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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 98
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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d. Freiheits-, Glücks- und Segensgötter.

Diese Reihe mag eröffnen 616

Libertas

deren Name mit dem des Iup. Liber, Liber Pater und der Libera zusammenhängt, also eigentlich den heitern Genuß eines von den Göttern der Fruchtbarkeit gesegneten Lebens, Sorglosigkeit und Ausgelassenheit bedeutet, bis später im Sinne des römischen Staatsrechts die Freiheit des Bürgers im Gegensatze zur Sklaverei, noch später die Befreiung vom Joche der Tyrannei darunter verstanden wurde. So ist auch das Bild der Libertas auf den römischen Familienmünzen das einer schönen und reichgeschmückten Frau, die sich von der Venus nicht sehr unterscheidet, dahingegen unter Brutus und Cassius die Attribute des Dolchs und der Freiheitsmütze (pileus libertatis) hinzutreten. Wo das oft erwähnte Atrium Libertatis der Republik gelegen ist nicht sicher auszumachenBecker S.458 ff., meine Regionen S. 144. Interessant ist die Nachricht von P. Corn. Lentulus, dem Consul d. J. 592 b. C. Gran. Licinian. fragm. ed. Pertz p. 30, derselbe habe im Auftrage des Senats in Campanien Ländereien aufgekauft um daraus Gemeinfeld zu bilden, formamque agrorum in aes incisam ad Libertatis fixam reliquit, quam postea Sulla corrupit. Vermuthlich ist von dem T. auf dem Aventin die Rede.. Es war ein Geschäftslocal des öffentlichen Lebens, wo Gesetze und Bekanntmachungen angeschlagen, die Censoren ihr Bureau und ihr Archiv hatten, Manumissionen vorgenommen, gelegentlich aber auch Verhaftete untergebracht wurden. Außerdem gab es einen eignen T. der Libertas auf dem durch so manche Erinnerungen der communalen Freiheit geweihten Aventin. Er war gestiftet von Ti. Sempronius Gracchus, dem Vater des Siegers bei Benevent, welcher die lustige Feier dieses Siegs, dem so viele Sklaven ihre Freiheit verdankten, mit unverkennbarer Beziehung auf diesen Umstand durch ein Gemälde in jenem Tempel darstellen ließ (Liv. XXIV, 16). Endlich wird noch ein Atrium Libertatis erwähnt, welches Asinius Pollio erbaute oder wieder herstellte und darin die erste öffentliche Bibliothek gründeteBecker S. 460.. Es war an den Iden des April dedicirt worden, daher dieser Tag fortan der Libertas und dem Iup. Victor zugleich heilig war (Ovid F. IV, 621). Unter den Kaisern verstand man unter Libertas die Befreiung von dem Joche des Despotismus im Gegensatze zu dem milderen Regiment der besseren Kaiser, daher auch die unter Claudius und Galba geschlagenen Münzen von wiederhergestellter Freiheit 617 reden. Commodus hatte vor dem Senat sein eignes Bild im Costüme des Hercules mit gespanntem Bogen aufgestellt, ein Symbol seiner unermüdlichen Grausamkeit und Gewaltthätigkeit. Nach seiner Ermordung hatte der Senat nichts Eiligeres zu thun als dieses Bild umzustürzen und dafür das der Freiheit aufzustellen (Herod. I, 14). Ferner gehört hieher

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