Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Alexander Roda Roda >

Roda Roda und die vierzig Schurken

Alexander Roda Roda: Roda Roda und die vierzig Schurken - Kapitel 132
Quellenangabe
typemisc
authorAlexander Roda Roda
titleRoda Roda und die vierzig Schurken
publisherPaul Zsolnay Verlag
year1932
firstpub1932
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160111
projectid6d74c599
Schließen

Navigation:

Holzhandel

Der Sägemüller von der Errestferschen Säge brauchte ein paar schöne Lärchen, so ein zwanzig, dreißig Stück. Da wollt er es wieder einmal mit Jürri Täkk versuchen aus Kiwwikülla.

Leicht, das wußte er, wird es nicht gehen. Denn Jürri Täkk hatte neunundvierzigmal in sieben Wochen geschworen:

»Wenn Sächmüller ssu mir gommt, Errestfersche Und, peiß ich heher ins Kras, hals taß ich ihn laß mit peide Hohren zu Aus jehn.«

Immerhin – leben muß man nicht, doch sägen muß man. Der Müller ging nach Kiwwikülla, setzte sich in den Krug und wartet auf Täkk.

Täkk kam, wandte sich sofort scharf um und setzte sich in die andre Ecke; knurrte, drohte mit der Faust und machte rauflustige Augen.

Der Sägemüller aber sprach:

»Nu, sitz nich ta wie peeses Dier – sach lieber, hob tu fillst machen Jeschäft mit mir und mir vergaufen baar Lärchenstämme.«

»Jeh bei Hihners!« höhnte Täkk. »Ich – vergaufen? Tir?«

»Mir oder handern – paar Jeld is Jeld. Ich ssahl swanssig Rubel für Waden, wenn ich tarf Stämme aussuchen.«

Zwanzig Rubel der Faden – verflucht, verflucht! Sonst kriegt man nur acht Rubel, acht fünfzig, höchstens neun ... Ta is sicher fieder Petrug tapei.

»Nu, Kümmelnaps gannst schonst mit mir drinken, Täkk?«

Sie setzten sich zusammen.

Als sie ein Glas getrunken hatten, begann Täkk ganz von selber:

»Ssahlst swanssig Rubel fir Waden?«

»Ssahl schonst, fann ich selbstich tarf Stämme aussuchen.«

»Tarfst schon scheenste aussuchen.«

»Ist mein Sach, hob ich scheenste nemm hoder nich.«

»Nu, nu, Sächmüller, nicht kleich krob ferden! At tir niemand nichts jetan.«

Sie wurden handelseins: zwanzig Rubel der Faden – zwanzig Stämme nach des Sägemüllers Wahl.

Dann tranken sie.

»Nu, Täkk,« sagte der Sägemüller, »jetzt saahl fieder tu Naps. Wott Jeschäft, fas tu ast jemacht!«

Gut, der Bauer zahlte Schnaps.

Sie tranken und tranken – da sagte der Sägemüller:

»Halso, ör ssu, Täkk: ich prauch noch swanssig Stämm.«

»Ssu swanssig Rubel ...?«

»Nein, Täkk, son Dojahn far ich nur heinmal. Ab ich tir heinmal swanssig Rubel für Waden jessahlt, gannst tu mir handre swanssig Stamm fir winf Rubel lassen.«

»Meintswejen,« sagte Täkk, »feil tu pist halter Wreind.«

»Haberst Stämme tarf ich mir aussuchen.«

»Tarfst – hin Teiwels Namen.«

Sie gingen in den Wald. Der Sägemüller zeichnete zwanzig Bäume an und sagte:

»Wott, tas sind die ssu winf Rubel ter Waden.«

Es waren aber die stärksten Lärchen im Wald, jede gut ihre dreiviertel Faden Holz. Fünfzehn Faden zu fünf Rubel.

Und dann sagte der Sägemüller:

»Nu scheen, jetzt gommen Stämme ssu swanssig Rubel ter Waden.«

Und zeichnete zwanzig armselige, fingerdicke Staketen von Stämmchen an, von denen zwanzig zusammen erst einen viertel Faden machten. Ein viertel Faden – der Faden zu zwanzig Rubel.

Nein, mit dem Sägemüller von Errestfer hat der Kiwwiküllsche nie wieder gehandelt.

 << Kapitel 131  Kapitel 133 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.