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Roda Roda und die vierzig Schurken

Alexander Roda Roda: Roda Roda und die vierzig Schurken - Kapitel 5
Quellenangabe
typemisc
authorAlexander Roda Roda
titleRoda Roda und die vierzig Schurken
publisherPaul Zsolnay Verlag
year1932
firstpub1932
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160111
projectid6d74c599
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Liebe in der Ehe

Nie hat, soweit die arabische Zunge klingt, ein glücklicherer Ehemann gelebt als Hassan ibni Muhammed, bin Idris, bin Abbas, bin Osman, bin Beker vom Stamme der Fezzaru, den man später kurzweg Imam'i Beker nannte. Er hatte ein Mädchen gefreit vom Geschlecht der Abd-el-Menaf – ein Mädchen, dessen Schönheit sich nur dem Gatten offenbarte, ein Mädchen, dessen Güte vier Himmelswinde priesen.

Einst war Imam'i Beker ermüdet von weiter Reise heimgekehrt und sagte zu seiner Frau:

»Teuerste, ich möchte schlafen. Sorg, daß man mich nicht störe!«

»Streck dich,« sprach sie, »Teuerster, auf deinem Lager aus – ich werde mich auf einen Schemel vor deine Tür setzen, um deinen Schlummer zu behüten.«

Sprachs und tat es.

Ihn aber duldete es nicht im Bett, da er die geliebte Gattin auf der Schwelle wußte.

Er trat vor die Tür und bat:

»Süße, du sollst nicht die lange, kalte Nacht vor meiner Tür durchwachen. Komm in unser Bett und ruh gleich mir!«

»Süßer, mir ziemt, hier draußen zu bleiben und acht zu haben, daß man dich nicht wecke.«

Gerührt von so viel Güte, rief Imam'i Beker:

»Gut denn, Herzliebste – da deine Sanftmut auf ihrem Willen beharrt: so mach mir ein wenig Platz auf deinem Schemelchen, und ich will mit dir wachen.«

Und saßen beide bis zum Morgen mucksmäuschenstill vor Imam'i Bekers Tür.

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