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Römische Mythologie

Ludwig Preller: Römische Mythologie - Kapitel 102
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Mythologie
authorLudwig Preller
year1858
firstpub1858
publisherWeidmannsche Buchhandlung
addressBerlin
titleRömische Mythologie
pages801
created20090801
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Annona

d. h. des jährlichen Kornvorraths auf dem Markte und der davon abhängigen KornpreiseCato b. Gell. N. A. II, 28 Non lubet scribere quod in tabula apud Pontificem Max. est, quotiens annona cara, quotiens lunae aut solis lumini caligo aut quid obstiterit. Vgl. Plin. H. N. XVIII, 3, 4.. In älterer Zeit reichte die Production Italiens hin um Rom zu versorgen: ja die Preise sollen damals unglaublich gering gewesen sein. In außerordentlichen Fällen wurde ein eigner praefectus annonae ernannt, in welchem Amte namentlich L. Minucius Augurinus bald nach den Zeiten der Decemvirn sich um die Plebs sehr verdient gemacht hatte, daher ihm dieselbe vor der p. Trigemina ein Ehrendenkmal stiftete. Es war eine Statue auf einer aus Getreidescheffeln zusammengesetzten Säule, die man auf den Münzen der Minucier abgebildet sieht, welches Geschlecht an dem Ruhme seines Vorfahren festhaltend auch später einen gemeinnützigen Sinn zeigte. So erbaute M. Minucius Rufus, welcher im J. 110 v. Chr. Consul war, in derselben Gegend eigne Hallen zur Aufspeicherung und Vertheilung des Getreides, welche unter dem Namen der porticus Minuciae auch unter den Kaisern oft erwähnt werden. Und mit diesem von Hallen umgebenen und unter den Schutz einer eignen Ortsgottheit gestellten Platze mag auch die Minucia porta und das sacellum Minucii zusammenhängenPaul. p. 122 Minutia porta Romae est dicta ab ara Minuti, quem deum putabant. Ib. p. 147 Minucia porta appellata est eo quod proxima esset sacello Minucii. Vgl. Becker S. 164 und meine Reg. S. 168., welcher letztere vermuthlich der genius loci dieser wichtigen Getreidehallen war, wie anders 622 wo ein Genius fori Vinarii, ein Genius conservator Horreorum Galbianorum u. dgl. m. erwähnt werden. Mit der Zeit wurde dann die Kornzufuhr zur See immer wichtiger, daher Pompejus dadurch daß er das Meer von den Seeräubern reinigte und jene Zufuhr von neuem regelte noch in den Zeiten Trajans neben diesem als Wohlthäter genannt wurde. Darauf erfolgten die von einer Generation zur andern aufgeschobenen, zuletzt ganz unerläßlich gewordenen Bauten und Restaurationen an der Tibermündung, namentlich die des Claudius (dessen Verdienste um den Hafen und die Annona sich Nero aneignete) und Trajan, durch welche für die Bedürfnisse und somit auch für die Ruhe der großen Stadt hinlänglich gesorgt wurdeS. meinen Aufsatz in den Leipz. Berichten 1849 S. 8 ff., 27 ff., 146 und die Münzen Neros mit der Inschrift Annona Augusti, Ceres. Vgl. das Schreiben Aurelians an den Praef. Annonae in Rom bei Fl. Vopisc. 47 Neque enim populo Romano saturo quicquam potest esse laetius. Personification der Fames b. Ovid Met. VIII, 799 ff.. Seitdem erscheint auch die Personification der Annona nicht selten auf Münzen und andern Denkmälern, mit und ohne Ceres, meist wird sie durch das Füllhorn und ein neben ihr stehendes Getreidemaaß characterisirtBrunn in den Annali dell' Inst. Arch. 1849 p. 135 sqq.. Die meiste Zufuhr kam in diesen Zeiten aus Africa d. h. aus Numidien über Karthago und andere Seeplätze und aus Aegypten über Alexandrien, daher auch in diesen Städten in Bildern und Denkmälern der Annona Urbis gedacht wurdeVgl. die Inschrift aus Rusicada, einem Hafenorte Numidiens, bei L. Renier Inscr. de l'Alg. I n. 2174 statuas duas, Genium patriae nostrae et Annonam Sacrae Urbis, sua pecunia posuit, und die aus Rom b. Or. n. 1810 Annonae Sanctae etc. Die Alexandriner pflegten darauf zu trumpfen, daß Rom ohne sie gar nicht bestehen könne, quodque in suo flumine, in suis navibus vel abundantia nostra vel fames esset, Plin. Panegyr. 31, vgl. oben S. 513, 1322.. Auf den römischen Denkmälern war sonst auch die Copia (daher cornu Copiae), Abundantia und ihr entsprechend die Liberalitas der Kaiser eine sehr gewöhnliche Figur.

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