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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 154
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Die versunkenen Glocken

In alter Zeit stand zu Tartsch, dem gesegneten Dorfe bei Latsch, eine Kirche, in deren Thurm zwei wunderbare Glocken hiengen. Ihr Klang vertrieb die Wetter und erhob jedes Menschenherz. Da brach aber einmal eine Lahne los und überschüttete Häuser und Höfe, Kirche und Thurm. Die Einwohner waren froh, daß sie ihr Leben retteten. Als aber die Lahn ruhte und nichts mehr zu befürchten war, kehrten die Einwohner an die überschüttete Stelle zurück und fiengen an zu graben, denn sie wollten die zwei Wunderglocken um jeden Preis wieder bekommen. Sie gruben deßhalb spät und früh und wurden der Arbeit nicht müde. Da waren sie endlich den Glocken so nahe gekommen, daß ein Bauer mit seiner Hacke eine Glocke traf, und sie tönte. Als er dies hörte, rief er in freudiger Überraschung aus: »Hab' ich dich endlich, Verfluchte!«

– Kaum war dies seinem Munde entfahren, da erklangen beide Glocken gar wehmütig und versanken immer tiefer und tiefer, so daß kein Graben und kein Beten sie mehr an's Tageslicht bringen konnte. (Latsch.)

 


 

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