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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 97
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Pax

welche eigentlich den befriedigten und beruhigten Zustand eines Landes bedeutet, wo der Ackerbau und alle Künste des Friedens gedeihen, denn das Wort hängt zusammen mit paciscor und pacatus, vgl. Tibull I, 10, 45 ff. Doch dachte man gewöhnlich an den Gegensatz des Kriegs, in welchem Sinne zuerst Augustus der Friedensgöttin einen Altar im Marsfelde stiftete, an welchem dreimal im Jahre, am 30. Januar, am 30. März und am 4. Juli geopfert wurdeOvid F. I, 709 ff., III, 881, Fast. Praen. III Kal. Febr., Amitern. IV Non. Iul., Dio LIV, 35. Die verschiedenen Tage bezogen sich auf verschiedene Dedicationen.. Hernach, als die Herrschaft der Julier 615 aufhörte und die Furie des Bürgerkriegs von neuem wüthete, konnte Galba zuerst auf die Ehre Anspruch machen, der Stadt Rom und dem römischen Reiche den Frieden wiedergegeben zu habenZuerst erscheint die Pax Augusti auf den M. Galbas. Mulier stans armorum acervum admota face comburit s. cornucopiae, ein oft wiederkehrender Typus, der sich durch die oben S. 530 besprochene Sitte erklärt. Hernach folgen die M. Vespasians mit den Inschriften Pax Augusti, Paci Augusti, Paci Orb. Terr. Aug., Pacis Event. und entsprechenden Typen. Ueber den Friedenstempel s. Becker S. 437 ff. und meine Regionen S. 127., bis endlich Vespasian den großen und prächtigen Friedenstempel in der Nähe des Forums errichtete, welcher zu den schönsten Monumenten der Dynastie der Flavier gehörte. Er war mit vielen Kunstwerken von ausgezeichnetem Werthe verziert, hatte aber das Schicksal unter Commodus ohne sichtbare Veranlassung zu verbrennen, worüber sich eine große Aufregung im Volke verbreitete. Die gewöhnlichen Attribute dieser Friedensgöttin sind der Oelzweig und der Stab des Friedens (caduceus) oder ein FüllhornEine Pax glaube ich auch in einer der Figuren des schönen Reliefs der Villa Albani, Mon. dell' Inst. 1844 t. IV vgl. Annali p. 155 sqq. zu erkennen. Antoninus Pius ist hier von zwei weiblichen Figuren begleitet, deren eine sicher Roma ist. Die andre nennt der Erklärer Felicitas oder Abundantia, doch deutet der caduceus bestimmt auf die Pax, wie denn auch Roma durch das Abnehmen des Wehrgehenks als eine friedliche characterisirt wird. Antoninus Pius liebte den Frieden über Alles, s. Iul. Capitolin. 9.. Auf einigen Münzen erscheint sie geflügelt wie die Siegesgöttin und in Begleitung einer Schlange, welche an Minerva erinnert, ferner mit einer eigenthümlichen Bewegung des Kleides von der Brust zum Gesichte, welche sonst der Nemesis eigen ist und in dieser Uebertragung auf das göttliche Verhängniß des Krieges deutet; daher man diese wahrscheinlich dem Nemesisdienste zu Smyrna entlehnte Figur der Friedensgöttin Victoria Nemesis genannt hatEckhel D. N. VI, p. 236 sq. Zuerst erscheint diese Figur auf einem Golddenar des Vibius Varus, dann auf einer auf Claudius geschlagenen M. aus Smyrna.. Eine andre der Pax verwandte Personification ist die Securitas P. R., eine lässig dasitzende Figur, deren Linke mit der Lanze bewaffnet ist, während sie ihr Haupt in der Rechten ruhen läßt.

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