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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 87
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 86

Max Olafs Ansprache ist voll Weisheit. Seine Ahnung von den traurigen Vorgängen auf der Erde. Ein himmlischer Trinkspruch. Neue Heilswege des Herrn. Die neue Gnadenbrücke

Am 3. Juni 1849

1 Tritt Max Olaf näher, und spricht: »O Herr, da ist es schwer eine Meinung, und irgend einen besonderen Wunsch auszusprechen, wo Du, o Herr, als die allertiefste und allmächtige Weisheit sprichst, und schon lange alles das, was nun geschieht, vorgesehen hast, und auch alle jene besten Vorkehrungen getroffen, nach denen alle die gegenwärtigen Wirren auf der Erde ohnehin die eh'st mögliche Lösung bekommen müssen! Das ist aber auch ein Hauptwunsch von mir; denn ich wünsche nicht einmal dem Teufel etwas Schlechtes, geschweige den Menschen, die da meine Brüder sind!

2 Ich brauche Dir, o Herr, es auch gar nicht zu beschreiben, wie es auf der Erde nun zugeht, denn Du, o Herr, überschauest mit einem Blicke nicht nur alle die vielen Greueltaten, sondern auch alle die Herzen mit ihren guten oder schlechten Wünschen, aus denen diese Taten ausgeboren werden! Ja Du siehst es auch, wie und durch was solche argen Gedanken und Wünsche in den Herzen der Menschen entstehen!? Daher Du es auch ewig nie von nöten haben wirst, von einem Geiste zu vernehmen, was da nun zu tun wäre; wohl aber kannst Du zu uns sagen: Höret, dies und jenes werde Ich nun tun! Und es wird Dich schwerlich jemand fragen und sagen: Warum? – Denn Du allein bist der Herr, und kannst tun, was Du willst!

3 Also läßt Du nun auch auf der Erde Dinge geschehen, von denen sich niemand eine wahre Rechnung geben kann, warum und wozu sie geschehen? Aber die Menschen nur, die blind sind, sagen: O Herr! bist Du nun blind und taub geworden, da Du uns nun verschmachten lässest unter allerlei Trübsalen! Ich aber denke: Du lässest wohl niemand verschmachten, sondern richtest jeden auf, der Dich anruft, und auf Dich vertraut; jene aber, die sich selbst genügen wollen, und nur auf ihre Waffen all ihr eigentliches Vertrauen setzen, – denen geschieht es aber ja auch vollkommen recht, so sie mit ihrer Macht in aller Kürze vor Dir, o Herr, und vor aller Welt zu Schanden werden! Die Kleinen und Demütigen aber können jubeln und frohlocken! Denn Du bist ihr Schutz und Hort, und wirst sie nimmer zulassen, daß sie sich ihres Vertrauens schämen müßten, vor den Großen der Welt! Wohl aber werden in aller Kürze die Großen vor den Kleinen zu großen Schanden stehen, wann Du, o Herr, ihnen die Larve abnehmen wirst! Denn sie treiben nun ein schmählich Spiel mit den armen Völkern!

4 Aber ich bin darob gar nicht ängstlich bekümmert; denn ich weiß es ja doch nur zu bestimmt, daß da alles, was Du tust, wohlgetan ist! und weiß es auch, daß Dir keine Ruchlosigkeit entgeht! – Denn die da einen Hauptschlag führen wie heute über ihre Brüder, die sie Feinde nennen, die schlägst Du morgen, und da verschwinden sie, als ob sie nie dagewesen wären, und mit ihnen ihr Amt! Darum werde allezeit geheiligt Dein allerheiligster Name!

5 Aber nun bekomme ich ein sonderbares Gefühl; ich sehe zwar nichts, und vernehme auch nichts, aber mir ist es, als ob soeben jetzt auf der Erde ein mächtiger Schlag geschehen wäre? O Herr! was mag das sein?!«

6 Rede Ich: »Mein liebster Max Olaf: O ja, ja, Ich sage es dir! heute, heute und heute! – Nacht wollen sie, und sie soll ihnen werden, und sie alle verschlingen, die sie wollen! Den Tod wollen sie; auch der soll ihnen werden, die ihn erwählet haben zu ihrem Helfershelfer! Glanz, Ruhm und Ehre wollen sie; denn für diese müssen Tausende sich schlachten lassen; ja, es sei! Sie werden erschrecklich glänzen, ihr Ruhm wird furchtbar sein, und entsetzlich ihre Ehre! Herrschen wollen sie! Ja, sie sollen herrschen, aber wie die Pest, und wie der Drache in seiner Höhle, und wie der Leviathan in seiner Schlammtiefe unten auf dem Grunde des Meeres! Lüge wollen sie; denn die Wahrheit ist ihnen ein Greuel der Verwüstung; daher sollen sie auch nimmer an das helle Licht der Wahrheit kommen. Einen Gott wollen sie auch; aber nur, wie sie ihn brauchen können! Daher sollen sie nimmer Mein Angesicht zu sehen bekommen! – Also wollen sie auch allein nur leben, und alle anderen sollen nur leben, wann sie für's Leben der Großen taugen! Daher wird es aber sein, daß sie ewig allein leben werden! Was sie wollen, das solle ihnen werden, und wie sie es wollen! Aber bald wird eine große und erschreckliche Reue in ihre Seele fallen, wie ein Mühlstein aus den Wolken, und sie werden suchen dieser Reue ledig zu werden, aber ihr Suchen wird vergeblich sein, denn diesen Stein wird niemand vom Grabe ihrer Seele heben! O, Ich kenne sie, und ihre Gelüste und ihre Taten; Ich habe die Könige der Erde gezählt, und habe wenige gefunden, die da gerecht wären vor Mir in den Völkern; daher soll Nebukadnezars Los ihr Anteil werden! Aber den wenigen Gerechten will Ich auch helfen wunderbar, daß sie fürder glänzen sollen unter allen Königen und Völkern wie die hellsten Sterne unter dem Kleingeflimmer des Firmamentes.

7 Und heute, heute und heute – solle das Gericht beginnen! Heute sollen Viele geschlagen werden! Viele Teufel sollen heute zu Grunde gehen, und der Satan wird der ihm gelegten Falle nicht entgehen. –

8 Und nun du, Mein Robert, gehe hin, und bringe Wein her, und das den besten, den Wein des Lebens, der Liebe und der Wahrheit! auf daß wir auf das Wohl der armen Brüder der Erde trinken, und sie segnen. Also sei es, und also geschehe es!!!« –

9 Schnell erhebt sich Robert, und holet den bedungenen köstlichsten Wein.

10 Als er ihn vor Mir hin auf den großen Ratstisch stellt, so segne Ich den Wein, und sage zum Robert Blum: »Mein liebster Robert, so Ich einen Wein begehre, da versteht sich schon auch das Brot mit hinzu; da du aber nur pur Wein hierher geschafft hast, so gehe hin, und schaffe uns auch ein gutes Brot; denn dieses Haus ist ja mit allem reichlichst versehen!

11 Gebe aber dort auch unseren 24 Balletistinnen Brot und Wein, und sage ihnen, daß sie ihre Füße wieder in der Bereitschaft halten sollen; denn sie werden bald wieder etwas zu tanzen bekommen! Wollen sie etwa auch edle und gute Früchte genießen, so öffne ihnen den Schrank neben der Türe, die in ein zweites Nebengemach führet; was sie darinnen finden werden, das sollen sie genießen. – Nun aber noch etwas!

12 Bringe auch sogleich eine gerechte Menge Trinkgefäße, auf daß wir in dieselben den Wein, und zwar für jeden Mann ein rechtes volles Maß verteilen können! Gehe, und erfülle Meinen Wunsch.« –

13 Robert vollzieht sogleich mit der größten Freundlichkeit, das ich verlangte.

14 Als da alles in der gewünschten Ordnung sich befindet, da teile Ich Selbst das Brot und den Wein aus, und sage: »Kinder! nehmet hin, und esset und trinket alle!! – So ihr aber trinket, da trinket auf das Wohl unserer Kinder und Brüder auf der Erde, die nun viele Verfolgungen auszustehen haben, und sind nun schon sehr matt und schwach geworden! Wahrlich, es solle ihnen geholfen werden! Aus jedem Tropfen 1.000-faches Heil allen, die eines guten Herzens und Willens sind! Ich sage es euch, heute noch solle es sich vielfach bei den Guten bewähren, daß wir allhier ihrer sehr gedenken. Ihre Herzen und die Taten der Welt werden es ihnen kund tun, und einigen sehr wenigen auf der Erde wird das alles von Wort zu Wort, und Zug für Zug mitgeteilt, was hier geschieht, und wie hier für die arme Erde gesorgt wird.

15 Wir wollen aber auch der Blinden und Tauben gedenken; aber die Harten werden in das Feuer gehen, das da ist ein Meister und Zerstörer des Karfunkels (roter Granat) und des Diamants; denn die, die durch die Wahrheit des Wortes und der freien Lehre nimmer sich wollen erweichen lassen, die solle das mächtige Feuer weich machen! und unter den gewaltigen Schlägen des großen Hammers Meiner Weisheit sollen sie wie ein glühend Erz zu einem nützlichen Gerät unseres Hauses (himmlische Kirche) umgearbeitet werden; wohl werden sie noch viel Lärmens und Tobens machen, und werden raten hin und her, und auf und ab, und werden noch manche Pläne entwerfen; aber dies alles solle ein eitles Bestreben sein, und wird stets den entgegengesetzten Erfolg haben von alledem, was sie so ganz dadurch erstreben möchten; denn Ich allein bin der Herr, und habe die Macht, Kronen und Zepter zu brechen, und die zerbrochenen wieder aufzurichten, so sie sich an Mich wenden; aber wehe ihnen, wenn sie sich nicht an Mich wenden, und nicht bei Mir die wahre Hilfe suchen!

16 Könige, die an Mich sich halten, will Ich aufrichten, und ihnen geben eine rechte Weisheit, und eine große Macht daraus; und es werden dann ihre Völker hergehen, und sehr laut schreien: Heil dir, du unser großer von Gott uns geschenkter König und Herr! Was unser ist, das ist auch dein! Deine große Weisheit und Güte sei unsere wahre und lebendige Konstitution (Verfassung)! Dein Wort sei unser Wille, und dein Wille unser Gesetz! Wehe jedem Frevler an deinem gesalbten Haupte!

17 Aber hingegen Wehe, und dreimal Wehe jenen Königen, Herzögen und Fürsten, die allezeit Wortbrüchig und Treuebrüchig sind gegen ihre Nachbarn, und haben ihre Herzen erfüllt mit Lug und Trug. Ich sage es euch, die werden aber also vergehen wie die Milben eines Blattes! Denn Ich will nun die Erde fegen von allem Unkraute.

18 Alsdann aber wird eine Brücke gestellet werden zwischen hier und dort, auf daß die Bewohner der Erde leichter zu uns herüber kommen sollen, als bis jetzt auf der schon sehr morsch gewordenen Leiter Meines Jakobs, auf der nur Engel auf und ab steigen konnten.

19 Die Brücke aber solle sein sehr breit, und so eben wie der Spiegel eines ruhigen Sees; und es sollen weder am Anfange, noch in der Mitte, und noch am Ende der Brücke Wächter aufgestellet sein, zu untersuchen die Elenden, Schwachen und Presthaften; sondern da solle ein jeder ein vollkommener Freizügler werden und sein, und solle sich jeder jederzeit Rat und wahre vollkommene Hilfe von hier als von seiner wahren Heimat holen können!

20 Auf dieser Brücke aber werden auch wir die lange verlassene Erde wieder betreten, und dort unsere Kinder Selbst erziehen, lehren, leiten und regieren, und so das verlorene Paradies (in ihnen) wieder aufrichten.

21 Nun wisset ihr alle vollkommen Meinen Willen, und Meinen Entschluß; prüfet ihn, und jeder aus euch vergleiche damit seinen Mir gemachten Vortrag, seine Meinung, und seinen Wunsch, und ihr werdet es getreu finden, daß sie in ihm alle enthalten sind. Und niemand aus euch allen wird sagen können, daß er umsonst geredet habe!?

22 Also esset und trinket nun alle – auf das Wohl unserer Kinder und Brüder auf der Erde! Denn nun wisset ihr es alle, daß – und wie wir den Kindern der Erde helfen wollen, helfen müssen, und zwar bestimmt so eben helfen werden.« –

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