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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 131
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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d. Iupiter O. M. Heliopolitanus.

wie ihn die römischen Münzen und Inschriften gewöhnlich 750 nennenMarini Atti Arv. p. 541, Seidl Dolichenuscult S. 51 f.. Der Stammsitz war das syrische Heliopolis d. i. die Stadt des Sonnengottes (Baalbek), welche zwischen dem Libanon und Antilibanon auf dem Wege von Byblus nach Damascus, nicht weit von der Quelle des Orontes lag. Das Bild, welches angeblich aus dem ägyptischen Heliopolis stammte, war das eines jungen Mannes, dessen Rechte wie die eines Wagenlenkers erhoben und mit einer Geißel bewaffnet war, während die Linke zugleich den Blitz und Aehren hielt: welche Attribute diesen Gott also zugleich als den Lenker des Sonnenwagens, als den Schleuderer der Blitze und als den Spender milden Segens characterisirenMacrob. Sat. I, 23, 10 ff. Auch auf den phönicischen und griechischen Münzen von Tarsos, Soli, Mallos u. a. cilicischen Städten sind die Attribute des thronenden Jupiter Aehren und Trauben.. In demselben Tempel befand sich das in diesen Zeiten sehr berühmte Orakel, welches für eine Stiftung des Apollo galt, dessen Bild auch hier ein bärtiges war und in seinen Attributen zugleich auf friedlichen Segen und auf Krieg und Sieg deuteteS. die Beschreibung und Auslegung des Bildes bei Macrob. I, 17, 66. Ein ähnlicher Apollo auf einer M. von Tarsos bei Liebe Gotha Numm. p. 288. Ein Orakel des Ζεὺς Βη̃λος zu Apamea, Dio LXXVII, 8, 40.. Die Orakel wurden durch die Bewegungen des auf eine Bahre gesetzten und von den Edelsten des Landes getragenen Bildes des Jupiter ertheilt; doch konnte man diesen Gott auch aus der Ferne durch schriftliche Anfrage consultiren, auf welche er schriftlich antwortete. Die Syrer nannten diesen von ihnen als höchste männliche Potenz verehrten Sonnengott Adad, welches nach Macrobius den Einzigen und Alleinigen bedeutetEs ist der syrische Hadad, s. Zachar. 12, 10 und die Nachweisungen bei Movers Phönizier I, 196, II, 1, 513. Auch Plin. H. N. XXXVII, 11, 71 nennt ihn einen syrischen Gott, Hesych. v. ’Αδαδοὺς einen phrygischen, der hermaphroditisch gedacht werde.. Neben ihm wurde Atargatis als höchste weibliche Muttergöttin angebetet. Der prächtige Tempel in Heliopolis, dessen Trümmer noch jetzt das Erstaunen der Reisenden sind, war von Antoninus Pius erbaut worden. Auch in Palmyra, dem alten Tadmor, welches sich in den ersten Jahrhunderten n. Chr. als Handelsort in der Wüste hob und in der Friedenszeit der Antonine außerordentlich blühte, wurden diese und andre syrische Götter verehrt, wie davon sowohl die Trümmer ihrer Tempel als vereinzelte Denkmäler zeugenVerschiedene Denkmäler Palmyrenischer Abkunft in Rom nennen den Sonnengott Malachbelus und feiern neben ihm bald den männlichen Mondgott (Aglibolus) und die Astarte in Gestalt einer Cypresse, bald den römischen Sol Invictus und den verschleierten Saturn mit der Harpe, welcher auch auf afrikanischen Denkmälern der gewöhnliche Stellvertreter des Baal ist, s. F. Lajard Monum. d. Inst. 1847 pl. XXXVIII, Annali p. 47 sqq., Culte du Cypres pyramidal t. I–III p. 11 sqq. Vgl. die Inschriften im Corp. I. Gr. n. 4480 und 6015 und die ähnlichen Namen des Zeus in Beröa ib. n. 4450. 4451.. Der 751 Jupiter von Heliopolis und der ihm wahrscheinlich nah verwandte Jupiter von Damascus hatte in Italien namentlich in Puteoli eine kleine Gemeinde, welche meist aus Kaufleuten von Berytos bestandMommsen I. N. n. 2474–2476 und 2488 Imp. Caesari Divi Nervae F. Nervae Traiano – cultores Iovis Heliopolitani Berytenses qui Puteolis consistunt. Vgl. ib. n. 2516 L. Capurnio Capitolino etc. mercatores qui Alexandr. Asiai Syriai negotiantur. Auch tyrische Kaufleute mit einheimischem Gottesdienste hatten dort eine Niederlassung s. Corp. I. Gr. n. 5853 und Mommsen in den Leipz. Berichten 1850 S. 57 ff. So wurde auch der arabische Dusares in Puteoli verehrt, Mommsen I. N. n. 2462, Henzen n. 5828, wahrscheinlich von Kaufleuten aus dem peträischen und nabatäischen Arabien, welches die Heimath dieses Dienstes ist. Vgl. über ihn Movers Phönizier I, 337, Stark Gaza S. 572.. Andre Denkmäler weisen nach Rom, nach Siebenbürgen, nach dem südlichen Frankreich und nach NumidienOr. n. 49 (1712), 1245, Henzen n. 5485, 5632, 5633, L. Rénier Inscr. de l'Algérie I n. 143.. Weit mehr verbreitet war im Occident der nah verwandte, aber dem kriegerischen Geiste der Legionen besser entsprechende

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