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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 132
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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e. Iupiter O. M. Dolichenus

dessen Heimath Doliche ist, eine Stadt im nördlichen Syrien, die auf einem für den Handelsverkehr von Syrien, Mesopotamien, Armenien, Cappadocien und Cilicien sehr wichtigen Punkte lag und überdies durch ihre Bäder und Heiligthümer lockteMarini Atti Arv. p. 538–542, I. G. Seidl über den Dolichenuscult, Wien 1854, I. Becker in den Heidelb. Jbb. 1854 S. 487–496 und im Archiv f. Frankf. Gesch. und Kunst H. 6, Frankf. 1854 S. 6 ff.. Strabo gedenkt dieser Stadt noch nicht, erst in den Zeiten der Antonine scheint sie sich zu größerer Bedeutung erhoben zu haben. So mag auch der Cultus des Iup. Dolichenus, über dessen Entstehung wir nichts Näheres wissen, der jüngste von allen diesen syrischen Jupitersdiensten sein. Die bildliche Darstellung ist in einigen Punkten der von Heliopolis und Hierapolis verwandt, in andern erinnert sie mehr an den kriegerischen Zeus der Bevölkerung von KleinasienVgl. das Bild des Jupiter mit der Axt in der R., dem Blitze in der L., welches nach einem Relief aus Ninive abgebildet ist bei Layard Niniveh and its Remains II p. 451.. Immer ist es das Bild eines 752 Mannes in römischer Kriegsrüstung, welcher auf einem ausschreitenden Stiere von kräftiger Bildung steht. Einige Denkmäler zeigen ihn jugendlich und mit einer Strahlenkrone, andre bärtig und mit den Attributen des Blitzes und eines DoppelbeilsOder die R. erhoben, in der L. den Blitz. Statt des Doppelbeils hat er einmal eine Traube oder Blume in der Hand., alle in der Umgebung der Siegesgöttin und des Adlers. Mehrere Inschriften verbinden seinen Namen mit dem des Jupiter von Heliopolis, andre nennen neben ihm die syrische Juno oder eine eigne Iuno Dolichene, andre den Sol, den Hercules, die Diana. Offenbar ist der Stier nach Anleitung des Gottesdienstes zu Hierapolis zu erklären, das Doppelbeil nach Analogie des Zeus Stratios und des lydischen und tarsischen Hercules. Jedenfalls ist auch dieser Jupiter als eine höchste Macht des Himmels, speciell als Sonnen- und Donner-Gott gedacht worden, einerseits streitbar und siegreich, andrerseits segnend und befruchtend, ja selbst dem Heilgott Aesculapius verwandt, mit welchem sein Name mehr als einmal verbunden wirdS. Seidl n. 29 aus Hermannstadt: I. O. M. D. ex proscripto Num. Aesculapii und die wiederholten Dedicationen pro salute, vgl. die Inschrift aus Lambaese bei Rénier 1 n. 144 und 145 I. O. M. Dolic. Aesculapio Ygiae ceterisque Diis immort.. Indessen scheint die kriegerische Auffassung vorgeherrscht und er sich vorzüglich dadurch den Legionen empfohlen zu haben, welche diesen Gottesdienst wie die Mysterien des Mithras auch im Occident sehr weit mit sich herumgetragen haben, durch Siebenbürgen und Ungarn bis nach Kärnten, Steiermark, Tirol und in das Gebiet von Venedig und die Lombardei, ja bis an den Main und Rhein und nach England und Algier. Doch hat auch der Handel zu seiner Verbreitung beigetragen, daher auch das südliche Italien, namentlich Puteoli, an Votivsteinen dieses Dienstes reich ist und im südlichen Frankreich Marseille ihn kannte. So gab es auch in Rom ein angesehenes Heiligthum dieses Gottes, mitten in der Stadt, auf dem Aventin, wo das Dolocenum der Regionen nichts Anderes ist als das durch zahlreiche Inschriften bestätigte Heiligthum des Iup. DolichenusS. die Regionen d. St. R. S. 202.. Dasselbe bestand schon unter Commodus, scheint aber unter Septimius Severus und seinen Söhnen zu besonderem Ansehn gelangt zu sein, da mehrere Weihungen pro salute L. Septimii Severi, seiner Gemahlin und seiner Familie 753 vorhanden sind, namentlich aus der Zeit wo dieser Kaiser mit seinen Söhnen in Syrien beschäftigt oder von dort gegen die Parther aufzubrechen im Begriffe war. Andre Dedicationen fallen in die Zeiten des Gordian, Aurelian und Diocletian. Endlich

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