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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 140
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Die Spinne

Im Dorfe Flies grub eine alte Bäuerin Erdäpfel. Da kroch immer eine Spinne um sie herum. Da sagte das Weib: »Warte nur, wenn dir einmal etwas fehlt, will ich dich pflegen, weil du so zutraulich bist.«

– Die Bäuerin gieng nach gethaner Arbeit heim und dachte nicht mehr auf dies Begebniß. Nach vierzehn Tagen kam ein altes Männlein und sagte zur Bäuerin: »Jetzt geh' mit, du hast es meinem Weibe versprochen.«

– Die Bäuerin erschrak sehr, folgte aber doch dem Männlein, um ihr Wort zu halten. Sie kamen zu einem Wald und da sagte das Männlein: »Jetzt schau' dir die Gegend genau an.«

– Nun giengen sie weiter und gelangten zu einem großen Palaste, worin eine wunderschöne Frau im Wochenbett lag. Die Bäuerin mußte die schöne Frau vierzehn Tage lang pflegen und hatte, was sie nur wünschen wollte. Als die Zeit vorüber war, gab ihr das Männlein einen Sack voll Kohlen und begleitete sie bis zum Platze, wo es gesagt hatt: »Jetzt merk' dir die Gegend!« Als sie allein war, dachte sie, die Kohlen nehm' ich nicht mit, leerte sie aus und gieng zur Heimat. Dort wollte sie ihren Lohn zeigen und lachte dazu. Wie staunten aber alle, als sie hellstes Gold im Sacke fand. Sie kehrte alsbald zurück, um die ausgeschütteten Kohlen zu suchen, fand aber keine mehr. (Fendels.)

 


 

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