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Helene Nostitz: Rodin - Kapitel 4
Quellenangabe
typeessay
booktitleRodin
authorHelene Nostitz
year1927
firstpub1927
publisherWolfgang Jess
addressDresden
titleRodin
pages106
created20151127
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Die Ellipse

An demselben Tage, an dem er die Gruppen Michel Angelos skizzierte, versuchte Rodin, mich auch in das Geheimnis der Bewegung und der Linie einzuweihn. »Die natürliche Bewegung der Körper«, sagte 23 er, »entspricht dem Gang der Gestirne, die eine vorgezeichnete Ellipse durchlaufen. Die Gestalten Raphaels z. B. bewegen sich in der halben Ellipse, das ist die klassische Linie.« Und nun zeichnete er nebeneinander drei Figuren, die ganz dieser Linie folgen. »Michel Angelo hat dann die halbe Ellipse gesprengt und eine neue, zweite Bewegung geschaffen«: hier zeichnete er den einen Sklaven vom Grabmal Julius' II. »Ich aber habe eine dritte Bewegung hinzugefügt: das Dreieck, in das ich z. B. die Gruppe des ›baiser‹ hinein komponiert habe. Alle diese Abweichungen müssen aber immer wieder sich in die große, grundlegende Kurve der ganzen Ellipse einordnen und sich ihrem Rhythmus unterwerfen.« 24

 

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