bauern gearbeitet hatte, heim nach Lengmoos. Da hörte er im Walde eine wunderschöne Musik von ferne und sah, als er hinschaute, ein großes beleuchtetes Haus. Er gieng wunderig darauf zu, aber es blieb immer hgleich weit entfernt. Auf einmal hörte er Betläuten und im Nu war alles verschwunden, er stand aber weit vom Wege fort, unten am Unterinner-Eck. Wenn man ihn fragte, wie das zugegangen sei, sagte er: »Ich bin auf eine Irrwurzel getreten.« (Ritten.)

 


 

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