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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 92
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 91

Der Grund für die Nachtseite des Lebens liegt tiefer. Beispiele als Vorbereitung zur Erklärung desselben. Die Gegensätze im Wesen von Feuer, Wasser, Schwerkraft. Gleichnis vom brennenden Haus

1 Rede Ich: »Ja, du Meine allerliebste Helena, das kannst du nun freilich noch nicht einsehen, warum es auch solche Wesen gibt und auch geben muß; aber mit der Zeit der Geister wirst du das schon alles noch in aller Fülle der Klarheit einsehen. Damit du aber dennoch etwas ruhiger wirst, so will Ich dir einige natürliche Beispiele zur Erläuterung dieser dich gar so störenden Sache vorlegen, und so höre:

2 Siehe das Feuer, welche zerstörende Kraft liegt nicht in diesem fürchterlichen Zornelemente, wenn es nicht sorglichst gehütet und verwahret wird, wo man sich seiner bedienet, – welche Zerstörungen richtet es an?! und siehe, doch gibt es keinen größeren Wohltäter der Menschheit, als eben das Feuer, so es weise gebraucht wird!

3 Sieh' an das Wasser, wie schrecklich tobt und würget es, wo es entfesselt (als Hochwasser) sich über Täler und Fluren erhebt! Sollte Ich es aber darum nicht erschaffen haben, oder solle Ich es nun vernichten, weil es in seinem entfesselten Zustande so verheerend wirkt, und dem irdischen Menschen Tod und Verderben bringt?! Sage! könnte wohl die Erde selbst, und alles, was sie trägt, ohne Wasser bestehen?!

4 Betrachte ferner die natürliche Schwere der naturmäßigen Körper! Welche Verheerungen richtet nicht eine von hohen Bergen herabstürzende Lawine an, und wie erschrecklich ist ein schwerster Bergsturz selbst; er begräbt Menschen samt allen ihren Habseligkeiten schonungslos; wo ein Fels niederstürzt, da zermalmet er durch seinen Fall alles, was er berührt! Wäre es denn nicht besser, so Ich die ganze Erde so leicht wie eine Federflaume geschaffen hätte? Freilich würde dann sogar eine Fliege ein ganzes Gebirge mit der größten Leichtigkeit davon tragen, und der Mensch könnte dann mit der Erde spielen wie Kinder mit einem Ball; aber wer würde dann die Erde fest zusammenhalten, wie könnte eine Frucht aus ihr erwachsen, und wie könnten sich Menschen und Tiere und Pflanzen ohne Schwere auf der Erde Boden erhalten?! Du ersiehst hieraus wieder, wie nötig diese schlimme Eigenschaft allen Körpern ist, so sie ein Dasein haben sollen!

5 Wie aber alles das Angeführte in der Natur nötig ist, damit sie das ist, was sie sein muß, eben so müssen im Geiste Gegensätze zum Guten und Wahren da sein, damit eben der Geist durch diese feindlichen Gegensätze das wird, wozu er von Mir aus bestimmt ist, nämlich zur vollkommensten ewigen Lebensfreiheit. Denn ohne Zwang gibt es keine Freiheit, und ohne Freiheit keinen Zwang; alle Freiheit muß daher aus dem Zwange, welcher da ist eine gerichtete ewige Ordnung hervorgehen, so wie der Zwang selbst aus Meiner urewigen Freiheit!

6 Und so ersiehst du hier auch solche Erscheinungen, die an und für sich wahrlich sehr arg sind, aber durch eine gewisse Periode zur Gewinnung und Erhaltung der geistigen Freiheit eben so notwendig sind, wie auf der Erde etwa ein starker Blitz und Hagelsturm zur Erzeugung und Erhaltung der Lebensluft, und zur Zerstörung aller schädlichen und tödlichen Dünste, die durch die manchmal nötige große Erwärmung des Bodens der Erde aus ihren Eingeweiden hervorgelockt und getrieben werden! Ich sage es dir, dies alles ist also nötig, und eines bedingt das andere.

7 An uns aber liegt es, die nötigen verschiedenen Elemente, so sie sich irgend zu sehr in ihrer speziellen Eigentümlichkeit für sich heraus zu stellen anfangen, weise in ihre nötige Ordnung wieder zurück zu führen; haben wir das unter der nötigsten und weisesten Vorsicht getan, dann wird alles wieder seinen ganz geregelten Gang gehen, und die besten Früchte tragen!

8 Ein brennendes Haus weise löschen, ist ein gutes Werk; aber das Haus darum ganz vom Grunde aus samt dem Feuer zerstören, wäre doch gewiß nicht weise; es müßte denn dadurch nur eine ganze anstoßende Häuserreihe gerettet werden können; also muß man dem Wasser Dämme, und der Schwere gehörig starke Stützen stellen, und nach einem großen Sturme die Erde frisch wieder bebauen, so kommt dann alles wieder in's rechte Geleise; aber alles mit einem Streiche lösen wollen, hieße alles vernichten!

9 Nach dem kannst du nun dem, was noch kommen wird, schon etwas ruhiger zusehen; und so betrachte die Erscheinungen nur wieder ganz ruhig weiter!«

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