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Roda Roda und die vierzig Schurken

Alexander Roda Roda: Roda Roda und die vierzig Schurken - Kapitel 82
Quellenangabe
typemisc
authorAlexander Roda Roda
titleRoda Roda und die vierzig Schurken
publisherPaul Zsolnay Verlag
year1932
firstpub1932
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160111
projectid6d74c599
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Brief an die Filmdiva
Timofej Borisowitsch Bulgakoff an Ady Susa

Sehr geehrte Freilein,

mein Diener gibt Ihnen dieses Brief als Zeichnung von grenzlose Frehrung eines Unbekannte. Unten vor Ihr Haus steht Auto, schönstes was ich hab können finden in ganzem Stadt, für zu Ihre Disposition, daß Sie mir mechten Gnade erweisen es zu annehmen. Mechte Ihnen liebsten ganze Erde legen vor Ihr Fißlein.

Bin aus alter Geschlechte, Fürst. Sowjet hat Landgiter genommen, aber berihmte Schmuckfamilie Bulgakoff ist gerettet, große Diamante, auch etwas Rubine, Saphire, Perle, wofon nun lebe ohne Not. Dies ich schreibe nur wegen Schofför und Diener: Schofför und Diener Kinder von alte Leibeigene von meine Ältern haben in sich sklavische Blut werden Ihnen, follprächtige Ady Susa dienen ganzen Leben als Sklaven wie haben die seine Ältern gedient die meine Ältern ganzes Leben.

Iberhaup angebetene Ady Susa! Was ich kann machen Ihre Gefalle ich mache nur für Ihren Blick ich ferlange nicht mehr als zu wissen Ihnen in Glück, nichts für mich mehr als diese Wisse, es genügt. Wann mir mechten Wort schenken schon sei zu fiel. Ich zittere for Wonne zu sein auf weiße Welt in dieselbem Zeit mit Ihnen, daß ich Sie kann sehen, wenn nur von fern.

– – – So angebetene Frälein ich Ihnen nur habe geschreibt, damit Sie ferwöhnte von fünf Kontinente nicht Brief wegwerfen, sondern neugierig lesen was will von Ihnen Fürst, was kann schenken Auto und zwei Sklaven. – Nichts will Fürst als paar Worte Gehörung.

Also daß Sie weiß ich bin kein Fürst, leider, bin nur junger Student, ärmster Mann auf Erde. Mein Vater war Polizist, Mutter Wäscherin. Bin erst halb Jahr hier in diese Lande. Habe drei große Feler und drei kleine, drei große sind: daß ich bin Bettler, Kranker, Heßlicher. Kleinere Feier: bin Mensch ohne Tat, überdruß von Dasein und Fantast foll Sensuchte.

Sitze in Kino vor Leinwand mit meine Armut, Krankheit, heßlich mutlos, aber auch mit aller Fantasie und Ferlangen nach große schöne Welt und wirklich was ich kann nie haben in Wahr ich koste in Einbildung in Kino: Verkehrung in Salon, in Luxus, mit gutefeine schöne gewaschte, riechende Menschen aus feinste Kreis ohne eine Sorge, for allem mit Ihnen angebetene Ady ich spreche täglich sehe täglich, Sie mich großfreindlich anblinken, kommen neher, schauen mir in Auge groß, für mich weinen, lachen, sind in Herrschaft Garten mit mir, ich liebe Sie heftig mit Leidenschaft ohne Maßse! Sage Ihnen täglich, wie ich Sie liebe, hören Sie mich nicht??

Das ist eine Ady Susa, die in Kino.

O es gibt auch andre ich weiß die lebt. Sie nichtwissen, aber ich bin jede Abend for Ihre Fenstern wenn Sie kommen mit fremdem Herr. es sind zwei Herre jezt, eine ist älter, scheinwahrlich der offiziell Frehrer, einer seltener fielleicht heimlich kommt. Auch noch dritter Herr ist gewesen, Regissör von Kino, aber jez nicht mehr, ist ferschwunden aus Ihre Gesicht.

Sie scheinwarlich sind Wirklichkeit schwingende Frau zwischen Leben bißchen leichtsinnhaft freudig genießen was kommt ohne fiel denken, bißchen launig ohne tiefste Grund. Auch möglich sind nur, ich kann nicht ausdrücken deutsch, in Warschau sie sagen Grimasnitza zu solche Frau. Mag sein aber ich das nicht achte für mich bleiben immer Gettin von Leinwand was täglich mir gehört von Leinwand, was weint, lacht, fein redet, küßt mit huld und ewig schön.

Ady Susa, ich bin arm, sehr über druß von meine Armheit und heßlichsein. Ich habe Sattheit Kampfes um Brot und niedrige Bedarf, mir nicht mehr Genüge nur Kinofantasie.

Ich will jez machen Ende. Ich sich heute erschieße.

Pistole ist schon geladet. Für eine Stunde, wenn Sie dieses Brief lesen ich bin tod.

Aber angebetene Ady Susa! ich Ihnen noch heute biete zum danken für erweiste Fantasiegüte ganz ganz kleinen Geschenk wie kann machen so armer Bettler nur winziges Suwenir:

Ich werde Ihre Bild legen über mein Herz bei Erschießen und schieße durch Ihre Bild mein Herz.

Ihr Manager ist geschickter Mensch. Wird daraus machen bißchen Reklame für meine angebetene Ady, wird stehen in abend Blätter, daß sich hat erschießt russischer Mann für gargroße Liebe zu Ady.

Werde sterben als Fürst für Ady, weil ich nicht konnte fürsthaft für Ihr Leben.

Ganz kleine Suwenir für Ady von arme heßliche Ruße

Timofej B. Bulgakoff

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