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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 96
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Honos und Virtus

d. h. die kriegerische Tapferkeit und ihre Anerkennung durch bürgerliche EhreVgl. die Scipioneninschriften b. Or. n. 555 Quoiei vita defecit, non honos. Honore is hic situs, quei numquam vicius est virtutei. n. 558 Mors perfecit tua ut essent omnia brevia, honos fama virtusque.. Es gab in Rom verschiedne Heiligthümer, in denen sie bald getrennt bald neben einander verehrt wurden; das bekannteste ist das bei der p. Capena gelegene. Zuerst hatte Q. Fabius Verrucosus im J. 521 d. St., 233 v. Chr. einen T. des Honos an dieser Stelle dedicirt. Diesen erneuerte M. Marcellus, der bekannte Eroberer von Syracus, welcher in einem früheren Feldzuge dem Honos und der Virtus einen Tempel gelobt hatte und diese nun zu jenem hinzufügen wollte, wogegen das Collegium der Pontifices Einspruch that, weil zwei göttliche Wesen nicht ohne bedenkliche Folgen für die bei Prodigien zu beobachtenden Gebräuche in demselben Raume verehrt werden könnten. Also ließ er neben der erneuerten Cella des Honos eine zweite Cella der Virtus erbauen und beide wenigstens architektonisch zu einem Gebäude verschmelzenLiv. XXVII. 25, Val. Max. I, 1. 8, Plut. Marcell. 21 u. 28, Becker Handb. I, 509. Später scheint der Verfall des Gebäudes von selbst die Zerstreuung jener Kunstzierden zur Folge gehabt zu haben, bis Vespasian es von neuem herstellen und von guten Meistern ausmahlen ließ.. Das Ganze wurde mit den aus Syracus entführten Meisterwerken griechischer Kunst geschmückt, das erste Beispiel einer solchen Auszierung mit eroberten Kunstschätzen, welche mit der Zeit in Rom immer beliebter wurde. Nachmals soll Scipio d. J. nach der Eroberung von Numantia einen eignen T. der Virtus gestiftet haben, während Honos einen vor der p. Collina gelegnen Tempel dem zufälligen Funde eines Blechs mit seinem Namen auf jener Stelle verdankteCic. de Leg. II, 23, Plut. de Fort. Ro. 5.. Endlich gab es noch einen T. des Honos und der Virtus, den Marius von der Kriegesbeute der Cimbern und Teutonen erbaut hatteBecker S. 405 ff. Doch läßt sich gegen die Lage auf dem Capitol Manches einwenden.. In den meisten Fällen also hatten diese Stiftungen eine militärische VeranlassungVgl. Or. n. 1842 Virtuti et Honori L. Ulpius Marcellus Leg. Aug. etc. n. 3681 L. Firmio L. F. Prim. Pil. Tr. Mil. etc. Honoris et Virtutis caussa., indem die Feldherrn solche Tempel zugleich als Denkmäler ihres Ruhms errichteten 614 und in diesem Sinne ausstatteten, daher der von Marius erbaute Tempel wiederholt ein monumentum Marii genannt wird. Die Köpfe der beiden Götter sieht man auf verschiednen Münzen der RepublikVgl. die Münzen der Aquillia, der Lollia und der Fufia Mucia.. Honos erscheint immer knabenhaft jugendlich mit dichten Locken und einem Lorbeerkranz, die weibliche Virtus auch jugendlich und gelockt, aber mit reich verziertem Helm. Dem Honos ist der Kopf des TriumpusPlin. H. N. XXXV, 4, 10 Super omnes Divus Augustus in foro suo celeberrima in parte tabulas duas (posuit) quae Belli faciem pictam habent et Triumphum. Virtus in ganzer Figur bei einem Tropäon, ihr rechter Fuß auf einem Harnisch u. s. w. auf den M. der Poblicia (Malleolus). auf den Münzen der Papia ziemlich ähnlich, nur daß er ein reiferes Alter zeigt und hinter ihm ein Tropäon zu sehen ist, obwohl auch Virtus bisweilen neben einem solchen, also als triumphirende erscheint. Einen eignen Festtag hatten beide, Honos und Virtus, am 29. Mai, welchen Tag Augustus dazu bestimmteDio LIV, 18, Kal. Const. Auf M. Hadrians bezieht sich die Virtus Augusti auf seine rüstige Jägerkraft, auf M. Galliens erscheint die Virtus Augustorum mit den Attributen des Hercules. Nach Zosimus V, 41 erregte die Einschmelzung eines Bildes der Virtus von edlem Metall zur Zeit der Gothenkriege eine allgemeine Bestürzung in Rom.. Auch auf den Münzen der späteren Kaiser, des Galba, des Vitellius, des M. Aurel u. A. erscheinen sie oft und zwar in ganzer Figur, Virtus gerüstet und als siegreiche Ueberwinderin der Feinde, Honos friedlich und mit dem Füllhorn. – Endlich fehlte es dieser spätern Zeit auch nicht an einem eignen Cultus der Friedensgöttin

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