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Römische Geschichte

Livius: Römische Geschichte - Kapitel 131
Quellenangabe
typetractate
booktitleRömische Geschichte Bd. I
authorTitus Livius
translatorKonrad Heusinger
firstpub1821
year1821
publisherFriedrich Vieweg Verlag
addressBraunschweig
titleRömische Geschichte
created20060416
sendergerd.bouillon
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17. Als Ämilius, der mit seiner Flotte von Ephesus, durch Stürme zurückgetrieben, unverrichteter Sache nach Samus zurückgegangen war, die Nachricht bekam, die Unternehmung in Lycien sei aufgegeben und Livius nach Italien abgegangen, so beschloß er, weil er den fehlgeschlagenen Versuch auf Patara für schimpflich hielt, mit seiner ganzen Flotte dort hinzugehen und die Stadt mit allen Kräften anzugreifen. Sie fuhren Milet und die übrige Küste ihrer Verbündeten vorbei und machten im Meerbusen von Bargyliä bei Jassus eine Landung. Die Stadt hatte eine königliche Besatzung; die Gegend umher plünderten die Römer feindlich. Dann suchte Ämilius durch Abgeschickte in Unterredungen mit den Vornehmeren und obrigkeitlichen Personen ihre Stimmung zu erfahren, und als diese antworteten, sie selbst hätten über nichts zu verfügen, zog er zum Sturme gegen die Stadt heran. Bei den Römern befanden sich Vertriebene aus Jassus. 435 Zahlreich drangen diese mit der Bitte in die Rhodier: «Sie möchten eine ihnen benachbarte und mit ihnen verwandte Stadt nicht unschuldig zu Grunde richten lassen. Daß sie selbst verbannet wären, daran sei bloß ihre persönliche Treue gegen die Römer schuld. Allein dieselbe Gewaltthätigkeit der königlichen Befehlshaber, welche sie verbannet habe, binde auch den in der Stadt Gebliebenen die Hände. In dem Wunsche, der königlichen Sklaverei zu entlaufen, seien die Bürger von Jassus sich alle gleich.» Die Rhodier, gerührt durch diese Bitten, nahmen den König Eumenes zu Hülfe, brachten ihre dortigen Verwandten in Erwägung, beklagten die Stadt, die von der königlichen Besatzung zu ihrem Verderben gezwungen werde, und bewirkten dadurch, daß die Belagerung unterblieb. Weil hier alles Übrige Freundes Land war, so ging die Fahrt weiter, der Küste Asiens entlang nach Loryma, einem Hafen gegen Rhodus über. Hier gab es zuerst im Vertrauen unter den Obersten an der Hauptwache das Gerede, das bald auch selbst dem Ämilius zu Ohren kam, es sei nicht recht, daß man die Flotte so weit von Ephesus, wo sie den Krieg für sich selbst führe, entferne, daß der hinter ihr zurückgelassene Feind gegen so viele benachbarte Bundesstädte sich Alles ungestraft erlauben könne. Dies wirkte auf den Ämilius. Er ließ die Rhodier rufen und fragte sie, ob der Hafen zu Patara für die ganze Flotte Platz habe. Als sie dies verneinten, nahm er dies zum Vorwande, die Unternehmung aufzugeben und führte die Schiffe nach Samos zurück.

18. Um diese Zeit kam des Antiochus Sohn Seleucus, der sich während der ganzen Winterquartiere mit seinem Heere in Äolis darauf beschränkt hatte, theils seinen Verbündeten Hülfe zu leisten, theils diejenigen, die er nicht für seine Partei gewinnen konnte, zu plündern, auf den Entschluß, während Eumenes fern von seinen Staten mit den Römern und Rhodiern Lyciens Seestädte belagere, zu einem Angriffe auf das Gebiet desselben hinüberzugehen. Zuerst brach er gegen Eläa heran, gab nachher die Belagerung der Stadt auf, verheerte feindlich ihr 436 Gebiet und zog zum Angriffe auf Pergamus, die Hauptstadt und erste Festung des Reichs. Durch die anfangs vom Attalus vor der Stadt aufgestellten Posten und die Ausfälle der Reuterei und Leichtbewaffneten wurden die Feinde mehr gereizt, als aufgehalten. Zuletzt, als ihn die kleinen Gefechte belehrten, daß er ihnen in keinem Stücke gewachsen sei, zog er sich in die Mauern zurück und die Stadt wurde eingeschlossen.

Fast um dieselbe Zeit hatte auch Antiochus nach seinem Aufbruche von Apamea anfangs zu Sardes, dann nicht weit von des Seleucus Lager an der Quelle des Flusses Caicus sein Standlager mit einem großen aus allerlei Völkern gemischten Heere. Die furchtbarsten darunter waren die in Sold genommenen viertausend Gallier. Mit einer kleinen beigegebenen Mannschaft schickte er diese ab, das Gebiet von Pergamus allenthalben von Grund aus zu verheeren. Als diese Nachrichten auf Samos einliefen, segelte Eumenes, durch den Krieg in seinem Reiche abgerufen, mit seiner Flotte zuerst nach Eläa: von da eilte er unter dem Schutze der hier vorgefundenen Reuterei und leichten Fußtruppen, ehe es noch die Feinde merkten oder in Bewegung kamen, nach Pergamus. Hier kam es wieder durch Ausfälle zu leichten Gefechten, da Eumenes offenbar einem entscheidenden Treffen auswich. Nach wenig Tagen kamen die Flotten der Römer und Rhodier zum Beistande des Königs von Samos nach Eläa. Als dem Antiochus gemeldet wurde, daß sie in Eläa ihre Truppen ans Land gesetzt, und in diesem Einen Hafen so viele Flotten sich vereinigt hätten; und er zugleich erfuhr, der Consul stehe schon mit seinem Heere in Macedonien und man treffe die nöthigen Vorbereitungen zum Übergange über den Hellespont; so glaubte er, jetzt sei es Zeit, ehe er sich zu Lande und zu Wasser zugleich bedrängt sähe, den Frieden zu unterhandeln und besetzte mit seinem Lager eine Höhe, Eläa gegenüber. Hier ließ er sein sämtliches Fußvolk zurück, kam mit der Reuterei – sie bestand aus sechstausend Mann – auf die Ebene dicht unter den Mauern von Eläa herab und ließ dem Ämilius durch einen Herold anzeigen, er wolle einen Frieden unterhandeln.

19. Ämilius ließ den Eumenes von Pergamus abrufen, und zog auch die Rhodier mit zum Kriegsrathe. Die Rhodier wiesen den Frieden nicht zurück. Allein Eumenes behauptete, «Jetzt sei es weder ehrenvoll, sich auf Friedensunterhandlungen einzulassen, noch könnten diese für die Sache von Entscheidung sein. Denn, sagte er, wie können wir entweder mit Ehren Friedensbedingungen eingehen, da wir auf unsre Mauern eingeschlossen und so gut als belagert sind? oder wer wird einen Frieden gelten lassen, den wir ohne Consul, ohne Genehmigung des Senats, ohne Bewilligung des Römischen Volks verabredet haben? Ich frage dich selbst; willst du, wenn der Friede durch dich geschlossen wird, dann sogleich nach Italien zurückgehen? Flotte und Heer von hier abführen? Oder willst du abwarten, wie er dem Consul gefalle, was der Senat dazu sage, ob das Volk ihn genehmige. Dir bliebe also nichts übrig, als in Asien zu bleiben und wieder von deinen in die Winterquartiere geführten Truppen, weil du den Krieg aufgegeben hättest, die Bundesgenossen durch Lieferungen der Bedürfnisse erschöpfen zu lassen: hinterher fingen wir dann, sobald es der Wille derer wäre, die hierüber zu entscheiden hätten, den Krieg wieder ganz von vorn an, den wir, wenn wir nicht etwa durch Aufschub in dem jetzigen raschen Gange nachlassen, vor dem Winter mit Gottes Hülfe geendigt haben können.» Diese Meinung behielt die Oberhand, und Antiochus bekam zur Antwort: Vor des Consuls Ankunft lasse sich kein Friede unterhandeln. Nach diesem vergeblichen Versuche zum Frieden verheerte Antiochus zuerst das Gebiet von Eläa, dann das Pergamenische, ließ hier seinen Sohn Seleucus, zeigte sich auf dem Marsche nach der Stadt Adramytteum als Feind und rückte dann in ihr fruchtbares Gebiet, genannt das Gefilde von Thebe, dieser durch Homers Gesang bekannten Stadt. In keiner Gegend Kleinasiens machten die königlichen Soldaten größere Beute. Nun nahmen 438 auch die Flotten des Ämilius und Eumenes den Weg in einem Bogen nach eben diesem Adramytteum, um die Stadt zu schützen.

20. Gerade in diesen Tagen kamen zu Eläa tausend Mann zu Fuß und hundert zu Pferde aus Achaja an, sämtlich unter der Anführung des Diophanes. So wie sie aus den Schiffen traten, geleiteten die vom Attalus ihnen entgegen Geschickten sie nach Pergamus. Sie alle waren alte, erfahrne Krieger, und der Anführer selbst ein Zögling Philopömens, des größten unter allen Griechischen Feldherren jener Zeit. Zur Erholung für Menschen und Pferde, zugleich um die Stellungen der Feinde kennen zu lernen, auch wo und wann sie anzurücken und sich zurückzuziehen pflegten, nahmen sie sich zwei Tage. Die königlichen Truppen rückten gewöhnlich bis etwa an den Fuß des Hügels, auf welchem die Stadt liegt. So hatten sie im Rücken die Plünderung frei, weil aus der Stadt niemand einen Ausfall that, auch nicht einmal um aus der Ferne auf ihre Posten zu schießen. Und als sich die Belagerten einmal, aus Furcht zusammengedrängt, auf ihre Mauern eingeschlossen hatten, erwuchs daraus bei den Königlichen Verachtung des Feindes und aus dieser – Nachlässigkeit. Viele hatten ihre Pferde nicht gesattelt, nicht aufgezäumt. Mit Hinterlassung einiger Wenigen unter den Waffen und im Gliede, zerstreueten sich die aus einander laufenden Übrigen allenthalben im ganzen Felde: diese beschäftigten sich mit jugendlichem Spiele und Muthwillen; jene lagen im Schatten beim Essen, einige auch zum Schlafe hingestreckt. Als Diophanes von der hochgelegenen Stadt Pergamus herab dies wahrgenommen hatte, hieß er seine Leute zu den Waffen greifen und seines Befehls gewärtig sein, Er selbst ging zum Attalus und meldete ihm seine Absicht, auf die feindlichen Posten einen Versuch zu machen, So ungern Attalus seine Einwilligung gab, – denn er sah ihn mit hundert Reutern gegen dreihundert, mit tausend Mann zu Fuß gegen viertausend fechten; – – so zog Diophanes doch vor das Thor, und nahm in der Nähe der feindlichen Stellung einen 439 Stand, wo er seines Zeitpunktes wartete. Nicht allein die in Pergamus hielten dies mehr für Wahnsinn, als für Kühnheit, sondern selbst die Feinde, die einen Augenblick aufmerksam auf sie geworden waren, änderten auch auf ihrer Seite, als sie keine weitere Unternehmung sahen, in ihrer gewohnten Nachlässigkeit nicht das Mindeste ab. Diophanes hielt seine Leute, als wären sie nur zum Zusehen ausgerückt, eine Zeitlang beisammen. Als er aber sah, daß die Feinde ihren Gliedern entlaufen waren, befahl er seinem Fußvolke, so schnell als möglich nachzufolgen, und stürzte, mit seinem Geschwader der übrigen Reuterei voran, im gestrecktesten Schnelllaufe, unter einem zugleich von Fußvolk und Reuterei erhobenen Geschreie plötzlich auf die feindlichen Posten. Der Schrecken traf nicht bloß die Menschen; auch die Pferde, die sich von den Halftern losrissen, brachten Verwirrung und Getümmel unter die Ihrigen: nur wenige Pferde standen, ohne scheu zu werden, aber auch diese zu satteln, aufzuzäumen, zu besteigen, war nicht so leicht, da schon die Achäische Reuterei einen weit größeren Schrecken verbreitete, als ihre Anzahl erwarten ließ. Und nun überfiel das Fußvolk in Reihe und Glied und in völliger Fassung die nachlässig Umherlaufenden oder beinahe halb Schlafenden. Auf den Feldern war allenthalben Gemetzel und Flucht. Diophanes, der den Fortstürzenden, so weit es sich mit Sicherheit thun ließ, nachsetzte, und der Achäischen Nation ungemeinen Ruhm erwarb – denn ganz Pergamus, Männer und Frauen, hatten von den Mauern zugesehen, – kehrte auf seinen Posten zur Besetzung der Stadt zurück.

21. Am folgenden Tage nahmen die königlichen Truppen mehr im Schlusse und geordnet ihr Lager fünfhundert Schritte weiter von der Stadt. Fast um dieselbe Zeit, wie vorhin, rückten auch die Achäer aus und auf denselben Platz. Mehrere Stunden des Tages erwartete man auf beiden Seiten gespannt den Angriff, als würde er gleich jetzt erfolgen. Als es gegen Sonnenuntergang Zeit wurde, ins Lager umzukehren, nahmen die Königlichen ihre Fahnen 440 zusammen und traten, in einem mehr zum Marsche, als zum Kampfe geordneten Zuge den Rückweg an. Diophanes verhielt sich, so lange er sie sehen konnte, ruhig. Dann aber warf er sich mit eben dem Ungestüme, wie Tags zuvor, auf den Nachtrab, und bewirkte abermals so viel Bestürzung und Verwirrung, daß von Allen, weil sie im Rücken niedergehauen wurden, auch nicht Einer zum Fechten Stand hielt. Im Eilschritte und kaum auf ihrem Zuge Reihe und Glied haltend wurden sie in ihr Lager getrieben. Diese Kühnheit der Achäer nöthigte den Seleucus aus dem Gebiete von Pergamus abzuziehen.

Als Antiochus hörte, daß die Römer und Eumenes angekommen wären, Adramytteum zu schützen, ließ er die Stadt, bis auf die Plünderung ihres Gebiets, unangefochten. Darauf eroberte er Peräa, eine Pflanzstadt von Mitylene. Cotton, Corylenus, Aphrodisias, Crene, wurden im ersten Sturme genommen. Von da kehrte er über Thyatira nach Sardes zurück. Seleucus, der an der Seeküste blieb, wurde für manche Städte der Bedrohende, für andre der Beschützer. Die Römische Flotte ging mit dem Eumenes und den Rhodiern zuerst nach Mitylene, von da wieder nach Eläa zurück, wo sie ausgelaufen war. Auf ihrer Fahrt von hier nach Phocäa landeten sie auf der Insel, welche Bachium heißt und nahe an der Stadt Phocäa liegt; und da sie vorher der Tempel und Standbilder – die Insel ist herrlich damit geschmückt – sich enthalten hatten, so plünderten sie jetzt feindlich und, setzten nach der Stadt selbst über. Als sie sich in den Sturm auf die Mauern getheilt hatten, und sahen, daß sie ohne Werke, bloß durch Leute und Sturmleitern nicht zu erobern ständen, weil ein vom Antiochus abgeschicktes Kohr von dreitausend Mann hineingekommen war, so zogen sie sich nach aufgegebenem Sturme sogleich mit der Flotte auf die Insel zurück, nachdem sie bloß das Gebiet um die Stadt, so weit es feindlich war, geplündert hatten.

22. Hier wurde beschlossen, Eumenes solle nach Hause entlassen werden und für den Consul und dessen Heer die nöthigen Vorkehrungen zum Übergange über den 441 Hellespont besorgen, die Römische und Rhodische Flotte aber nach Samos zurücksegeln, dem Polyxenidas das Auslaufen von Ephesus zu wehren. So gingen, der König nach Eläa, die Römer und Rhodier nach Samos zurück. Hier starb Marcus Ämilius, des Prätors Bruder. Nach seiner feierlichen Bestattung segelten die Rhodier gegen eine dem Gerüchte nach aus Syrien kommende Flotte nach Rhodus ab mit dreizehn eigenen Schiffen, einem Coischen Fünfruderer und einem Gnidischen, um sich dort aufzustellen. Zwei Tage früher, als Eudamus mit seiner Flotte von Samos ankam, waren von Rhodus dreizehn Schiffe unter dem Befehle des Pamphilidas gegen eben diese Syrische Flotte ausgeschickt, sie zogen noch vier Schiffe, welche Carien deckten, an sich und entsetzten Dädala und andre Bergfestungen in Peräaalia parva castella]. – Ich lese mit Crevier statt parva: Peraeae, und folge den Spuren der richtigen Lesart, die sich in 8 Handschriften finden, darum hier so viel lieber, weil sonst gar keine Gegend namhaft gemacht wäre, wo diese castella gelegen haben. Hätte Livius vorausgesetzt, daß jeder Leser wisse, Dädala sei in Peräa zu suchen, und deswegen bei den übrigen die Angabe der Gegend unnöthig gefunden, so würde er wahrscheinlich et alia eiusdem regionis castella oder etwas Ähnliches gesagt haben., welche die Königlichen belagerten. Eudamus beschloß sogleich auszulaufen. Man gab auch ihm zu der Flotte, die er schon hatte, noch sechs offene Schiffe. Er ging ab, machte die Fahrt mit möglichster Schnelligkeit, und bei dem Hafen, welcher Megiste heißt, holte er die früher Ausgelaufenen ein. Als sie von hier in vereintem Zuge nach Phaselis gekommen waren, hielten sie es für das Beste, den Feind hier zu erwarten.

23. Phaselis liegt auf der Zusammengränzung Lyciens mit Pamphilien, tritt weit ins Meer hinaus, ist die erste sichtbare Landspitze, wenn man von Cilicien nach Rhodus fährt, und auch von dort sieht man jedes Schiff schon von weitem. Darum hauptsächlich wählten sie sich diesen Platz, um hier immer der königlichen Flotte am Wege zu sein. Allein es brachen, und dies hatten sie nicht vorher gesehen, in dieser ungesunden Gegend und Jahrszeit – es war die Mitte des Sommers – und bei einem ihnen 442 ungewohnten übeln Geruche, Krankheiten unter den Gemeinen, vorzüglich unter den Ruderern aus. Als sie aus Furcht vor dieser Seuche aufbrachen und mit Vorbeischiffung des Pamphylischen Busens die Flotte am Strome Eurymedon lande ließen, hörten sie bei den Einwohnern von Aspendus, die Feinde ständen schon bei Sida. Die Königlichen hatten eine langsamere Fahrt gehabt, weil ihnen die Zeit der Jahreswinde ungünstig war, die für den Nordwest gleichsam festgesetzt ist. Die Rhodier hatten zweiunddreißig Vierruderer und vier Dreiruderer. Die königliche Flotte bestand aus siebenunddreißig Schiffen von größerem Baue, worunter sie drei Siebenruderer und vier Sechsruderer hatte, und außer diesen noch zehn Dreiruderer. Auch ihr wurde von einer Warte die Nähe des Feindes kund gethan. Am folgenden Tage rückten beide Flotten mit frühem Morgen gleichsam als zum heutigen Schlachttage aus dem Hafen. Und als die Rhodier um das von Sida in die hohe See vortretende Eckgebirge herumliefen, kamen sie sogleich den Feinden und die Feinde ihnen zu Gesichte. Auf dem königlichen linken Flügel, der sich gegen die Seeseite aufgestellt hatte, war Hannibal Anführer, auf dem rechten Apollonius, der Hochbetrauten Einer: und schon hatten sie ihren Schiffen die gerade Richtung gegeben. Die Rhodier kamen in einem langen Zuge; das Hauptschiff mit dem Eudamus voran: Chariclitus schloß den Zug, und das Mitteltreffen befehligte Pamphilidas.

Als Eudamus die feindliche Linie gestellt und zum Schlagen bereit sah, steuerte er ebenfalls der Höhe zu, und befahl den nachfolgenden Schiffen, sich eins nach dem andern mit Beachtung der Ordnung zur Reihe aufzustellen. Dies veranlaßte anfangs Verwirrung. Denn er selbst war nicht so weit auf die Höhe ausgelaufen, daß sich die ganze Linie von Schiffen an der Küste hätte ausbreiten können, und aus Eilfertigkeit ging er zu vorschnell bloß mit fünf Schiffen auf den Hannibal ein. Die übrigen folgten ihm nicht, weil sie Befehl hatten, sich in die Linie zu stellen. Für die vom Hintertreffen war an der Küste 443 nicht der mindeste Platz geblieben, und während sich diese durch einander tummelten, war der rechte Flügel schon mit dem Hannibal im Gefechte.

24. Allein im Augenblicke war bei den Rhodiern durch ihre vortrefflichen Schiffe und ihre Erfahrenheit zur See aller Schrecken vorüber. Denn jedes Schiff machte sich schnell auf die See hinaus und gab dadurch dem ihm an die Küste nachfolgenden Platz, und wenn eines mit einem feindlichensi qua concurrerat rostro]. – Ich glaube, daß das Wort rostro in dieses Komma durch ein Versehen gesetzt sei. Es gehört, meine ich, in das folgende, und ich lese so: aut rostro proram lacerabat, aut remos detergebat etc. zusammentraf, so zerstieß es ihm entweder mit dem Schnabel das Vordertheil, oder streifte ihm die Ruder ab, oder lief auf dem freien Durchgange zwischen den Reihen herum und fiel ihm auf das Hintertheil. Nicht ohne großen Schrecken sahen die Königlichen einen ihrer Siebenruderer nach einem einzigen Stoße von einem weit kleineren Rhodischen Schiffe sinken. Also neigte sich der rechte feindliche Flügel offenbar schon zur Flucht. Eudamus auf der Seeseite sah sich, bei seiner großen Überlegenheit in allen übrigen Stücken, dennoch vom Hannibal hauptsächlich durch die Mehrzahl der Schiffe bedrängt, und würde von ihm umringt sein, wären nicht auf das aus seinem Hauptschiffe aufgesteckte Zeichen, auf welches die zerstreute Flotte sich zu sammeln gewohnt war, alle Schiffe, welche auf dem andernquae in dextro cornu vicerant]. – Statt dextro übersetze ich das von Perizonius vorgeschlagene und von Crevier gebilligte altero, weil dextro, wie der Zusammenhang lehrt und alle Herausgeber bemerken, falsch ist. Livius soll hier die Flügel irrig verwechselt haben. Dies ließe sich einräumen, wenn er nicht vier Zeilen vorher in den Worten haud dubio dextrum cornu hostium und eben so am Ende des vorigen Cap. in den Worten iam in dextro cornu adversus Hannibalem deutlich gezeigt hätte, daß er die Flügel richtig unterscheide. So wenig es hier aber heißen darf in dextro cornu, eben so unrecht würde man hier, wie ich glaube, in sinistro sagen. Denn es gab in dieser Schlacht keinen Rhodischen linken Flügel. Eudamus lief mit seinem rechten Flügel nicht weit genug aus, daß die nachfolgenden Schiffe Platz gehabt hätten, einen linken Flügel zu bilden. Nehmen wir auch an, daß etwa Pamphilidas mit dem Centrum noch so viel Raum fand, sich zwischen der Küste und dem Eudamus einzuschieben, so blieb doch für den Chariclitus, der mit dem Nachzuge den linken Flügel hätte ausmachen müssen, nicht Raum genug. Livius sagt ausdrücklich: Extremo agmini loci nihil ad terram relicti erat. Die Rhodier machten zwar durch ihre Gewandheit den Fehler des Eudamus wieder gut: so wie sich die Schiffe einzeln auf der schmalen Gasse zwischen der Küste und den schon aufgestellten Schiffen vornehin drängten, liefen sie gleich aus Mangel an Raum auf die Mitte des – Schlachtfeldes (würde ich sagen, wenn von einem Landtreffen die Rede wäre); in altum celeriter evectae etc., um den einzeln nachkommenden Platz zu machen: locum post se quaeque venienti ad terram, dedere. Diese Nachkommenden gewannen aber darum noch keinen Platz, einen ganzen linken Flügel zu bilden, sondern in einem schmalen Zuge, und einzeln, griffen sie an; si qua concurrerat, proras lacerabat, remos detergebat etc. Da also der ganze linke Flügel zerstreuet blieb, so könnte man auf die Vermuthung kommen, Livius habe geschrieben: naves – – omnes, quae incomposito, incondito, oder inordinato cornu, oder in disperso, in distracto (oder districto) cornu vicerant, oder ein ähnliches Wort, aus welchem die Abschreiber dextro machten. Zu einem solchen disperso, distracto oder districto würden dann die eben voraufgegangenen Worte: signum, quo dispersam classem, in unum colligi mos erat, nicht übel passen. 444 Flügel gesiegt hatten, zu seiner Hülfe herbeigeeilt. Nun nahm auch Hannibal mit den unter ihm stehenden Schiffen die Flucht, und die Rhodier konnten ihn, weil ihre Ruderer großentheils krank und darum früher erschöpft waren, nicht verfolgen. Als sie sich auf der hohen See, wo sie still hielten, mit Speise stärkten, ließ Eudamus, der die Feinde ihre gelähmten und verstümmelten Schiffe im Schlepptaue durch offene Schiffe fortführen und nur mit wenigen über zwanzig unbeschädigten abziehen sah, von einem Bollwerke seines Hauptschiffes Stille gebieten und rief: «Erhebt euch und gönnet euren Augen ein herrliches Schauspiel!» Alle richteten sich auf, und als sie die Verwirrung und Flucht der Feinde gewahr wurden, riefen Alle, wie aus Einem Munde, man müsse sie verfolgen. Das Schiff des Eudamus selbst war durch viele Stöße beschädigt. Er befahl also dem Pamphilidas und Chariclitus, so weit sie es für sicher hielten, nachzusetzen. Eine Zeitlang folgten sie. Als sich aber Hannibal dem Lande näherte, kehrten sie aus Furcht, vom Winde an der feindlichen Küste festgehalten zu werden, zum Eudamus zurück, und schleppten einen genommenen, gleich vom ersten Zusammenstoße durchbohrten Siebenruderer mit Mühe nach Phaselis. Von hier gingen sie nach Rhodus zurück, nicht so voll Freude über ihren Sieg, als mit gegenseitigen Vorwürfen unter einander, daß sie die 445 feindliche Flotte, da es in ihrer Macht gestanden, nicht ganz in den Grund gebohrt oder genommen hätten. Hannibal, ohne sich durch ein einziges mislungenes TreffenIctus uno – – ne tum quidem – – audebat]. – Davon abgesehen, daß Hannibal der Feldherr nicht war, der sich praelio adverso, und noch dazu uno, irre machen ließ, hat überhaupt diese Periode in diesem Zusammenhange wahren Unsinn, wie schon Crevier zeigte. Denn das ne tum quidem stellt die Sache so – – nun folgen Creviers Worte – –: quasi vero clades accepta animos Hannibali facere debuisset ad peragendum inceptum. Crevier fährt fort: Vitium residere videtur in verbo audebat. Und aus diesem audebat hat Herr Döring, meiner Meinung nach sehr glücklich, ambigebat hergestellt: denn das am in ambigebat fiel wegen des am in Lyciam aus, und dann mußte sich der Rest bigebat in audebat verwandeln lassen. Non ambigebat wäre dann in der dem Livius so gewöhnlichen Litotes (wie sein non contemnendus auctor) gerade so viel, als decreverat, certus erat, apud se constitutum habebat. Allein auch so ist die Stelle noch nicht ganz geheilt. Der Mainzer Codex lieset statt ictus, wie Drakenb. anführt: victus. Dies victus kann, wie Drakenb. zeigt, wegen des adverso, nicht die richtige Lesart sein: allein der Mainzer hilft uns doch auch hier auf die Spur. Aus beiden Lesarten, aus ictus und victus, glaube ich, wenn ich auf das Wort uno und auf ne tum quidem Rücksicht nehme, invidus lesen zu müssen. Das l von Hanniba l wurde von dem Mainzer mit dem folgenden ī in dem Worte īuictus verwechselt, so blieb ihm nur victus übrig. Dann blieben die Worte des Livius so, wie ich übersetzt habe – denn Unsinn wollte ich nicht übersetzen –: Hannibal, invictus uno praelio adverso, ne tum quidem praetervehi Lyciam ambigebat, quum etc. abschrecken zu lassen, war auch jetzt noch völlig entschlossen; vor Lycien vorbeizusegeln, weil er sich mit der alten königlichen Flotte möglichst bald zu vereinigen wünschte. DamitEt, id ne ei facere]. – Meiner Meinung nach ist dieses et eine unnütze, hier den nöthigen Gegensatz aufhebende Wiederholung der Endsilbe des vorhergegangenen Wortes cuper et. ihm dies nicht freistehen möchte, schickten die Rhodier den Chariclitus mit zwanzig Schnabelschiffen nach Patara und dem Hafen Megiste. Den Eudamus ließen sie mit sieben der größten Schiffe aus der von ihm bisher befehligten Flotte nach Samos zu den Römern zurückkehren, um sie, so viel er durch seinen Rath und sein Gewicht vermöchte, zu einem Angriffe auf Patara zu bewegen.

25. Den Römern brachte schon früher der Siegesbote, und dann die Ankunft der Rhodier, große Freude: und es war offenbar, wenn jene Sorge den Rhodiern genommen war, so konnten sie unbefangen den Meeren 446 ihrer Gegend Sicherheit gewähren. Allein der Aufbruch des Antiochus von Sardes, der sie einen Überfall der Seestädte fürchten ließ, erlaubte es nicht, Ionien und Äolis ungehütet zu lassen. Also ließen sie nur den Pamphilidas mit vier Deckschiffen zu jener Flotte gehen, welche bei Patara stand.

Antiochus zog nicht allein die Besatzungen aus den Städten in seiner Nähe an sich, sondern er ließ auch an Bithyniens König, Prusias, eine Gesandschaft mit einem Schreiben abgehen, in welchem er den Übergang der Römer nach Asien in heftigen Ausdrücken darstellte. «Sie kämen, alle Königreiche zu vertilgen, damit es nirgendwo in der Welt eine Regierung gebe, außer die Römische. Den Philipp und den Nabis hätten sie bezwungen; auf ihn gingen sie als den Dritten. So wie Jeder auf den Unterdrückten zunächst folge, würden sie, wie eine fortlaufende Feuersbrunst, sie Alle ergreifen. Ihr nächster Schritt von ihm werde nach Bithynien gehen, insofern sich Eumenes schon zur freiwilligen Sklaverei hingegeben habe.» Den Prusias, auf welchen dies Eindruck machte, brachte ein Brief vom Consul, und mehr noch einer von dessen Bruder Africanus, von allem Argwohn dieser Art zurück. Dieser weckte im Prusias den Wunsch, sich um seine Freundschaft verdient zu machen, nicht nur durch Anführung der ununterbrochenen Römischen Gewohnheit, die Majestät der mit ihnen verbündeten Könige durch jede ehrenvolle Auszeichnung zu erhöhen, sondern auch durch Beispiele aus seinem eignen Kreise. «In Spanien habe er kleine Fürsten, die sich in seinen Schutz gegeben hätten, als Könige zurückgelassen. Den Masinissa habe er nicht allein in sein väterliches Reich wieder eingeführt, sondern auch auf den Thron eben des Syphax gesetzt, von dem er vorher vertrieben gewesen sei. Jetzt sei er nicht nur in Africa bei weitem der mächtigste unter den Königen, sondern an Hoheit und Macht jedem Herrscher auf Erden gleich. Den Philipp und Nabis, beide durch Krieg besiegte Feinde, habe Titus Quinctius dennoch in ihren Reichen gelassen. Dem 447 Philipp habe man im vorigen Jahre die Zahlungen erlassen, ihm seinen als Geisel gestellten Prinz wieder zugeschickt, und mit Bewilligung der Römischen Feldherren habe er manche Staten außerhalb Macedonien wieder an sich gebracht. Auch Nabis würde sich immer auf seinem Posten behauptet haben, wenn ihn nicht zuerst seine eigne Tollheit, und nachher die List der Ätoler gestürzt hätten.» Am meisten bestärkte den König in dieser Stimmung die Ankunft des Cajus Livius, welcher vorher als Prätor die Flotte befehligt hatte, jetzt als Gesandter von Rom kam, und ihm aus einander setzte, wie viel gewisser sich der Sieg für die Römer, als für den Antiochus, hoffen lasse, und wie er von den Römern eine weit heiligere und dauerhaftere Freundschaft zu erwarten habe.

26. Antiochus, als ihm die gehoffte Verbindung mit Prusias fehlschlug, brach von Sardes nach Ephesus auf, um die Flotte, die schon seit mehrern Monaten bemannet und segelfertig gestanden hatte, in Augenschein zu nehmen, mehr, weil er einsah, er sei mit seinen Landtruppen einem Römischen Heere, und zwei Scipionen an dessen Spitze, nicht gewachsen, als daß er vom Seekriege an sich selbst entweder je mit Glück Gebrauch gemacht, oder sich viel Großes und Sicheres versprochen hätte. Doch gab seiner Erwartung für jetzt der Umstand einen Ausschlag, daß er gehört hatte, ein großer Theil der Rhodischen Flotte stehe bei Patara und König Eumenes sei mit allen seinen Schiffen dem Consul entgegen nach dem Hellesponte gesegelt: auch machte ihm das einigen Muth, daß es bei Samos geglückt war, durch jene listige Einleitung die Rhodische Flotte zu vernichten. Aus diesen Gründen ließ er den Polyxenidas mit der ganzen Flotte abgehen, um durchaus sein Glück in einer Schlacht zu versuchen; er selbst führte seine Truppen vor Notium. Dies den Colophoniern gehörige Städtchen, das ins Meer hinausliegt, ist vom alten Colophon nicht ganz zweitausend Schritt entfernt; und selbst die Stadt Colophon wünschte er sich eigen zu machen, weil sie so nahe an Ephesus lag, daß Alles, was er zu Lande und zu Wasser vornahm, 448 nicht nur vor den Augen der Colophonier geschah, sondern auch durch sie sogleich den Römern bekannt wurde, die dann, wie er nicht zweifelte, wenn sie von der Belagerung hörten, zum Schutze ihrer verbündeten Stadt mit der Flotte sich von Samos aufmachen würden. Dann werde Polixenidas Gelegenheit haben, einen Streich auszuführen. Er machte also den Angriff auf die Stadt durch Werke, und nachdem er seine Verschanzungen von zwei Seiten zugleich bis zum Meere geleitet hatte, führte er auf beiden Seiten Annäherungshütten nebst einem Damme bis an die Mauer und ließ unter Sturmdächern Widderköpfe anrücken. Von so vielen Übeln bedrohet schickten die Colophonier Gesandte nach Samos, an den Lucius Ämilius und fleheten um den Schutz des Prätors und des Römischen Volks. Ämilius war schon lange über seinen unthätigen Aufenthalt zu Samos verdrießlich, weil er nichts weniger vermuthete, als daß Polixenidas, dem er zweimal eine Schlacht vergeblich geboten hatte, sich jetzt darauf einlassen werde; zugleich hielt er es sich für schimpflich, wenn er sich, indeß die Flotte des Eumenes den Consul beim Übersetzen der Legionen nach Asien unterstütze, durch den Entsatz eines belagerten Colophon fesseln ließe, der noch von ungewissem Erfolge sei. Allein der Rhodier Eudamus, der ihn gegen seinen Wunsch, zum Hellesponte abzugehen, zu Samos festgehalten hatte, und die übrigen Alle drangen in ihn und sagten: «Wie viel besser es für ihn sei, entweder die Bundsgenossen von der Belagerung zu erretten, oder die schon einmal besiegte Flotte noch einmal zu schlagen und den Feind aus dem Besitze des Meers völlig zu vertreiben, als mit Aufopferung der Bundesgenossen, mit Hingebung Asiens zu Lande und zu Wasser an den Antiochus, von dem ihm angewiesenen Schauplatze des Krieges zum Hellesponte abzugehen, wo die Flotte des Eumenes hinreichend sei.»

27. Sie machten sich fertig, von Samos, weil sie ihre Lebensmittel verbraucht hatten, um neue zu holen, nach Chius überzusetzen. Denn dies war die 449 Vorrathskammer der Römer; und alle aus Italien abgegangenen Ladungsschiffe richteten ihren Lauf hieher. Als sie nach ihrer Herumfahrt von der Stadt Samos auf die Rückseite der Insel – diese liegt nordwärts, Chius und Erythrä gegenüber – schon im Übersetzen begriffen waren, meldete ein Brief dem Prätor, auf Chius sei ein großer Vorrath Getreide angekommen, allein die Schiffe mit Weinladungen würden noch vom Sturme zurückgehalten. Zugleich bekam er Nachricht, die Tejer hätten die königliche Flotte reichlich mit Lebensmitteln versorgt und ihr noch fünftausend Krüge Wein versprochen. Er wandte die Flotte mitten aus ihrem Laufe sogleich nach Teos ab, um sich entweder den für die Feinde angeschafften Vorrath von den Tejern gutwillig geben zu lassen, oder sie als Feinde zu behandeln. Schon richteten sie die Vordertheile der Küste zu, als sich in der Nähe von Myonnesus gegen funfzehn Schiffe sehen ließen, auf welche der Prätor anfangs, weil sie seiner Meinung nach von der königlichen Flotte waren, Jagd machen wollte. Nachher zeigte sichs, daß es Jachten und Barken von Seeräubern waren. Sie hatten auf der Küste von Chius geplündert, waren mit Beute aller Art auf dem Rückwege und nahmen, sobald sie auf der Höhe eine Flotte sahen, die Flucht. Sie waren mit ihren leichten und hierzu gebauten Fahrzeugen den Römern nicht nur an Schnelligkeit überlegen, sondern auch dem Lande schon näher. Ehe also die Flotte herankam, retteten sie sich nach Myonnesus. Der Prätor, des Ortes unkundig, folgte ihnen, in der Hoffnung, die Schiffe aus dem Hafen abholen zu können. Myonnesus ist ein Vorgebirge zwischen Teos und SamosInter Teum Samnumque]. – Statt Samumque wollen Glarean und Doujat Lebedumque lesen, weil nach Strabo und Stephanus Myonnesus zwischen Teos und Lebedus lag. Allein Livius giebt ja nur den Ort an, woher und wohin (von Samos nach Teos) die Römer gekommen waren, und zwischen diesen Endpunkten lag Myonnes. Wenn der Geschichtschreiber erzählte: Friedrich zog von Breslau nach Dresden, und zwischen beiden liegt Hochkirchen, muß er dann fürchten, daß ihm der Geograph zurufen werde: Ei, ei: es liegt ja zwischen Bauzen und Löbau? . Der Hügel selbst steigt in Kegelform von einem ziemlich breiten Fuße 450 zu einem spitzen Gipfel auf: von der Landseite läßt er sich auf einem schmalen Pfade ersteigen: vom Meere her sperren ihn Klippen, von den Fluten so ausgespült, daß an einigen Stellen die herüberhangenden Felsen weiter ins Meer hinaustreten, als die darunter haltenden Schiffe. Da es die Römer nicht wagten, sich hier mit ihren Schiffen zu nähern, um den auf den Klippen stehenden Seeräubern nicht in den Schuß zu kommen, so ging ihnen dieser Tag verloren. Gegen die Nacht gaben sie endlich ihr vergebliches Unternehmen auf und landeten am folgenden Tage bei Teos. Der Prätor ließ die Schiffe in dem Hafen stehen, der der Stadt im Rücken liegt – dort nennt man ihn Gerästicus – und schickte Truppen aus, die umliegende Gegend der Stadt zu verheeren.

28. Die Tejer, unter deren Augen die Plünderung geschah, schickten an den Römischen Befehlshaber Gesandte im Aufzuge der Gnadeflehenden. Als diese behaupteten, ihrem State falle keine feindliche Handlung, kein feindliches Wort gegen die Römer, zur Last, hielt er ihnen vor, «daß sie der königlichen Flotte mit Lebensmitteln ausgeholfen und wie viel Wein sie dem Polyxenidas zugesagt hätten. Würden sie der Römischen Flotte dasselbe geben, so wolle er seine Truppen von der Plünderung zurückrufen; wo nicht, sie als Feinde behandeln.» Als die Gesandten diesen traurigen Bescheid zurückbrachten, beriefen die Obrigkeiten das Volk zur Versammlung, um zu überlegen, was sie thun sollten.

Als Polyxenidas hörte – er war gerade an diesem Tage mit der königlichen Flotte von Colophon ausgelaufen – die Römer hatten sich von Samos aufgemacht, hätten bis Myonnesus Seeräuber verfolgt, das Gebiet von Teos geplündert und ihre Schiffe ständen im Hafen Gerästicus, so ging er selbst, Myonnesus gegenüber, an der von den Schiffern Macris genannten Insel in einem verdeckt gelegenen Hafen vor Anker. Bei seinen hier in der Nähe angestellten Spähungen nach dem Verhalten der Feinde machte er sich anfangs große Hoffnung, eben so, wie er bei Samos die Rhodische Flotte durch Besetzung 451 der schmalen Straße am Ausgange des Hafens besiegt habe, auch die Römische zu besiegen. Und der Platz hatte eine ähnliche Lage. Zwei gegen einander tretende Vorgebirge schließen den Hafen so enge, daß hier kaum zwei Schiffe zugleich auslaufen können. Polyxenidas nahm sich vor, in der Nacht den Eingang zu besetzen, an jedem Vorgebirge zehn Schiffe aufzustellen, welche von beiden Landspitzen die auslaufenden Schiffe in der Flanke angreifen sollten, die Truppen der übrigen Flotte so, wie er bei Panormus gethan hatte, an die Küste auszusetzen und die Feinde zu Lande und zu Wasser zugleich zu überflügeln. Sein Plan würde nicht fehlgeschlagen sein, wären nicht die Römer, als sich die Tejer zu den Lieferungen bereit erklärten, um die Vorräthe in Empfang zu nehmen, mit ihrer Flotte lieber in den andern Hafen herumgegangen, der vor der Stadt liegt. Auch soll der Rhodier Eudamus dem Prätor die nachtheilige Lage jenes Hafens bemerklich gemacht haben, als sich zufällig zwei Schiffe in der engen Mündung so in einander verwickelten, daß sie die Ruder zerbrachen. Unter andern war für den Prätor auch dies ein Grund zur Verlegung der Flotte, daß ihm dort das feste Land gefährlich wurde, wo Antiochus mit seinem Lager in der Nähe stand.

29. Ohne das Mindeste zu ahnen, waren Soldaten und Schiffer, als sie die Flotte nach der Stadt herumgeführt hatten, ans Land gegangen, um die Vorräthe und hauptsächlich den Wein auf die Schiffe zu vertheilen; da meldete gerade um Mittag ein Landmann, den man vor den Prätor brachte: «Bei der Insel Macris stehe schon in den zweiten Tag eine Flotte, und kurz vorher habe er einige Schiffe Bewegungen machen sehen, als wollten sie auslaufen.» Der Prätor, durch die unerwartete Anzeige betroffen, ließ die Trompeter das Zeichen geben, daß die etwa auf dem Lande Zerstreuten zurückkommen sollten; die Obersten schickte er in die Stadt, um die Soldaten und Seeleute an Bord zu bringen. Nicht anders, als bei einer plötzlichen Feuersbrunst oder bei Erstürmung einer Stadt, stürzten Alle durch einander, weil die Einen 452 in die Stadt liefen, ihre Cameraden herauszurufen, die Andern aus der Stadt nach den Schiffen zurückrannten: Verwirrung kam durch das viele unverständliche Geschrei, zwischen dem die Trompeten durchschmetterten, Verwirrung selbst in die Befehle, doch strömte endlich Alles bei den Schiffen zusammen. Aber kaum konnte Jeder das seinige herausfinden oder vor Getümmel hinankommen; und die Verwirrung würde auf der See und auf der Küste gleich gefährlich geworden sein, wären nicht Ämilius und Eudamus, durch Theilung der Geschäfte unter sich, jener zuerst mit dem Hauptschiffe aus dem Hafen auf die Höhe ausgelaufen, wo er die nachfolgenden in Empfang nahm und jedes auf seinen Platz zur Schlachtreihe aufstellte; dieser mit der Rhodischen Flotte an der Küste stehen geblieben, damit die Leute sich ohne Unordnung einschiffen und alle Schiffe, so wie sie einzeln fertig waren, auslaufen konnten. So breiteten sich nicht nur die ersten unter des Prätors Augen in Linie aus, sondern auch die Rhodier schlossen sich als Hintertreffen an, und die Linie rückte geordnet, gleich als sähe sie die königliche Flotte vor sich, auf die Höhe vor. Sie waren zwischen Myonnesus und dem Vorgebirge Corycus, als sie den Feind erblickten. Auch die königliche Flotte, die in einem langen Zuge von zwei Gliedern herankam, breitete sich ebenfalls gegenüber in Linie aus, und dehnte ihren linken Flügel so lang, daß sie den rechten Flügel der Römer umfassen und umgehen konnte. Als Eudamus, der den Schluß des Zuges machte, gewahr wurde, daß die Römer nicht gleiche Linie halten könnten und beinahe schon auf ihrem rechten Flügel umgangen würden, so eilte er mit seinen Schiffen herbei – die Rhodischen aber waren bei weitem unter allen die schnellsten in der ganzen Flotte – und als er die Flügellänge ausgeglichen hatte, stellte er dem feindlichen Hauptschiffe, auf welchem Polyxenidas war, sein eignes entgegen.

30. Schon waren die ganzen Flotten auf allen Punkten zugleich mit einander im Gefechte. Auf Römischer Seite fochten achtzig Schiffe, worunter zweiundzwanzig Rhodische 453 waren. Die Flotte der Feinde bestand aus neunundachtzig Schiffen und hatte vom größten Baue drei Sechsruderer, zwei Siebenruderer. An Haltbarkeit der Schiffe und Tapferkeit der Fechtenden waren die Römer den königlichen weit überlegen, und die Rhodischen Schiffe an Schnelligkeit, an Geschicklichkeit ihrer Steuerleute und Fertigkeit der Ruderer. Doch hauptsächlich waren die Schiffe den Feinden furchtbar, welche Feuer vor sich her trugen; und was bei Panormus für die umringten Rhodier das einzige Rettungsmittel gewesen war, das gab auch jetzt den größten Ausschlag zum Siege. Denn wenn die königlichen Schiffe aus Furcht vor dem ihnen entgegen segelnden Feuer dem Zusammentreffen mit dem Vordertheil auswichen, so konnten sie selbst dem feindlichen Schiffe keinen Schnabelstoß geben und boten sich von der Seite den Stößen des andern dar. Ließ sich Eins mit dem Feinde ein, so wurde es mit eingeschüttetem Feuer überströmt; und sie waren bei dem Brande in größerer Verlegenheit, als im Kampfe. Am meisten wirkte indeß, wie gewöhnlich bei Schlachten, die Tapferkeit der Truppen. Denn als die Römer die Linie der Feinde in der Mitte durchbrochen hatten, warfen sie sich mit einer Schwenkung den gegen die Rhodier fechtenden königlichen Schiffen in den Rücken, und im Augenblicke waren nicht allein die Schiffe im Mitteltreffen des Antiochus, sondern auch die auf seinem linken Flügel umringten, zu Grunde gerichtet. Die noch unversehrten auf dem rechten schreckte mehr die Niederlage ihrer Mitstreiter, als eigne Gefahr: indeß als sie die übrigen besiegt, und das Hauptschiff des Polyxenidas, der seine Schlachtgenossen im Stiche ließ, davon segeln sahen, steckten sie eiligst die kleinen Segel auf – und zur Fahrt nach Ephesus hatten sie günstigen Wind – und nahmen die Flucht, nachdem sie in dieser Schlacht zweiundvierzig Schiffe verloren hatten, worunter dreizehn genommene den Feinden in die Hände fielen, und die übrigen verbrannt oder gesunken waren. Der Römischen Schiffe waren zwei zertrümmert, mehrere beschädigt. Ein Rhodisches Schiff wurde durch einen merkwürdigen Zufall genommen. Denn als es 454 mit seinem Schnabel ein Sidonisches Schiff durchbohrte, flog durch den Stoß der Anker aus seinem Schiffe und klammerte mit seinem krummen Zahne das Vordertheil des andern so fest, als wäre ihm ein eiserner Enterhaken angeworfen; und als die Rhodier, dadurch in Schrecken, um sich von dem feindlichen loszureißen, mit ihrem Schiffe rückwärts ruderten, streifte diesem das langgezogene und sich in die Ruder verwickelnde Ankertau die eine Seite ab: so verstümmelt wurde es von eben dem Schiffe genommen, welches auf den Schnabelstoß an ihm hangen geblieben war. So etwa wurde die Seeschlacht bei Myonnesus geliefert.

31. Hiedurch geschreckt gab Antiochus, welcher jetzt um den Besitz des Meeres gebracht, sich nicht getrauete, entfernte Plätze behaupten zu können, den Befehl, die Besatzung zu Lysimachien, damit sie nicht dort von den Römern gefangen genommen würde, abzuführen; eine, wie sich später aus der Sache selbst ergab, verkehrte Maßregel. Denn nicht allein das war leicht, daß sich Lysimachien gegen den ersten Angriff der Römer behauptete, sondern auch, daß es den ganzen Winter über eine Belagerung aushielt, die Belagerer selbst durch das lange Hinhalten auf den äußersten Mangel brachte; und während deß konnte man, wenn sich die Umstande boten, neue Friedensversuche einleiten. Und nicht bloß Lysimachien gab er nach dieser unglücklichen Seeschlacht den Feinden preis, sondern hob auch die Belagerung von Colophon auf, ging zurück nach Sardes und schickte von hier nach Cappadocien an den Ariarathes, um Hülfsvölker abholen zu lassen, und wohin er sonst konnte, um Truppen zusammenzubringen; nur noch auf den einzigen Gedanken gerichtet, eine entscheidende Schlacht zu liefern.

Ämilius Regillus, der nach seinem Seesiege gegen Ephesus segelte, stellte seine Schiffe vor dem Hafen in Linie, und als er den Feinden das offenbare Geständniß, daß sie das Meer ihm räumten, abgezwungen hatte, schiffte er nach Chius, wohin von Samos aus seine Richtung schon vor der Seeschlacht gegangen war. Als er hier die 455 im Treffen beschädigten Schiffe ausgebessert hatte, schickte er den Lucius Ämilius Scaurus mit dreißig Schiffen nach dem Hellesponte, um das Heer überzusetzen: die Rhodischen Schiffe, die er mit einem Theile der Beute und mit Ehrenzeichen vom Seesiege beschenkte, sollten nach Hause gehen. Rasch kamen ihm die Rhodier zuvor, segelten hin, um die Truppen des Consuls überzusetzen, und als sie auch diesen Dienst geleistet hatten, dann erst kehrten sie nach Rhodus zurück. Die Römische Flotte ging von Chius nach Phocäa über. Diese Stadt liegt tief in einer Bucht am Meere: sie dehnt sich in die Länge. Die Mauer hat einen Umfang von zweitausend fünfhundert Schritten, dann zieht sie sich von beiden Seiten gleichsam in einen engeren Keil zusammen, welcher dort die Leuchte (Lampter) heißt. Hier beträgt die Breite tausendzweihundert Schritte. Eine Landzunge, die von hier ab tausend Schritte weit ins Meer ausläuft, durchschneidet den Meerbusen ungefähr in der Mitte wie ein Strich; wo sie mit der schmalen Landenge zusammenhängt, hat sie zwei sehr sichere, nach beiden Himmelsgegenden sehende Hafen. Den gegen Mittag nennen sie dort von der Sache selbst den Schiffstand (Naustathmos), weil er eine große Menge Schiffe faßt; der andre liegt dicht neben der Leuchte.

32. Als die Römische Flotte diese beiden äußerst sichern Hafen besetzt hatte, fand der Prätor für gut, ehe er die Mauern mit Sturmleitern oder durch Werke angriffe, einige hingehen zu lassen, um die Stimmung der Vornehmsten und der Obrigkeiten zu erfahren. Als er sie zum Widerstande entschlossen fand, fing er die Bestürmung auf zwei Stellen zugleich an. Der eine Theil der Stadt hatte nur wenig Wohnhäuser; die Göttertempel nahmen einen bedeutenden Raum ein: hier machte er den Anfang, mit dem angebrachten Sturmbocke Mauern und Thürme einzustoßen: nachher, als sich hier die Menge zur Vertheidigung aufstellte, ließ er den Mauerbrecher auch gegen den andern Theil anrücken: und schon wurden an beiden Stellen die Mauern niedergestreckt. Als bei ihrem Sturze die Römischen Soldaten selbst über die am Boden liegenden 456 Trümmer eindringen wollten, einige auch auf Leitern zu den Mauern hinanzusteigen suchten, leisteten die Bürger einen so hartnäckigen Widerstand, daß man deutlich sah, sie fanden größern Schutz in ihren Waffen und in ihrer Tapferkeit, als an ihren Mauern. Die Gefahr seiner Leute, die er jetzt bei ihrer Dreistigkeit einem vor Verzweiflung und Wuth rasenden Feinde nicht bloßstellen wollte, zwang den Prätor, zum Rückzuge blasen zu lassen. Auch jetzt nach aufgehobenem Kampfe dachten die Feinde nicht an Ruhe, sondern von allen Seiten liefen Alle zusammen, um die durch den Einsturz verursachten Lücken wieder zuzumauern und zu verrammen. Noch waren sie bei dieser Arbeit, als Quintus Antonius dazukam, der ihnen, vom Prätor abgeschickt, ihre Hartnäckigkeit verweisen und sie überzeugen sollte, «Daß die Römer mehr dafür sorgten, als sie selbst, den Kampf nicht zum Verderben der Stadt gereichen zu lassen. Wenn sie von ihrer Wuth ablassen wollten, so wolle er ihnen die Übergabe unter denselben Bedingungen zugestehen, auf die sie sich vormals in den Schutz des Cajus Livius gegeben hätten.» Als sie dies hörten, ließen sie sich fünf Tage Bedenkzeit geben, suchten während derselben beim Antiochus Hülfe, und als die an den König abgegangenen Gesandten ihnen meldeten, von ihm sei kein Beistand zu hoffen; da erst öffneten sie, unter der Bedingung, nicht als Feinde behandelt zu werden, ihre Thore. Obgleich der Prätor beim Einrücken in die Stadt bekannt gemacht hatte, er wolle der Bürger, weil sie sich ergeben hätten, schonen, so entstand doch von allen Seiten ein Geschrei: «Es sei unerhört, daß die Phocäer, diese niemals treuen Bundesgenossen, diese immer erbitterten Feinde, ihnen ungestraft entkommen sollten.» Und mit diesen Worten, gleich als habe der Prätor das Zeichen gegeben, zerstreuten sich die Soldaten durch die ganze Stadt zur Plünderung. Anfangs trat ihnen Ämilius in den Weg und rief sie mit den Worten um: «Erstürmte Städte plündere man, nicht aber übergebene; und selbst bei jenen hänge das von der Willkür des Feldherrn, nicht der Soldaten, ab.» Als ihnen aber Rache und Habsucht 457 mehr galten, als Feldherrnbefehl, ließ er durch in der Stadt herumgeschickte Herolde alle Freigebornen, um sie nicht mishandeln zu lassen, zu sich entbieten; und in Allem, was von ihm abhing, hielt ihnen der Prätor sein Wort. Er gab ihnen ihre Stadt, ihre Ländereien, ihre Gesetze wieder, und weil der Winter schon nahete, wählte er die Häfen von Phocäa, um hier mit der Flotte zu überwintern.

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