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Roda Roda und die vierzig Schurken

Alexander Roda Roda: Roda Roda und die vierzig Schurken - Kapitel 118
Quellenangabe
typemisc
authorAlexander Roda Roda
titleRoda Roda und die vierzig Schurken
publisherPaul Zsolnay Verlag
year1932
firstpub1932
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160111
projectid6d74c599
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Hausaufgaben

Des Kindes Wohltat

München, Donnerstag, 3.

Schülerinnen, erzelet eine gute Tat was ihr begangen habt, aber hübsch ausfierlich.

Also meine gute Tat das war so.

Wie wier noch an der Monsalvatstraße wonten war daneben uns ein laden mit einem sehr armen Jungen drin, der Laden war Gemiese Kohle, Holz, Frau Ernemann, der Junge sehr arm Gotlip, er hatte lauter lumpen.

Wir schpilten immer große Kugel in ein loch zu tun, wer ferliert zalt 1 Pf. Ich konnte fil besser, ich war zwei Jahr elter und kreftig als Gotlip, er war sehr schwach, ich gewann immer, einmal ein tag 7 Pfennig. Da hatte gotlip kein geld Meer für weiterschpilen, sagte, warte ich gee in mutters Laden mir etfas Geld hohlen du mußt sie rufen Frau Ernemann komen sie mal raus, damit Mutter nicht siet wie ich etfas Geld hohle. Also ich rief Frau Ernemann komen sie mal raus, sie komte und frakte was wilstu kleines Mädchen, ich sagte o nickts nur so, unterdessen hohlte sich gotlip noch etfas geld aus der Tischublade 5 Pfennig, die arme Frau hade nickt Meer und wir schpilten wider Kugel ins loch zu tun sehr frelich. Aber gotlip ferlor wider un war mir schon 1 Pf. schuldig. Er sagte ich hab nickts. ich sagte gee, gee, hohle wider? Er sagte gans traurig. Mutter hat nickt Meer, da hatte ich Hertsliches mittleid mit dem kleinen Jung das er nickt zahlen kann und ich sagte wenn du mir erlaups dir eine herunter zu hauen, brauckstu mir nicht zalen, er erlaupte also hab ich im eine herunter gehauen, aber zalen brauchte der arme junge mir nickt. Das war meine gute tat was ich hab erwisen.

Des Kindes Enttäuschung

3. Dezember.

Schülerinnen, selbs ihr in euerm jungen Leben habt einmal eine herbe Enteuschung erlitten, beschreibet Sie!

Meine herbe Enteuschung war so.

Einmal am Morgen sagt Mutter ich weiß nicht ich frestele. ach was sagt der Vater es wird eine von deinen Einbildungen sein ich kenne dieses. Nein sagt Mutter, es ist fileich die Krippe. Natürlich sagt Vater weil die Frau Minisdralrad Krippe hat must du auch haben es ist fein. So nim den Därmomeder und mis! Mutter nehmte den Därmomeder und steckte sich ihm ein wir warteten, dann stritten die Eltern wieder es war 37 drei. Ich werde noch messen sagte Mutter und steckte ihm wider ein es waren 37 vier siehstu sagte Mutter ich bleip im Bett und hohle den Dokter und der Vater das hat mir noch gefehlt was fersteht der Dokter. Um Zehen hatte Mutter 38 Eins. der Doktor Blumenstein kam und sagte nun was fehlt ihnen haben sie Apatit stecken sie die Zunge heraus und befielte die Mutter das ist eine Krippe, sehr geferlich das kan lankwirig dauren so etfas 4 bis 3 wochen sie missen Kombressen, Bulfer haben ferschidene gute Sachen weinschodoh kompod alles missen sie essen. Mutter aber berirte nichts. Ich sagte zu Mutter, oh warum berirstu diese guten Sachen nich weinschodoh und kompot. Vater sagte lass nur kind kimere dich nicht Mutter hat keinen Apatit Krippe dauert sehr lankwirig mindessens 4 bis 3 wochen. helt weinschodoh so lange frakte ich.

Abends sagte Mutter freie dich mein Kind ich fihle mich pletzlich ganz wohl. stand auf und lachte und eßte das kompot auf und weinschodoh. kein bischen weinschodoh blieb übrig das war für mich eine herbe Enteuschung.

Ein ereignisreicher Tag

München, 17. November.

Schülerinnen, beschreibet einen Ereigniss reichen Tag aus Eierm Leben der Aufsatz soll nicht mehr haben als 3 Seiten im Heft.

Also mein Ereigniß reicher Tag das war so.

Wie wir noch an der Monsalvatstraße wonten, hatten wir oben einen Untermieter den Herrn Professor Zeler einen Gelerten er hatte einen alten Schpiz den Hunt Monami, der Gelerte schtudirte Pazillen.

Lottchen schprach der Gelerte ich schtudire Pazillen es sind geferliche Pazillen man nennt sie Andrax wenn da eine auskomt und beist das gibt eine Gatostrafe darum gip acht mein Kind das keine auskomt sonst ist in ganz Bayrn der Miltsbrant eine epedemische Krankeit Mein alter Schpiz Monami aber ist mir anz Herz gewacksen er knurt aber zu firchten brauckt man sich nicht Monami war ser boshaft er knurte mir immer

Dies ist die 1. Seite vom Aufsaz.

Der Gotlip von Ernemanns nebenan Gemiesehendlers etfas jinger und ich schpilten immer herunter schpuken vom Zeler Balkon wer unten die Wase trift

Einmal wie wier schön schpuken sakt Gotlip schpuke jez nicht unten get der Herr Gelerte er wird filleich zirnen wen wir filleich nicht die Wase trefen so hörten wir auf.

Wie wir so vom Balkon wegehen, ist bei Herrn Gelerten Zeler die Tür ofen wolten wir uns etfas ansehen ich dachte Monami ist nicht da er ist mit dem Gelerten. Er war da und schlif. Es war indresant fiele Kompot Teler mit Flissikeiten und darauf Dekel schprach Gotlip filleich sint es sisse Flissikeiten so koste sakte ich

Dieses ist die 2. Seite vom Aufsaz

wir kosteten es schmekte nicht sehr gut so wie dinner Honig pletzlich tretet der Herr Professor Zeler ein und schprach o was hapt ihr getan o, o! es wird eine Gatostrafe hast du es getan um Gotes wilen

Ich erschrak etfas schprach ich nein, und Gotlip ebenfalls nein wier wissen doch sondern Monami hat etfas gekostet nur ganz wenig.

O sakte der Gelerte, o o mein Monami warum hast du mir dieses getan auch die hausmeisterin klakte und mein Vater und alle klakten o o es wirt eine Epedemi in ganz Bayern auch von Monsalvatstraße 9 a die Leite kamten und klakten es sind Pazillen gleich mus man Monami unschedlich machen kinder warum habt ihr die Dekel wegenommen es war ferboten alle leite flichteten nur Frau Ernemann Gemiesehendlerin blib und prigelte Gotlip er weinte sehr.

Der Herr Professor teleffoniert und es kam ein Man der brachte Monami weg es war hertserreisend wie der arme Gelerte Abschit nam von seinem Schpiz

Ein sehr Ereigniß reicher Tag dieses war das Ende vom aufsaz 3. Seite.

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