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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 99
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Spes

die Göttin der Hoffnung, zunächst der Hoffnung des Pflanzers und Gärtners, dann die der schwangern Frauen, endlich die der Hoffnung auf eine fruchtbare und gedeihliche Zukunft überhaupt. Ihr Bild wird uns durch die römischen Münzen und andre Bildwerke oft vergegenwärtigt, wie sie mit der L. das Gewand zierlich emporhebend, in der R. eine noch geschlossene oder eben im Aufbrechen begriffene Blüthe tragend leise einherschreitet, wie das Mädchen aus der Fremde, eine rechte Frühlings- und Gartengöttin; auch liegt bei diesen Bildern unverkennbar der alte Typus einer Venus der Gärten zu GrundeVgl. Gerhard über Venusidole, B. 1845, O. Müller Handb. S. 669 Ausg. 3. Das Relief b. Boissard IV p. 130, vgl. Tibull. I, 1, 9 nec Spes destiluat, sed frugum semper acervos praebeat et pleno pinguia musta lacu. Ueber den T. der Spes s. Becker S. 601.. Wo ihre Bilder einer freieren Auffassung folgen, wie in einem Relief aus Rom, da ist sie doch mit Blumen bekränzt und die Verkünderin einer gesegneten Erndte, auf welche die Aehren und Mohnköpfe in ihrer Hand hinweisen, sammt der Unterschrift, laut welcher ein Pförtner des T. der Venus in den Gärten des Sallust dieser Spes einen Altar weihte. Im Verlaufe des ersten punischen Kriegs wurde ihr ein eigner, später wiederholt erneuerter Tempel am Forum Olitorium gestiftet, vermuthlich mit Rücksicht auf die Gärtner und Pflanzer, welche dort ihr Gemüse feilboten. Außerdem gab es eine Spes vetus vor dem esquilinischen Thore, in der Gegend der Horti Pallantiani d. h. der Porta Maggiore, wo mehrere größere Gärten neben einander lagen und die ganze Vorstadt nach diesem Tempel genannt wurdeS. Becker S. 550, meine Regionen S. 131. Auch in Ostia gab es einen T. der Spes, Or. n. 3882.. Im römischen Kalender war der erste August der Spes am f. Olitorium geweiht und der Geburtstag des Kaisers Claudius, welcher deshalb diese Göttin sehr verehrte, daher ihr 618 Bild auf seinen Münzen oft zu sehen ist. Sie war in dieser Zeit schon ganz zur Glücksgöttin im gewöhnlichen Sinne des Worts geworden, welche man an Geburtstagen, Hochzeiten und ähnlichen Veranlassungen anrief, daher sie nicht selten das Füllhorn trägt oder mit der Juventas und der Fortuna zusammen genannt wirdHorat. Od. I, 35, 21 von der F. Antias: te Spes et alba Fides colit und die Τύχη εύελπις oben S. 559. Bilder der Spes in den T. der Pränestinischen Fortuna geweiht, Or. n. 1758, oben S. 562, 1473. Eine Sacerdos Spei et Salutis Aug. in Gabii Or. n. 2193. Vgl. das Kal. Cuman. XV K. Nov. Eo die Caesar togam virilem sumpsit. Supplicatio Spei et Iuventae. Grut. 1075, 1 Bonae Spei Aug.. Da der Begriff der Hoffnung dadurch in das Gebiet einer unbestimmten Erwartung verschoben wurde, so pflegte man nun auch wohl bei Dedicationen Bonae Spei zu sagen, welche schon Cicero in Catil. II, 11, 25 als gute und ruhige Zuversicht dem Pessimismus und der radicalen Verzweiflung entgegensetzt. Eine andre Personification der Fruchtbarkeit und des positiven Glücks ist

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