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Gutenberg > Hans Hopfen >

Robert Leichtfuß

Hans Hopfen: Robert Leichtfuß - Kapitel 4
Quellenangabe
typefiction
booktitleRobert Leichtfuß
authorHans Hopfen
year1890
firstpub1888
publisherJ. Engelhorn
addressStuttgart
titleRobert Leichtfuß
pages368
created20150129
sendergerd.bouillon@t-online.de
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38 Auf einer seiner Irrfahrten war Robert auch wieder einmal bei Monsieur Lefranc im Laden eingekehrt. Es mußte wohl sein! Die letzten Franken waren doch aufgegessen worden, ohne daß sich diesmal das sonst so pünktliche Glück bewogen gefunden hätte, die gähnende Tasche im Moment der völligen Erschöpfung durch eine ungeahnte Ueberraschung wieder strotzen zu machen.

Robert zeichnete wieder so Männchen und kleine Fratzen für Witzblätter, die nicht eben fürstlich zahlten. Aber er hatte für bessere Arbeit jetzt keinen Sinn, und er mußte doch auch leben jetzt, wenn auch schlecht.

Vielleicht fand er in der mit Goldrahmen überfüllten Bude auf dem italienischen Bollwerk einen Auftrag – eine Anregung – mit einem Worte: Geld.

Sein wahrer Tiburtin stand noch auf der Staffelei, ins beste Licht gerückt, Kennern ein Augentrost. Meister Lefranc hatte also noch keinen Narren gefunden, der ihm denjenigen Preis bezahlte, welchen er in diesem Fall beanspruchen zu müssen meinte.

Ein zweiter Blick des näher tretenden Malers überzeugte denselben, daß die Buchstaben, mit welchen er seine Bilder zu zeichnen pflegte, bereits übertüncht oder getilgt, jedenfalls verschwunden waren.

Der Zorn packte ihn, aber der schlaue Lefranc, der so etwas ahnen mochte, stürzte nun schon auf den unerwarteten Besuch zu, schüttelte dem Unwilligen gewaltsam beide Hände und überraschte ihn mit den Worten: »Ach, mein Herr, was muß ich hören, von anderen hören: Sie malen jetzt Porträts!«

Robert sah ihn verwundert an. Hundertmal hatte er es dem Spitzbuben gesagt, und dieser jedesmal geantwortet, er solle was andres machen, er tauge durchaus nicht zum Porträtmaler.

»Haben Sie Beziehungen zu meinem Portier?« fragte Robert den Bilderhändler. »Denn dies ist der einzige Mensch, der seit Monaten sich herbeigelassen hat, sein holdes Angesicht durch diese weiße Hand verewigen zu lassen.«

»Ach, Sie Schäker, gehen Sie doch!« antwortete lachend der Händler. »Dies wäre mir der richtige Portier! Ein reizendes kleines Frauenzimmer, ein Dämchen zierlich wie eine Puppe, eine allerliebste Plaudertasche hat mich dessen versichert. Und der Herr Papa hat es bejaht, eine Spezies Papa, die zu allem ›ja‹ zu sagen scheint, was Herzenstöchterchen vorbringt. Indessen, er versicherte mich mit einem Nachdruck, mit einer 39 Ueberzeugung, die keine Widerrede aufkommen ließ, daß Sie, Herr Leichtfuß, in Ihrem Vaterlande bereits als einer der ersten Porträtmaler beliebt und berühmt wären.

»Ich hätte es nie gedacht,« fuhr er nach einer kurzen Pause mit einem liebevollen Blicke nach seinen richtigen Tiburtin fort, während Robert noch keines Wortes mächtig war vor freudiger Ueberraschung, denn kein Gott hätte ihm in diesem Augenblick die beseligende Gewißheit ausgeredet, daß jene Tochter und dieser Vater genau dieselben seien, nach deren näherer Bekanntschaft sein ganzes Herz begehrte.

»Ich hätte es nie gedacht! . . . Ich bin ein Kenner. Ich weiß besser als irgend jemand, wohin Ihre Begabung Sie weist. Glauben Sie mir, und wenn alle Ihre Landsleute und deren hübsche Töchter das Gegenteil behaupteten – dahin! Das ist der Weg, den Sie gehen müssen, um ins gelobte Land der Kunst und zu Ruhm und zu Vermögen zu gelangen!«

Mit diesen Worten faßte Lefranc die beiden Schultern des Malers, der noch immer sprachlos an der gebratenen Taube schluckte, welche ihm unversehens in den Mund geflogen war, und drehte ihn dem kleinen Landschaftsbilde zu, das in breitem Goldrahmen auf der Staffelei für zahlungsfähige Liebhaber thronte.

»Gott bewahre mich!« rief Robert und lachte. »Ein Schüler, ein Nachstreber Tiburtins soll ich werden? Niemals, mein Herr! Ich male Porträts, und jetzt lieber denn je!«

Er hätte singen mögen vor Freude. Der andre schüttelte jedoch das kurzgeschorene graue Haupt und sagte: »Wenn Sie klug wären, so klug als Sie talentvoll sind, Sie könnten ein reicher Mann werden und mich daneben auch zum reichen Manne machen . . .«

»Ah!« rief der Maler staunend aus.

»Malen Sie Tiburtins!« flüsterte der andre. »Lauter Tiburtins! Nichts als immer wieder Tiburtins! Die Amerikaner, die Russen, die Engländer werden sie uns mit Gold bedecken!«

»Das heißt, mein Herr, ich soll Ihnen die Mittel an die Hand geben, die Leute zu betrügen?« rief Robert aufflammend, aber er war in diesem Augenblick zu glücklich über die Aussicht, die Verlorene wiederzufinden, als daß er über den Mann, der ihm diese Aussicht verraten hatte, nun nach Gebühr zornig zu werden vermochte, obschon dieser ihm eine Gemeinheit zumutete.

Und der Mann erwiderte achselzuckend: »Mundus vult decipi. Die Dummen verlangen nichts Besseres als betrogen zu werden . . . wenn Sie das, was ich Ihnen anzudeuten wagte, durchaus also nennen wollen . . .«

40 Robert Leichtfuß schnitt ihm das Wort ab. Er wollte von dem Vorschlag durchaus nichts weiter hören, aber er wollte hören, wie jenes Fräulein und wie dessen Vater ausgesehen, und was sie gesagt, was Lefranc jenen über ihn gesagt hätte, und er stellte Fragen über Fragen, aus deren mehr oder minder ungenügender Beantwortung doch so viel für ihn klar erkenntlich war, daß seine Maske vom Opernball sich schlau und vorsichtig bei dem Kunsthändler auf dem Boulevard nach dem Künstler erkundigt, jenem ein kaum zu rechtfertigendes Lob des Künstlers vorgesungen und den raschbegreifenden Schlaukopf Lefranc dadurch veranlaßt habe, auch seinerseits das Lob des in Frankreich weilenden deutschen Malers vor den Ohren des Vaters zu singen, der in künstlerischen Dingen wohl weniger Autorität besaß, als in Börsenangelegenheiten.

»Ich kann Sie versichern,« fuhr Lefranc fort, »daß ich mir die Gelegenheit nicht entgehen ließ, Sie, mein Herr, ganz unverantwortlich zu loben. Wer predigt nicht gern horchenden willigen Ohren! Ich hoffte schon, der dicke Herr, der immer mit den Händen die Thaler in seiner Hosentasche umrührte, würde mir meinen Tiburtin, der in diesem Fall selbstverständlich ein echter Leichtfuß war, abkaufen. Aber die lieben Leute scheinen ebensowenig Verständnis für Ihre eigentliche Begabung zu besitzen, als Sie selbst, mein Herr. Sie beharren darauf, sich von Ihnen porträtieren zu lassen.«

»Was?« schrie Robert auf. »Von mir porträtieren lassen! Ist das wahr?«

»Gewiß!« antwortete jener. »Und ich wagte nicht, es ihnen auszureden, obwohl –«

Monsieur Lefranc vermochte seinem berechtigten Zweifel nicht vollen Ausdruck zu geben, denn der laut lachende Maler hatte den grauen Sünder stürmisch an seine Brust gerissen und trommelte demselben mit beiden flachen Händen so dankbar und übermütig auf dem Rücken herum, daß dem also unvermutet Geliebkosten die Worte mitsamt dem Atem ausgingen.

Und als er, wieder losgelassen, nach Luft schnappte, war Robert Leichtfuß auch schon bei der Thüre draußen und lief, was er laufen konnte, den Boulevard hinab, um auf den nächsten besten Omnibus zu springen, dessen Ziel der Berg der Märtyrer war.

Er sagte sich, daß er durch sein rastloses Herumvagieren vielleicht schon ein und das andre Mal die gute Gelegenheit, seine Angebetete wiederzusehen, versäumt habe, und er konnte gar nicht schnell genug nach Hause gelangen, um den schmollenden 41 Portier, der ihm seit einigen Tagen ob gänzlicher Vernachlässigung seines Konterfeis kein gutes Gesicht mehr zeigte, aufs Gewissen auszufragen, ob niemand dagewesen wäre, der sich von ihm porträtieren zu lassen wünschte.

Es war richtig. Er hatte sie versäumt! . . . »Heute mittag erst war ein älterer Herr mit einer jungen Dame dagewesen, leider natürlich umsonst!« äußerte herablassend der gekränkte Thürhüter. »Sie hätten gerne die Werkstatt des Landsmannes besucht. Aber da der Herr nie zu Hause zu finden ist –«

Hurra! Sie war es! Robert wäre gerne auch seinem schwachköpfigen Cerberus um den Hals gefallen. Er hielt sich noch gerade zurück, als jener versicherte, die Herrschaften würden wohl in einigen Tagen wieder erscheinen.

»Sie haben mich nach Ihren letzten Bildern gefragt und wen Sie eben porträtierten. Mit Schmerz mußt' ich gestehen, daß ich selbst der unwürdige Gegenstand Ihrer jüngsten, allzuoft unterbrochenen, immer wieder der Veränderung unterworfenen Leistung auf dem Gebiete der Bildnismalerei bin. O, mein Herr, ich habe nicht gekargt mit meinem Lobe; jedoch ich konnte meinen Seufzer auch nicht zurückhalten, den Seufzer, der Ihrer wechselnden Laune galt und dem Mangel an Sinn für männliche Würde!«

»Sie sind einer der ausgezeichnetsten, einer der würdevollsten Männer, die ich je im Leben Portier genannt habe!« rief Robert, der schon etliche Stufen hinangesprungen war und wieder stehen blieb. »Nun aber merken Sie auf Ihre Pflicht! Wenn die Fremden wieder des Weges kommen, schaffen Sie mir sie ohne Widerrede, schaffen Sie mir sie tot oder lebendig in meine Werkstatt, und ich will dafür Ihr ehrenwertes Abbild in einer Sauce von Würdigkeit anrichten, daß der oberste Richter am Kassationshof gegen Sie wie ein betrunkener Schulknabe und der Erzbischof von Paris gegen Sie, mein Herr, wie ein Clown im Zirkus aussehen soll! Hurra!«

Der verblüffte Hausmeister betrachtete schweigend, wie der Unbegreifliche mit den Geberden eines Menschen, der das große Los gewonnen hat und darüber verrückt geworden ist, die hundert Stufen der Wendeltreppe hinauftanzte, als wären es die Sprossen der Himmelsleiter. Und so ein Leichtfuß wollte Sinn für männliche Würde haben!

Kopfschüttelnd trat er in seine Loge zurück und wartete mit gefaßter Neugier des Wiederkommens derer, welche seinen Mietsmann in also unvernünftige Freude versetzt hatten.

Sie ließen nicht allzulang mehr auf sich warten. –

42 An einem himmlischen Apriltag, da der lachende Frühling seinen Einzug in die schöne Seinestadt hielt, fuhr ein eleganter Mietswagen die steilen Straßen zum Montmartre hinauf. Darinnen saßen ein etwas dicker Vater, der sich eines keineswegs ungewöhnlichen Aussehens befleißigte, und ein ziemlich mageres Töchterchen mit einem allerliebsten kapriziösen Dosengesicht, das von einer ebenso kostspieligen als geschmackvollen Pariser Modistin mit einem duftigen Hütchen und einem köstlichen Spitzenkragen gar wirksam eingerahmt und zur Geltung gebracht war.

Das zierliche Kind schien mit dem derberen Urheber seiner Tage nicht ganz eines Sinnes und gleicher Stimmung zu sein . . .

Der Kutscher, der sie führte, blinzelte im Fahren zuweilen erwartungsvoll über die Schulter zurück, denn, ob er schon die Worte der fremden Sprache nicht verstand, so hörte er den dicken Fahrgast doch so laut schreien, und der Ton, den dieser seiner Stimme gab, war ein so aufgeregter, daß der Rosselenker darauf gefaßt war, der zornglühende Alte möchte von Worten zu Thätlichkeiten übergehen und es innerhalb seines Gefährtes zu einem unerhörten Skandal kommen; oder aber es möchte den Mann, der so entsetzlich schrie und dessen dicker Kopf immer röter und röter anlief, auf offener Straße der Schlag treffen.

Aber je mehr der Vater tobte, desto gelassener, desto geduldiger, ja desto vergnügter erschien die Tochter.

Sie sah aus wie jemand, der nicht nur weiß, was er will, sondern der bereits seinen Willen durchgesetzt, seinen Sieg erfochten, sein Schäfchen im Trockenen hat und nun es dem Ueberwundenen gerne gönnt, sein Herz mit Worten zu erleichtern, waren es auch nicht gerade gefällige Worte.

Ein überlegenes, ein kaum merkbares und doch so beredsames Lächeln versteckte sich in den beiden Winkeln dieser schmalen Lippen, und, ob auch der spitzen Zunge Schweigen auferlegt war, aus den schwarzen Augen leuchtete ein Feuer der Zufriedenheit und der Freude, welches das ganze schweigende Persönchen mit sonnigem Glanz überstrahlte.

Der wohlgenährte Herr mit dem Kugelhaupt auf kurzem roten Halse hatte offenbar keine Freude an dieser Fahrt, an diesem Besuch, an dieser Dummheit, wie er es wiederholt nannte, die sich für seine Stellung in der Gesellschaft, wie er behauptete, die sich für einen so angesehenen Mann, wie er einer war, durchaus nicht paßte.

Heribert Meyer war königlicher Kommerzienrat, und er hielt etwas auf diesen Titel, von dessen Entwickelungsfähigkeit er mit guten Gründen annahm, daß er sich eines schönen 43 Tages zum geheimen Kommerzienrat oder, was noch weit schöner klingt, zum Geheimrat kurzweg auswachsen werde.

Heribert Meyer war vor dreiunddreißig Jahren mit zerrissenen Stiefeln an den Füßen, mit fünfzehn Thalern in der Tasche und dem festen Vorsatz im Herzen, ein reicher Mann zu werden, nach Berlin gekommen, und jetzt besaß er ein Geschäft und einen Namen ersten Ranges, bewegliches und unbewegliches Gut aller Art, und er machte ein Haus in der Tiergartenstraße, ein Haus, darin ein echter Rembrandt an der Wand hing, ein Haus, darin manchmal schlechtes Deutsch, aber immer tadelloses Französisch gesprochen wurde, ein Haus, darin man wirkliche Berühmtheiten kennen lernen und mit exotischen Diplomaten zu Mittag speisen konnte.

Und er besaß an Kindern nur zwei Töchter, die erst seit kurzem in die Gesellschaft geführt wurden. Die zwei Töchter wollte Heribert brillant versorgen und vornehm verheiraten, und wenn nun die erste derselben, kaum daß sie in die Welt geguckt, sich anschickte, einer ungeheueren Dummheit Herz und Sinn zu öffnen, so konnte das den liebenden Vater wie den klugen Mann, dessen Virtuosität und Bedeutung darin bestand, von den Ersparnissen andrer Leute wie ein Fürst zu leben, billig in Harnisch bringen.

Sein Ingrimm war um so heftiger und fühlbarer, als es ein ohnmächtiger war.

Beherrschte diese kleine blasse Nixe den gar nicht leicht bestimmbaren Mann, der sie, wenn er gewollt, in seinen klobigen Fingern hätte zerbrechen können? Beherrschte dies Töchterlein den Vater so sehr, daß er selbst wider eigene Einsicht dessen Launen nachgab?

Sein verzogener Liebling war sie freilich von Kindesbeinen an. Allein er war bei aller äußeren Zärtlichkeit im Innern doch ein harter Mann, der unentwegt »nein« sagen konnte, wo hundert andre zur Nachgiebigkeit sich rühren ließen.

Schade nur, der harte Mann hatte eine noch viel härtere Frau; und war diese Frau, vor der er sich fürchtete seit den langvergangenen Tagen, da sein Honigmond ins letzte Viertel geraten war, war diese Frau, wie jetzt der Fall, ferne von ihm, so meldeten sich bei dem starken Mann auch kleine Schwächen, und diese brachten ihn dann nicht selten in solche Verlegenheiten, daß selbst ein kleines Mädel, wie seine Emma, davon Vorteil zog, ohne daß er sich anders als in verzweifelten Worten hätte zur Wehre setzen dürfen.

Eine solche Schwäche war es, daß er sich von dem kleinen, 44 naseweisen, unterhaltungsgierigen Mädel überreden ließ, mit ihm, mit einem gebildeten Kinde angesehener Kommerzienräte, den Pariser Opernball zu besuchen – ganz im geheimen, und niemand wußte darum –, aber es war doch unerhört, und ein Mann wie er hätte solch einem tollen Wunsche niemals nachgeben dürfen. . . . Freilich wohl, wenn er nicht selber gerne hingegangen wäre! Und sein verzogenes Kind wollte derweilen nicht die halbe oder gar die ganze Nacht allein im Hotel bleiben.

Warum hatte er das Kind überhaupt nach Paris mitgenommen, als ihn eine Geschäftsreise dorthin rief!

Aber das Kind hatte von klein auf so viel von Paris gehört, und immer nur das Schönste und Beste, was die Neugier so sehr bewegt. Und da es ein sehr einträgliches Geschäft war, welches seine persönliche Gegenwart in der Seinestadt erheischte, warum hätte er dem Mädel nicht die Freude machen sollen, sich ein paar Toiletten in Paris selber zu kaufen!

Heribert Meyer war vor dreiunddreißig Jahren mit fünfzehn Thalern im Vermögen nach Berlin eingewandert, aber wenn sich nunmehr eine seiner Damen ein und andres Kleid bei Worth oder bei der Madame Rodrigue machen lassen wollte, so hatte er gar nichts dagegen. Er konnte lange schon sich und den Seinigen solche Freude gestatten und that es gerne. Darin ließ er sich nicht lumpen.

Seine Frau, die eine kostspielige Badesaison auf ihr Programm gesetzt hatte, sah es gerne, daß sie ihrem Mann und ihrem Töchterchen Emma eine Freude, die später an ihr kompensiert werden mußte, vorausgeben konnte. Und so hatte Heribert sich in seiner Gutmütigkeit bereden lassen, Emma mit nach Paris zu nehmen – und wär' es, ach, nur das! Aber er hatte sich auch bereden lassen, sie auf den Opernball mitzunehmen.

Und das Besuchen des Opernballs an sich wäre auch nicht so unverzeihlich gewesen. Mein Gott, die Neugier eines Mädchens, das bunte Getriebe, die tolle Lustigkeit, all das aus dem sichern Nest einer geschlossenen Loge, aus der vornehmen Vogelperspektive mitangeschaut, gab nur Stoff zum Geplauder daheim und schadete niemand.

Aber daß sich der Herr Kommerzienrat im engsten Beisammensein mit einem höchst verwegenen, höchst verdächtigen Domino von seiner Tochter hatte betreten lassen, von dieser seiner Tochter Emma, die er in unbegreiflicher Rücksichtslosigkeit viel zu lang in einer Loge alleingelassen hatte – das gab ihn mit Haut und Haar in die Hände desselben Mädchens, dem er noch zu Danke verpflichtet blieb, wenn sie, die sittenstrenge 45 Tochter eines guten Hauses, der furchtbaren Beherrscherin dieses Hauses nicht das ganze taktlose Abenteuer des alten Schwerenöters lachend verriet.

Er hatte freilich bei allem, was ihm, wie man zu sagen pflegt, heilig war, geschworen, daß hinter jenem anrüchigen Domino eine wirkliche Marquise sich verborgen, die er voriges Jahr im Salon des Herrn von Soundso in Brüssel ganz regelrecht habe kennen lernen, eine waschechte Markgräfin dunkelblauen Blutes, die auch nur so aus Neugierde sich auf den Ball der großen Oper verirrte, wie er, eine Dame, der er sich gefällig zeigen mußte als alter Bekannter, und da sie ihr Portemonnaie vergessen und ihren Gatten im Gedränge verloren – –

Ach, der kläglichen Erfindungen! Er kam nie dazu, sie bis zu Ende auszukramen, was immer ihm auch sonst sein so findiger Mutterwitz in dieser Verzweiflung an die Hand gab. Emma lachte, ja so von Herzen, so siegesgewiß, so entwaffnend lachte sie, daß er Haupt und Hände sinken ließ, und es hernach für angezeigter hielt, über die Thorheiten Emmas zu schelten, als seine eigenen noch länger zu bemänteln oder zu entschuldigen.

Emma jedoch war in so triumphierender Laune, daß sie gar keine Thorheit sehen wollte, wo ihr schuldbewußter Vater eine fand, und zwar eine, die ihn trotz seines Schuldbewußtseins ganz außer Fassung brachte.

Was wollte sie denn Großes? Sich abkonterfeien lassen, und zwar in Paris abkonterfeien lassen. Also selbstverständlich mit dem ganzen französischen Schick und Geschick. Hier schneiderte man die entzückendsten Damentoiletten, hier malte man auch die wunderbarsten Damenporträts.

Dagegen hätte nun der Kommerzienrat gar nicht so viel einzuwenden gehabt. Heribert Meyer war kein Unmensch, und das eben gelungene Geschäft gestattete noch allerhand Extravaganzen. Mag sich Emma von Carolus Durand, von der Jacquemart malen lassen! In Gottes Namen! Das kostete viel Geld, aber man hatte was davon. Ein Kunstwerk, einen Zimmerschmuck, über dessen Aufstellung im Hause Meyer die besten Freunde und die nächsten Verwandten vor Neid gelb werden würden. So was ist schon sein Geld wert. Aber wer wird sie um einen Robert Leichtfuß beneiden! Wer ist Robert Leichtfuß! Ein Kunstkenner wie der Kommerzienrat hatte nie den Namen nennen hören!

Emma dafür um so öfter . . . so behauptete sie wenigstens mit dem gewissen Lächeln. Und hatte der erste Kunsthändler auf dem Boulevard nicht das Lob des jungen Mannes in 46 den höchsten Tönen gesungen? Hatte er nicht für eine kleine Leinwand, für ein Landschaftsbild, so klein, bare fünfzehntausend Franken verlangt! Oh, Herr Leichtfuß war ein großer Künstler und ein Porträt von seiner Hand würde sicher Aufsehen erregen in Paris wie in Berlin! Dessen war Emma ganz gewiß.

Hehe! Der Kommerzienrat mußte lachen. Nicht fünfzehntausend Groschen hätte er für die spinatgrüne Schwindelei, die so herausfordernd auf der drapierten Staffelei aufgepflanzt war, gegeben.

Er, der Kunstkenner?! Oh!

Kenner hin, Kenner her, wollte sich denn Emma als Landschaft malen lassen? Eine schöne Aussicht hatte der Farbenkleckser allerdings, wenn er Meyers Herzblatt täglich stundenlang gegenüberhocken und es angaffen durfte nach Belieben. Heribert Meyer war vor allem ein Menschenkenner. Und unter allen Menschen am besten kannt' er, wie billig, sein Fleisch und Blut.

Er sprach es nicht laut aus, er hütete sich wohl, solch ein Unglück zu beschreien, aber er roch den Braten von weitem, noch eh' er ihn mit Augen gesehen hatte. Seine kluge, seine eitle Emma, wenn die sich durchaus auf einen Maler kaprizierte, der sich nicht in allen Katalogen und Reisehandbüchern mit zwei bis drei Sternchen ausgezeichnet fand, so war es ihr nicht um das Bild zu thun, sondern um den Mann, der das Bild malen sollte. Darum wollte sie dessen Bekanntschaft machen! Und was sich aus einem solchen täglichen Gegenübersitzen für Hirngespinste, was für Wünsche, was für Verlegenheiten entwickeln mochten, dem zukünftigen Geheimrat schauderte davor die Haut, und er wollte nichts von der Alfanzerei wissen.

Er wollte durchaus nichts davon wissen, auch da er schon zum zweitenmal im Wagen saß und zwecklos grunzte wie ein Borstentier, das man zum Metzger befördert.

Emma, die kluge, lächelte zu all seinen Deklamationen nur ganz sanft, kaum merklich in den Mundwinkeln, denn sie wußte, wie stark, wie sicher und unzerreißbar den guten Vater das Fädchen lenkte, welches er ihr unbewußt und wider Willen auf jenem schicksalsvollen Maskenball in die Hand gegeben.

Sie hatte nun einmal Feuer gefangen, so recht unverhofft,. aber, wie es ihr scheinen wollte, gründlich.

Sie war achtzehn Jahre und hatte noch nie geliebt, nie! Nicht so viel! Ihr verständiges, ihr gar nicht romantisches Herz hatte sich bis dahin noch nie entdecken lassen, so redlich sie und andre danach gesucht hatten. Nun aber meinte sie, wirklich 47 zu lieben. Ihre Einbildungskraft war unaufhörlich mit dem hübschen lustigen Manne beschäftigt, dessen Bekanntschaft sie auf so seltsame Weise gemacht, dessen schönheitslüsternes Herz sie im Sturm erobert hatte.

Sie hielt sich nicht für schön, vielleicht für interessant, für pikant allenfalls. Sie war klug und vorsichtig genug, sich das selbst zu sagen. Und doch, ja gerade weil sie sich das so oft gesagt hatte, schmeichelte es ihrer Eitelkeit aufs wonnigste, daß solch ein Kenner weiblicher Schönheit sich in sie verliebt hatte. Unter der Maske? . . . Nicht doch, er hatte sie von Angesicht gesehen. Hätte das Gesicht ihm mißhagt, da die Maske davor gefallen war, die Enttäuschung wäre deutlich genug auf dem seinigen zu lesen gewesen. Und wie befriedigt und zugleich wie verlangend hatte es gestrahlt in jenem entscheidenden Augenblicke, davor Emma im stillen so bange gewesen war.

Ach, das Abenteuer war entzückend, und der Mann war reizend!

Und wofür war Emma steinreicher Eltern Kind, wenn sie sich nicht das Glück gönnen sollte, den Mann zu heiraten, der ihr gefiel!

Reich schien er freilich nicht zu sein. . . . Schade, schade! . . . Allein, er war ein Künstler, ein großer Künstler. Solche waren in seinem Alter in der Regel keine reichen Leute. Doch sie wurden es manchmal später, an der Hand einer verständigen einflußreichen Frau. . . .

Emma lächelte immer wieder, wenn auch kaum merklich, aber die Gedanken thaten ihr so wohl. Verständig war sie schon, und einflußreich hoffte sie zuversichtlich noch zu werden.

Ja gewiß! Wenn auch schwerlich an der Hand eines Bankiers! Künstler waren damals zu Berlin in der Mode. Bildende Künstler, versteht sich! Die andern, die sich eben auch Künstler nannten, galten nur als Leute, die ihren Beruf verfehlt hatten. Aber Maler und Bildhauer machten große Häuser, machten die schönsten Salons, empfingen hohen Adel und wurden von kaiserlichen Hoheiten empfangen, wurden gehätschelt, verzogen und vorgezogen. Ja, es ereignete sich nicht selten, daß die höchsten Herrschaften, wenn sie das Atelier eines großen Künstlers heimgesucht hatten, auch für des großen Künstlers kleine Frau ein gnädiges Wort, eine sanfte Auszeichnung, eine beglückende Viertelstunde übrig hatten.

Das stand dann in den Zeitungen zu lesen, das redete sich herum, das setzte einen in Relief und Beleuchtung. Und wenn es sich nur ein und das andre Mal wiederholte, ward man 48 nirgend mehr übersehen und man war jemand, der zur Gesellschaft gehörte, und das von Rechts wegen.

Ihre Kousine Gabriele, ihre ältere Freundin Agnes hatten wohl gewußt, was sie thaten, als sie sich herabließen, Malern die Hände zu reichen. Und war einer von diesen Ehegesponsen an Kunst und Art ihrem Robby – sie nannte ihn im stillen bereits Robby – zu vergleichen! Sie sah ihn schon im voraus als Professor und Mitglied der Akademie. Und Robby kam aus Paris! Aus dem himmlischen Paris, wohin sie alljährlich zurückkehren und sich das Schönste und Geschmackvollste holen würden für ihr Berliner Heim, nicht zu vergessen ihre Balltoiletten, die L. P. in der Vossischen Zeitung dann gewiß ausführlich behandeln würde.

So war im werkthätigen Geiste der verschmitzten Emma schon ein Heim und ein Ehepaar fix und fertig, als deren Vater noch auf den ersten Schritt, der eine Annäherung an den unbekannten Maler vorbereitete, alle Himmel herunterfluchte, und dieser Maler selbst einfach und harmlos verliebt war, ohne sich die geringsten Gedanken darüber zu machen, was sich aus solch einer vergnüglichen und annoch jeder Hoffnung entbehrenden Verliebtheit etwa für praktische Folgerungen ziehen ließen.

Hätte ihm jemand gesagt, daß das kleine Mädchen, welches er ein einzigmal gesehen, und kaum recht gesehen hatte, greifbare Heiratsgedanken in seinem Köpfchen nährte, vielleicht hätt' ihn das im ersten Feuer abgekühlt und auf die Dauer abgeschreckt. Denn Leichtfuß achtete die Ehe noch immer für eine Kleinkrämergewohnheit, oder für etwas Aehnliches wie ein Gefängnis, und dachte noch nicht im Schlafe daran, seine Freiheit, seine Sorglosigkeit, seinen Leichtsinn irgendwie zu beschränken, und wär' es auch in einem goldnen Käfig und mit einem so zierlichen Mitgefangenen, wie Emma.

Indessen ward er vor Ungeduld und Erwartung des Besuches, der sich ihm angekündigt, halb toll, und er verwandte die Tage, die ihm entsetzlich langsam hinschlichen, dazu, seine Zelle so artig und doch so barock herauszustaffieren, als ihm dies mit seinen Mitteln möglich war.

Da prangten Blumen, frische Blumen auf den Tischen und vor den Fenstern, dort hingen alte bunte Stoffe aus spanischen Kirchen und Teppiche aus Marokko geholt. All der Kleinkram von Kunstsächelchen und Kuriositäten, den er in guten Tagen leichtsinnigerweise dort und da erstanden hatte, und der sonst bestaubt in Schubfächern oder in Winkeln ruhte, ward sorgfältig 49 aufgebaut und in ein günstiges Licht gerückt, so daß es in der sonst manchen Tag und manche Woche verlassenen Werkstatt heute gar traulich und anregend aussah.

An angefangenen und halbfertigen Bildern fehlte es nicht, um die Wände vollzuhängen. Er staffierte sein Heimwesen so sorglich und geistreich aus, als gält' es damit selbst ein Kunstwerk zu schaffen. Er hatte Geschick darin, und als er fertig war und seine Anordnung betrachtete, meinte Leichtfuß, wenn es immer so bei ihm ausgesehen hätte, er wäre wohl weniger im Freien herumgelaufen und hätte mehr daheim gemalt.

Mit diesem Thun war aber die Ungeduld noch nicht beschworen. Die Erwartung drückte ihm schier das Herz ab. Was fing er nun an? Ein Bildnis aus dem Kopfe. Das Bildnis eines schwarz umhüllten Mädchens, das eine schwarze Halbmaske in der Hand hielt und aus einem schwarzen Rahmen, nicht größer als ein Wagenfenster, lächelnd und triumphierend herausguckte. Robert malte mit einer Hast, mit einem Eifer an dem Bilde, als hinge seine Begnadigung in Todesgefahr davon ab. Er zerquälte das Gedächtnis seines Vorstellungsvermögens, um jene Züge wiederzufinden, die er nur kurze, wenn auch beseligende Minuten geschaut hatte.

Noch war das ganze Bild wie mit einem Schleier überzogen. Aber die Augen und die nächsten Partieen um die Augen herum, und der Mund mit dem wundersamen kaum merklichen und doch so bedeutsamen Lächeln . . . es war doch etwas von Aehnlichkeit darin . . . er hätte darauf schwören mögen. Nicht mehr als ein Traum, ja nicht mehr als Erinnerung eines Traums. Und es ließ sich auch nicht näher greifen, nicht deutlicher hinstellen. Er konnt' es nicht, er wollt' es nicht. So stand es da, wie aus der Tiefe seiner Seele ihn mit wunderbaren Augen anschauend. Und nun konnt' er stundenlang vor dieser Leinwand sitzen, den feiernden Pinsel in schlaffer Hand, und ward nicht müde, sein eigen Werk zu fragen, wie dessen Urbild wohl in Wirklichkeit sich dazu verhalte.

Und als er eines Morgens wieder so dasaß, es war ein wonniger Tag im April, da der Frühling mit holder Pracht seinen Einzug in die schöne Stadt Paris hielt – da klopft' es energisch an seiner Thür und eintrat wirklich und leibhaftig, was er sein Glück nannte.

Er hatte tagelang, hatte wochenlang auf diesen Besuch gewartet, und doch schlug ihm die Ueberraschung aufs Herz, da er nun den kleinen Herrn vom Opernball und das unvermummte Fräulein, welches ihm seit jener Mittfastennacht in 50 Gedanken so viel zu schaffen machte, leibhaftig in seiner Werkstatt stehen sah.

Er errötete, als hätte man ihn auf verbotener That ertappt, warf eilig ein Tuch über die Staffelei und bedeckte die Leinwand, davor er so emsig gesessen, um das Mädchen mit der Maske vor dem profanen Blick des Vaters zu verbergen und auch der Tochter dieses gemalte Geständnis seiner Liebe nicht voreilig zu verraten.

Robert Leichtfuß hätte eine Stunde später schwerlich im einzelnen angeben können, was alles er mit dem munteren Herrn gesprochen habe. Während er jenen reden ließ und selber auch mit Antworten nicht kargte, war er doch fortwährend mit der Betrachtung Emmas beschäftigt. Er verglich Wirklichkeit und Hirngespinst miteinander, und ob er auch die beiden nicht so ganz gleichartig fand, so fand er doch das kleine fürwitzige Mädchen, welches nun, ohne viel sich ins Gespräch zu mischen, mit den schwarzen Augen alle vier Wände abtastete und ihr schneeweißes Stumpfnäschen in alle Mappen steckte, so reizend, daß ihm immer wärmer und wärmer zu Mut wurde, und er nachgerade mit dem Kommerzienrat so bequem und ausführlich plauderte, als wären sie alte Bekannte.

Heribert Meyer ließ es nicht an Komplimenten fehlen, wenn sie auch nicht von Herzen kamen; allein solche Artigkeiten kosteten ihn nichts und erfreuten den andern gar sehr. Als er eben im Zuge war, den Zweck seines Besuches darzulegen, hörte er auf einmal sein Töchterlein einen unwillkürlichen leisen Schrei ausstoßen.

Der Maler wandte sich rasch um und sah, daß Fräulein Emma den Vorhang über dem Bild auf der Staffelei gelüftet und in dem Mädchen mit der Maske gar wohl ihr Ebenbild erkannt hatte, wenn es auch der Urheber selbst nicht mehr so recht als ein solches gelten ließ.

Flammende Röte bedeckte die sonst so blassen Wangen, und die nun fest auf Robert gerichteten Augen sprachen auch ein inniges Geständnis aus, obschon kein Wort dabei gewechselt wurde.

»Was gibt es denn?« fragte Vater Heribert, halb mißtrauisch, halb besorgt und machte schon Miene, selber hinzugehen und zuzusehen, was denn hinter dem Vorhang so Ueberraschendes verborgen sei.

Aber Emma wollte nicht, daß noch ein Dritter, und wär's der Vater – ei, der erst recht nicht! – um das Geheimnis wüßte, das sie in diesem Augenblick mit Stolz erfüllte. Sie 51 trat hurtig zwischen das Bild und den Fragenden und brachte, mit der täuschenden Versicherung, daß sie sich an der Staffelei den Finger geklemmt habe, das Gespräch wieder ins rechte Geleise. Sie that fürderhin, als hätte sie nichts gesehen, was des Aufhebens wert wäre. Im stillen aber sagte sie sich, daß der liebe Mensch treu und innig ihrer gedacht, und daß ihr Frätzchen einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht haben müßte, wenn er sich so eingehend und sorgfältig damit beschäftigte. Dies Bewußtsein entzückte sie; aus allen ihren Worten und Geberden leuchtete bezaubernder Uebermut, und Robert sah mit Freuden, daß ihr sein Beginnen Freude bereitete.

Sie konnten sich nichts sagen, aber als ihm Emma zum Abschied die Hand reichte, wußte er, daß sie ihm diese kleine Hand zum ewigen Bunde nicht verweigern würde, wenn er darum bäte, und er sah bereits klar ein, daß dies Bitten notwendig sein werde, denn er wußte jetzt auf einmal, daß er nicht mehr weiterleben könne, ohne sie zu besitzen.


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