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Römische Geschichte

Livius: Römische Geschichte - Kapitel 26
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Geschichte Bd. I
authorTitus Livius
translatorKonrad Heusinger
firstpub1821
year1821
publisherFriedrich Vieweg Verlag
addressBraunschweig
titleRömische Geschichte
created20060416
sendergerd.bouillon
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Fünftes Buch.

Vom Jahre Roms 352 – 465.

402 Inhalt des fünften Buchs.

In der Belagerung von Veji werden von den Soldaten Winterhütten angelegt. Weil dies etwas Neues war, so führten die darüber unwilligen Bürgertribunen die Klage, daß man den Bürgern auch nicht einmal den Winter über Ruhe vom Kriegsdienste gestatte. Die Ritter fangen an, auf eignen Pferden zu dienen. Da der Albanische See ausgetreten war, so nimmt man den Feinden einen Wahrsager weg, welcher die Erscheinung deuten soll. Im zehnten Jahre der Belagerung erobert der Dictator Furius Camillus Veji: dem Apollo sendet er den zehnten Theil der Beute nach Delphi. Als Kriegstribun schickt er bei der Belagerung von Fulerii die ihm durch Verrätherei gelieferten Söhne der Feinde den Ältern zurück, und erwirbt sich, weil gleich darauf die Übergabe erfolgte, den Sieg über die Falisker durch seine Rechtschaffenheit. Da der eine von den Censorn, Cajus Julius, stirbt, wird an seine Stelle ein Andrer gewählt, Marcus Cornelius. Dies that man niemals wieder, weil in diesen fünf Jahren Rom von den Galliern erobert war. Furius Camillus, den der Bürgertribun Lucius Apulejus auf einen Klagetag vorlud, geht ins Elend. Da die Senonischen Gallier Clusium belagerten, und die Gesandten, welche der Senat zur Vermittelung eines Friedens zwischen ihnen und den Clusinern hinschickte, in der Linie der Clusiner zum Gefechte mit den Galliern auftreten, so ziehen die dadurch gereizten Senonen als Feinde gegen Rom, schlagen die Römer am Flusse Allia, erobern die Stadt, das Capitol ausgenommen, in welches sich die Mannschaft geworfen hatte, und ermorden die Greise, welche sich, jeder in den Ehrenzeichen seiner verwalteten Statsämter, in den Vorhof ihrer Häuser gesetzt hatten. Sie ersteigen auf der Rückseite des Capitols die Höhe, werden aber, durch das Geschrei der Gänse entdeckt, hauptsächlich durch die Thätigkeit des Mamercus Manlius hinabgestürzt. Als endlich die Römer durch Hunger genöthigt sich dazu verstehen, tausend Pfund Goldes zu zahlen und für diesen Preis das Ende der Belagerung zu erkaufen, kommt während der Darwägung des Goldes der abwesend zum Dictator ernannte Furius Camillus mit einem Heere an, jagt die Gallier nach sechs Monaten aus der Stadt und haut sie zusammen. Dem Ajus Locutius wird ein Tempel auf der Stelle errichtet, wo man vor Eroberung der Stadt eine Stimme hatte rufen hören: Die Gallier kommen! Man spricht davon, weil die Stadt verbrannt und zerstört sei, müsse man nach Veji ziehen; allein Camillus vereitelt diesen Plan. Auf das Volk machten auch die bedeutungsvollen Worte eines Hauptmannes Eindruck, der an der Spitze seiner Schar, als sie auf dem Markte ankam, ausrief: «Halt, Soldaten! hier ist zum Bleiben der beste Platz!»

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