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Roda Roda und die vierzig Schurken

Alexander Roda Roda: Roda Roda und die vierzig Schurken - Kapitel 146
Quellenangabe
typemisc
authorAlexander Roda Roda
titleRoda Roda und die vierzig Schurken
publisherPaul Zsolnay Verlag
year1932
firstpub1932
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160111
projectid6d74c599
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Mein Wunsch seit Jahren

Sie werden lachen, wenn Sie hören, was ich mir viele Jahre wünsche, vielleicht seit meinen Knabenzeiten schon – und Sie fragen verwundert: warum ich mir den lächerlich geringen Wunsch nicht eh und je erfüllt habe?

Hat aber seine guten Gründe: das Ding nämlich, das ich mir so sehr wünsche, ist ganz und gar unnütz.

Ich wünsche mir – schütteln Sie nicht den Kopf, bitte! – ein kleines Linealchen, spannlang, von Metall, mit Millimetereinteilung.

Das Linealchen muß ganz gerade sein. Denn was soll mir ein ungerades? Krumme Striche kann ich aus freier Hand ziehen, ohne Lineal.

Und an einem Ende soll das Lineal ein Löchelchen haben, damit man es an die Wand hängen kann oder sonstwohin an einen Nagel, wenn man es nicht braucht, Ich werde es ja doch nie brauchen; dann soll es nicht müßig umherliegen.

Und die Millimeter der Skala sollen alle ganz gleich sein – nicht einer länger, der andre wieder kürzer – das wär kein richtiger Maßstab, den man brauchen kann – der Dümmste sieht es ein. – Und neben einander sollen die Millimeter liegen, alle zweihundert – nicht einer dort, der andre hier – damit wäre mir nicht gedient.

Und von Metall muß das Linealchen sein – denn Holz wird mit der Zeit morsch – und ich möchte nicht am Ende im Alter ohne bleiben, wenn ich mir schon seit Kinderzeiten ein Linealchen so mühsam gewünscht habe.

Was ich mit dem Linealchen beginnen werde, weiß ich ganz und gar nicht. Wo, frag ich, kommt unsereins je in die Lage?

Darum wünsche ich mir das Linealchen auch nur so – für alle Fälle.

Ganz anders, wären die Millimeter ausgefranst: dann würde ich mich mit dem Linealchen kämmen.

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