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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 133
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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f. Iuno Caelestis

oder Virgo Caelestis von Karthago, die alte Burggöttin der Dido, welche im dritten punischen Kriege förmlich evocirt und nach Rom übertragen wurdeServ. V. A. XII, 841 constat bello Punico secundo exoratam Iunonem, tertio vero bello a Scipione sacris quibusdam etiam Romam esse translatam. Vgl. S. 257 und 468, 1183., unter den Kaisern aber mit dem von neuem aufblühenden Karthago von neuem zu Ehren kam. Es ist die Astarte der Phönicier, wie sie besonders in Sidon mit großem Glanze verehrt wurde, die weibliche Macht des Himmels, welche über Mond und Sterne, über Blitz und Regen gebietet, eine jungfräuliche, strenge und fanatische Göttin, daher sie mit der Diana, der Juno, nicht selten auch mit der phrygischen Cybele identificirt wurde, aber auch Liebesgöttin, daher man sie auch Venus Caelestis nannte, wie sie in der Mythologie durch Dido und Anna vertreten und im Cultus bei gewissen Gelegenheiten mit lasciven Gebräuchen und Gesängen verherrlicht wurdeAugustin C. D. II, 4 und 26. Die Venus von Sicca bei Val. Max. II, 6, 15 ist vermuthlich dieselbe Göttin.. Ihr Bild sehen wir auf karthagischen Kaisermünzen z. B. denen des Septimius Sev. und CaracallaEckhel D. N. VII p. 183 sq. Vgl. Apulei. Met. VI p. 388 Magni Iovis germana et coniuga, – sive celsae Carthaginis, quae te Virginem vectura leonis caelo commeantem percolit, beatas sedes frequentas, und Zoëga Bassir. I p. 91.: eine Göttin welche auf einem laufenden Löwen thront und in der R. den Blitz, in der L. eine Lanze führt; neben ihr erinnert ein Fels, aus welchem Wasser hervorquillt, an den Segen der Höhe, um den sie in Karthago und ganz Afrika angegangen wurdeTertull. Apolog. 23 ista ipsa Virgo Caelestis pluviarum pollicitatrix.. Denn durch ganz Afrika wurde sie verehrt und als die himmlische Göttin (Urania) und als Herrin der himmlischen Heerschaaren (’Αστροάρχη) angerufen, obwohl man sie gewöhnlich eine Mondgöttin nannteHerodian V, 6, vgl. Horat. Od. II, 1, 25 Iuno et deorum quisquis amicior Afris. Tertull. Apolog. 24 Unicuique etiam provinciae et civitati suus deus est, ut Syriae Astartes, ut Arabiae Dusares, ut Noricis Belenus, ut Africae Caelestis, ut Mauretaniae reguli sui.. Auch für eine Heilgöttin und höchste Schicksalsgöttin 754 galt sie, daher ihre Hierodulen in Karthago als Weissagerinnen aufzutreten pflegten, auch über politische Angelegenheiten und die Zukunft des Reichs, so daß das leicht erregbare Volk durch ihre Sprüche mehr als einmal in wilde Gährung versetzt wurdeIul. Capitolin. Pert. 4, Opil. Macrin. 3, vgl. Treb. Pollio XXX tyr. 29 Afri Celsum Imperatorem appellarunt peplo Deae Caelestis ornatum und Philastri de Haeres. 15 Alia haeresis est in Iudaeis, quae Reginam (adorabat), quam et Fortunam Caeli nuncupant, quam et Caelestem vocant in Africa.. Wie sehr diese Göttin in den sinkenden Zeiten auch in Rom und Italien Anklang gefunden hatte, beweisen die Inschriften, in welchen sie bald Caelestis schlechthin, bald Virgo Caelestis, Bona Dea Caelestis, Iuno, Diana, Venus Caelestis, Invicta Caelestis Urania u. s. f. genannt wirdFabr. p. 637. 667, Or. n. 1942 ff., Henzen n. 5859. 5860 u. A. Vgl. Münter Rel. d. Karth. S. 62, Movers Phönicier 1, 604 ff., II, 1, 362, 2, 92 ff. Auch auf Malta wurde diese Göttin als Iuno verehrt, s. Cic. in Verr. IV, 46, 103, Val. Max.I, 1 ext. 2..

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