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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 106
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Mens

schwerlich ein so abstracter Begriff, wie man gewöhnlich annimmt, sondern wahrscheinlich eine Nebenform der Venus Erycina, mit welcher zugleich ihr auf Geheiß der sibyllinischen Bücher im J. 217 v. Chr. ein Tempel auf dem Capitol gestiftet wurdeLiv. XXII, 10, XXIII, 31, Ovid F. VI, 241 ff. Vgl. oben S. 391.. Beide Tempel lagen neben einander und wir wissen daß Venus auch als Mimnernia oder Meminia verehrt wurde. Die erycinische Venus ist die himmlische, welcher man außer ihren natürlichen Eigenschaften auch manche geistige zuschrieb, daher sie in verschiedenen Beziehungen der Minerva nahe stand. Bei jener Stiftung, als deren Tag der 8. Juni gefeiert wurde, meinte man freilich wohl nur einfach die Göttin der Besinnung und Besonnenheit, denn es waren die kritischen Zeiten nach der Schlacht am Trasimenus. Später in den gleich gefährlichen Tagen der Cimbrischen Schlachten soll M. Aemilius Scaurus eine ähnliche Stiftung gemacht haben, in einer Zeit da schon die Aufklärung und die Phrase das Wort führte, daher man damals von solchen abstracten Göttern und Göttinnen viel Wesens machte, wie Plutarch sagt de Fort. Ro. 5. 10. Sonst heißt diese Göttin, besonders als Personification einer loyalen Gesinnung, auch im politischen Sinne des Worts, gewöhnlich Mens Bona, unter welchem Namen ihr in und außerhalb Rom nicht selten Statuen und Altäre geweiht wurden, auch wohl neben der Fides und andern begriffsverwandten Gottheiten, zumal wenn nach einer Periode der Aufregung wieder Ruhe und Besinnung eingetreten warS. die Inschriften b. Or. n. 1818–20, Mommsen I. N. n. 5611, und besonders die aus Lyon b. Or. n. 922, Boissieu Inscr. de Lyon p. 65 Bonae Menti ac Reduci Fortunae redhibita et suscepta provincia etc. d. h. nachdem die Provinz nach längerer Unruhe wieder zur Ruhe und Ordnung zurückgekehrt war. Vgl. Prop. III, 24, 19 Mens bona, si qua dea es, tua me in sacraria dono. Ovid Amor. I, 2, 31 Mens bona ducetur manibus post terga retortis. Pers. S. II, 8 Mens bona, fama, fides. Petron. S. 61 Postquam omnes bonam mentem bonamque valetudinem sibi optarunt. Seneca Ep. 10, 4 roga bonam mentem, bonam valetudinem animi, deinde corporis. Eine M. des Pertinax ist dedicirt Menti Laudandae, Eckhel D. N. VII p. 142.. Der Gegensatz ist Mens Laeva oder Mala, welche 629 der griechischen Ate entsprichtVirg. Aen. II, 54, vgl. die Anecdote b. Seneca de Benef. III, 27.. Ferner die specielleren Tugenden der

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