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Sagen aus Tirol

Ignaz Zingerle: Sagen aus Tirol - Kapitel 14
Quellenangabe
titleSagen aus Tirol
authorIgnaz Vinzenz Zingerle
typelegend
year1891
publisherVerlag der Wagnerschen Buchhandlung
created20010426
senderanonymus@abc.de
modified20171101
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Die Temper

Die wilde Fahrt heißt in Ulten auch die Temper, vermuthlich deßwegen, weil sie sich an den Quatemberzeiten besonders zeigen soll. An einem Hofe kam eines Abends einMännlein und bat um Nachtherberge. Man sagte ihm, im Hause sei kein Platz und inder Strohhütte werde er wohl nicht liegen wollen, weil diese Nacht vermutlich dieTemper komme. Das Männlein aber wußte von keiner Furcht und ging in die Strohhütte.Des Nachts kam wirklich die Temper und der Knecht, als er den Lärm hörte, standauf und schaute zum Fenster hinaus. Da hörte er eine Stimme zu ihm heraufrufen,welche sagte: »Willst du auch?« Was er darauf zur Antwort gab, weiß ich nicht,aber die Stimme unten sagte dann wieder: »Wenn du nicht hinter dem Kreuzeisenwärst, so würdest du schon was kriegen!« Das Fenster nämlich, aus welchem derKnecht hinausschaute, war durch zwei sich kreuzende Eisenstangen geschützt.Am anderen Tag, als die Leute hinausgiengen und nach dem Männlein sehenwollten, hieng ein Viertelteil davon vor der Haustür und die übrigen dreiViertelteile lagen zerrissen in der Strohhütte. (Ulten.)

 


 

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