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Detlev Freiherr von Liliencron: Roggen und Weizen - Kapitel 18
Quellenangabe
typenovelette
booktitleSämtliche Werke Band IV
authorDetlev von Liliencron
yearca. 1904
publisherSchuster & Loeffler
addressBerlin und Leipzig
titleRoggen und Weizen
pages1-244
created20030306
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1900
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Pett Di man nich up'n Slips, Johann

Ich stehe am Eingange eines weitläufigen Eisenbahngebäudes. In meiner Nähe sind unbeschäftigte Kofferträger, Arbeiter, Droschkenkutscher, ein Straßenbahnführer, ein schwarzgesichtiger Schlosserlehrling mit seinem Werkzeug in der linken, ein alter krummbeiniger, über und über bekleckster Maurergeselle um einen Wagenschieber versammelt. Auch einige Steinbrücker (Pflastersteinrammer), die grade Pausen machen, treten heran. Der Wagenschieber erzählt eine mordsmäßig grausige Geschichte. Alles horcht gespannt. Er bramarbasiert und übertreibt augenscheinlich außerordentlich. Ich trete unbemerkt näher und näher. Er erzählt von seinen Heldentaten bei Sedan. Nun hör ich: »Ick har Napolium all in de Hand. Da käm up'n groten gelen Hingst Marx Morian (Mac Mahon) anjogt, und seggt to mi (he sprek nämlich hochdütsch): Wüst Du wull denn hogen Herrn sufrieden lassen. »Wat, segg ick to Marx Morian« (und der Erzähler hebt drohend die rechte Faust), »Du wiss' mi wat wisen . . .« Da sagt plötzlich trocken einer der Umstehenden, ihm auf die Schulter klopfend: »Pett Di man nich up'n Slips, Johann«. Der Wagenschieber schweigt, sieht den Unterbrecher dumm an . . . und der ganze Kreis lacht aus vollem Halse. Und die große Schalltrommel des Tages dröhnt, und Alle gehen wieder, immer noch lachend, an die Arbeit.

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