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Roman eines jungen Mannes

Klabund: Roman eines jungen Mannes - Kapitel 37
Quellenangabe
typefiction
authorKlabund
titleRoman eines jungen Mannes
publisherElfenbein Verlag, Heidelberg
seriesWerke in acht Bänden
volume2
pages117-262
printrunErste Auflage
editorChristian v. Zimmermann
year1999
isbn3-932245-12-1
firstpub1924
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060221
projectid177bfec2
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XXXVII

»Ehe ich sterbe, will ich noch meinen Leichnam waschen und einbalsamieren«, sagte Josua.

Er kaufte sich eine große Flasche Eau de Cologne, eine Flasche Kanadolin für die Haare, einen Karton Lilienmilchseife sowie Dantes Göttliche Komödie und ging in das Türkenbad.

Die Badedienerin war ein scheußliches Weib mit einer moosigen Flechte mitten auf der Stirn und einem Grinsen nach dem Sofa hin.

Er badete sorgfältig, nahm eine kalte Dusche, begoß sich von oben bis unten mit Eau de Cologne und legte sich aufatmend auf den Diwan, um in der Göttlichen Komödie zu lesen.

Beim Anziehen zerbrach ihm der Kragenknopf.

Er klingelte der alten Vettel.

»Haben Sie vielleicht einen Kragenknopf?«

Sie schlurfte davon und im Moment zurück.

Ihr zahnloser, fauler Mund verzog sich höhnisch in die Breite – als sie ihm einen grauweißen unansehnlichen Kragenknopf überreichte und wieder hinter der Tür verschwand, noch in das Zimmer zurückbrummelnd:

»Es ist mein letzter ...«

Er wollte den Kragenknopf eben anlegen, als er noch einen Blick darauf warf.

Es war ein schmutziger, karöser, menschlicher Zahn.

Des alten Weibes letzter Zahn.

Und ihr eben ausgefallen.

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