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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 104
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Pietas

die Göttin der natürlichen Hingebung in dem Pflichtverhältnisse zwischen Göttern und Menschen, zwischen Eltern und Kindern und Blutsverwandten überhaupt, dem Vaterlande und seinen Söhnen. Einen eignen Tempel hatte diese Tugend am forum Olitorium, wo später das Theater des Marcell erbaut wurde, in welchem die bekannte Geschichte als Veranlassung erzählt wurde. Ein armes junges Weib aus dem Volke, die ein Kind an der Brust hatte, habe einen Vater gehabt (nach Andern war es die Mutter), welcher wegen eines Verbrechens zum Tode verurtheilt in strenger Haft gehalten wurde. Vergebens versucht sie dem Vater Nahrungsmittel zuzuführen, doch läßt man sie endlich zu ihm, worauf der Gefängnißwärter sie eines Tages überrascht, wie sie den Hunger des Vaters mit ihrer Brust stillt: ein so 626 rührendes Beispiel der Pietät, daß man beiden das Leben schenkt und auf derselben Stelle jenen Tempel zu erbauen beschließt. Eine jener wandernden Geschichten, die an mehr als einer Stelle als Ortslegenden auftreten, wie man denn in Athen dieselbe Geschichte erzählte und hier den Vater Mykon nannte, dessen Name in der Ueberlieferung mit dem berühmteren Kimon vertauscht wurdeFest. p. 209 pietati, Liv. XL, 34, Plin. VII, 36, 36, Val. Max. II, 5, 1, V, 4, 7 u. a. Hygin. f. 254 Xanthippe Myconi patri incluso carceri lacte suo alimentum vitae praestitit.. In Wahrheit war jener Tempel durch M. Acilius Glabrio in der Schlacht bei den Thermopylen vom J. 191 v. Chr. gelobt worden, worauf ihn dessen Sohn gleiches Namens einweihte. Außerdem wird noch eine Pietas beim Flaminischen Circus erwähnt, wo am 1. Dec. geopfert wurdeKal. Amitern. Iul. Obseq. 54 (114).. Als im J. 22 n. Chr. Livia bedenklich erkrankte, machte Tiberius ihr zu Ehren allerlei Anstalten, welche vom Senate durch eine Stiftung zu Ehren der Pietas Augusta verherrlicht wurdenEckhel D. N. VI p. 150. Pietas Iulia d. i. Pola in Istrien. Später bezieht sich die Pietas Augusta auch wohl auf die Stiftungen zu Gunsten armer und verwaister Kinder, welche seit Nerva und Trajan oft gemacht wurden. Alte Ara der Pietas in den Mon. d. Inst. IV t. 36. Pietati et Genio Inferum auf einer Grabschrift Or. n. 1726. 4577., daher diese Göttin auch auf den Münzen dieser Jahre oft erscheint, ein ernstes Frauenbild mit Schleier und Diadem. Sonst ist der Storch das Symbol dieser TugendP. Syrus b. Petron. 55 Ciconia etiam grata, peregrina, hospita, pietaticultrix, gracilipes, crotalistria. Vgl. die Münzen b. Riccio t. 4, 5; 52, 1. 2., Aeneas aber, der seinen Vater und die Penaten aus dem Brande rettende, das mythologische, Antoninus Pius wegen seiner Dankbarkeit gegen Hadrian das geschichtliche Beispiel der Pietät. Weiter die weibliche Tugend der

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