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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 82
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 81

Fortsetzung des großen Rates im Himmel. Die Rede des Petrus im Namen aller Apostel. Die große Rede des Paulus von der Gnade. Petrus das verletzende Richtschwert schwingend und Paulus mit dem blitzenden Geistesschwert

Am 21. Mai 1849

1 Darauf erhebt sich Petrus und spricht im Namen aller Apostel, sagend: »O Herr, Du meine Liebe, Du mein Leben! siehe dorthin, nach der alten Hauptstadt der Heiden, die bald darauf nach und nach zu entstehen angefangen hatte, als das alte Schlangennest Troja in einen Schutthaufen verwandelt wurde, und Babel und Tyrus Risse zum Einsturze bekamen; herrschet da nicht schon bei 1.000 Jahre lang ein aus dem Heidentume, Judentume, wie auch aus deiner sehr beschnittenen Lehre zusammengesetzter Hierach? Nennt er sich nicht Papst und Stellvertreter Gottes auf Erden? und einen Thron meinen Stuhl? und sich auch meinen Nachfolger?! – – Ist er dermal im Grunde etwas anderes, als ein heidnischer Regent eines kleinen Landes? Gibt er aber nicht vor, im Besitze aller Macht und Kraft deines allerheiligsten Geistes zu sein? und sucht er etwa nicht dennoch, so er in seinem weltlichen, wie in seinem vorgeblich geistlichen Regimente durch weltliche Aufstände bedrängt wird, nie Hilfe in seiner angeblichen Kraft des heiligen Geistes, sondern nur bei den größeren Machthabern der Welt? Ruft derselbe nun in großer Klemme etwa nicht öffentlich die Maria als seine vermeintliche alleinige Helferin um Schutz und baldige Wiederherstellung seines Reiches an? aber bei sich an solch' eine Hilfe gar nicht glaubend – – – – läßt er darum etwa nicht nun auch neben der angeflehten Hilfe Mariens noch andere Hilfe kommen? Gegen dieselbe wohl öffentlich ganz flüchtige Scheinproteste erhebend, um der Welt gewisserart zu zeigen, daß er an der Hilfe aus den Himmeln zur Genüge habe? und somit keiner weltlichen Hilfe bedürfe? aber so sich's eben die Machthaber dennoch trotz aller seiner Protestation nicht nehmen ließen ihm zu helfen, es also dann klar sei, daß es also dann diese Helfer unsichtbarer und heimlicher Weise von der mächtigsten Himmelskönigin angetrieben werden? Der Kirche Gottes auf Erden zu helfen? So sie die Pforten der Hölle zu überwältigen drohen?! Was – sagst denn Du o Herr zu dieser Gemeinde? – – –

2 Der Bruder Paulus stiftete sie wahr und rein; und sie erhielt sich durch mehrere hundert Jahre mehr oder weniger rein; aber, wie eher bemerkt, ist diese Gemeinde seit nahe 1.000 Jahren nun nicht in ein allerschmutzigstes und oft sogar sehr böses Heidentum übergegangen? Gierend nach nichts als Gold, Silber, Herrschergröße? und nach der allerabsolutesten Herrschaft über alle Völker der Erde?! Und für die Erreichung dieses Zweckes in einem fort in alle Gegenden die verschmitztesten Missionare aussendend? – – – Sage, o Herr! wirst Du solch einem über alle Maßen argen Treiben denn wohl nimmer irgend ein Ziel setzen?! – – –

3 Ist es nicht also, o Herr! daß nun die Völker, die sich lange von dieser vorgeblichen Himmelstochter am Narrenseil haben ganz geduldig herumzerren lassen, sich endlich einmal erkühnt haben, dieser vorgeblichen Tochter des allerhöchsten Himmels die glänzende Larve herabzureißen? und staunen nun ganz erbost, anstatt der Himmelstochter ganz was anderes zu erblicken?! Und nun bietet sie etwa nicht alles mögliche auf, die starken Risse ihrer alten Larve auszuflicken, und so viel als möglich unkenntlich zu machen? – Herr, es geschehe Dein Wille! Aber dennoch möchte ich Dich fragen, ob Du dieser elenden Kreatur etwa nicht lange genug durch die Finger gesehen hast? Und ob es nun nicht endlich wohl einmal an der Zeit wäre, sie gänzlich aus dem Buche der Lebendigen zu streichen, und ihren Namen in das Buch der Toten zu übertragen!? – – –

4 Denn lässest Du sie wieder zu Kräften kommen, so wird sie sich nicht nur nicht bessern, und wird keine Buße tun, sondern wird ihr Getriebe nur noch glänzender aufrichten, so – daß auch jene, die sich nun an Dich hielten, von ihrem üppigen Schoße angelockt – mit ihr im sinnlichsten Vollmaße werden zu gäulen (geilen) und zu buhlen anfangen. Und Dir wird dann endlich, und zwar in der Kürze dennoch nichts übrig bleiben, als mit ihr zu machen, was Du dereinst mit Sodom und Gomorra zu tun genötiget warst!? – – –

5 Es ist wohl wahr, daß uns dieselbe eine Menge der allerschönsten Kinder geboren hat, und darum auch Deine große Geduld und Nachsicht bei 1.000 Jahre nahe in einem fort mehr oder weniger ungetrübt genoß, und ich habe darob selbst eine recht große Freude gehabt, samt allen meinen Brüdern.

6 Aber ist sie nicht, ob ihrer zu großen Gäulheit unfruchtbar geworden? und wird uns wenig schöne Kinder zu Tage fördern? daher meine ich, ob es denn nicht endlich doch einmal an der Zeit wäre, ihr den Lohn zu geben, den sie sich verdienet hat?! – Übrigens geschehe dennoch allezeit wie ewig nur allein Dein heiliger Wille!« –

7 Rede Ich – zum Paulus: »Bruder Paulus, sage nun auch du, als ein Lehrer der Heiden, ob du mit all diesen Vorträgen und Anträgen einverstanden bist? Denn im Bezuge auf die Heiden hast du eine Hauptstimme, und so äußere Dich! Denn an euch ist es, wie Ich Selbst es euch verheißen habe, zu richten die Geschlechter der Erde!« –

8 Paulus verneiget sich, öffnet den Mund und spricht: »O Herr, ich habe die Heiden vielfach beobachtet und habe ihnen gepredigt Dein Wort, das sie annahmen mit großer Begierde und Freude, und haben sich dadurch teilhaftig gemacht Deiner Gnade – und doch waren sie Kinder des Vaters der Lüge und des Hochmutes; (dagegen) die Kinder Abrahams aber kreuzigten den hohen Gesandten von Gott, und erkannten ihn nicht! – Ich frage: Was wohl ist da rühmlicher, ein Heide oder ein Abrahamide? Was haben denn da die Juden für einen Vorzug vor den Heiden? Oder wozu ist ihre Beschneidung? Der Jude sagt wohl: O, die Beschneidung ist etwas gar Großes! Denn durch sie wird angezeigt, daß Gott nur mit diesem Volke geredet hat. Ich frage aber, ist das denn ein Verdienst des Volkes? oder ist es nicht vielmehr nur eine Gnade Gottes?! Oder glaubt wohl ein jeder Jude, daß Gott mit seinen Vätern geredet hat? Was liegt aber auch daran, sollte etwa ihr Unglaube den Glauben aufheben? Ich meine, das sei ferne! Denn ich finde unter allen Juden und Heiden nichts, das ich Gerechtigkeit und Verdienst nennen könnte; daher sei es besser also, daß Gott, unser Herr und Vater, allein wahrhaft und gerecht ist, alle Menschen aber, ob Juden oder Heiden, als nunmalige Christen sind falsch, und vor Gott kein nütze!

9 So aber der Heiden Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit dennoch preiset, was wollen wir denn dann noch richten?! Kannst Du, o Herr, Dich darüber erzürnen? O nein, das ist ferne von Dir! – Denn so Du Dich darüber erzürnen möchtest, da müßtest Du ja ungerecht sein, und das ist ewig ferne von Dir! Denn wer wohl würde die Welt erhalten, so Gott so dächte, als wäre Er gleich wie ein Mensch?! Ich will aber nun ganz auf meine alte menschliche Weise reden: Wenn dann aber Gottes Wahrheit durch meine Lügen herrlicher wird zu Seinem Lobe und Preise, saget! Warum sollte mich darum Gott als einen Sünder richten?! O! das wird Er nicht tun! So ich es aber aus dem Gesetze weiß, daß dies und jenes ein Übel (ist), so ich es tue; ich weiß es aber auch, daß – so ich das Übel begehe, da sicher etwas Gutes daraus entstehen muß. Wenn ich aber dann ob solcher Übeltat, die ich der guten Folge wegen beging, verdammt würde. Saget! wäre dies wohl eine gerechte Verdammnis?!

10 Was wollen wir aber sagen oder welchen Vorteil haben wir dabei, so wir schreien: »Herr! siehe doch endlich an – die Ungerechtigkeit Deiner Völker!?« Ich sage euch: Gar keinen Vorteil haben wir dabei; denn wir wissen es nur zu genau, daß alle Menschen vor Gott, so oder so, – Sünder sind, wie es denn auch geschrieben stehet: Da ist auch nicht einer, der da gerecht wäre vor Gott; so wir aber das wissen, wie können wir denn Gott zum Gerichte auffordern, als wären wir ohne Sünde gewesen?!

11 Saget mir doch! welches Ruhmes kann sich jenes schöne Weib dort an der Seite Gottes rühmen? Welch ein Verdienst hat sie denn gerechtfertigt vor Ihm? Und dennoch sitzt sie neben Ihm – pur aus Seiner Gnade. Welchen Verdienst hatte denn ich vor Ihm? Der ich die verfolgte, die an Ihn glaubten! Sehet, ich war ein Täter des Übels, und war die Ungerechtigkeit selbst; aber Gott kehrte sich nicht an meine Sünden, sondern berief mich, als wär ich ein Gerechter, und ich folgte dem Rufe Seiner Stimme, und ward sobald gerechtfertigt durch Seine Gnade! Wollet ihr nun Gott darum der Ungerechtigkeit zeihen, weil Er mir gnädig war?!

12 Wer aus euch kann denn wohl vor Gott sagen, daß er verständig sei und weise!? Ich sage es euch: Da ist nicht einer! – Und dennoch wollen wir Ihn zu einem Gerichte nötigen? – Wer aus uns hat je gefragt: Wer ist Gott, und was ist Er!? und dennoch möchten wir Gott einen Rat tun! Wer aus uns kann sagen: Ich bin nie von Gott abgewichen, und bin vor ihm nie untüchtig geworden?! Ich sage es euch, da ist von uns allen auch nicht einer um ein Haar besser als ein anderer, – und dennoch schreien wir: O Herr! siehe doch endlich einmal an – die große Bosheit der Menschen auf der Erde, und züchtige sie!

13 Was gilt es denn, so der Herr am Ende aufstehet und spricht, wie dereinst dort im Tempel zu Jerusalem zu den Juden, die Ihm eine Ehebrecherin vorgeführt haben! Ob wir uns dann nicht auch aus dem Staube machen werden?! Ich sage es euch: Nicht einer unter uns ist es, der da sagen könnte, Herr, ich habe nur Gutes getan, und bin mir keiner Sünde bewußt! Ja, wer aus uns ein Narr ist, der kann es sagen, gleich dem Pharisäer im Tempel, der auch Gott pries, daß Er ihn so überaus gerecht werden ließ! Aber wie wir alle es wohl wissen, der Herr hat seine Rechtfertigung verworfen, und die des sündigen Zöllners angenommen!

14 Da wir aber das alles also wissen, was vor dem Herrn gilt, warum bitten wir Ihn denn, – zu handeln nach unserem Ermessen, als wären wir weiser denn Er?! – O sehet, das ist von uns allen nicht fein! Was haben wir denn, das wir nicht empfangen hätten von Ihm? So wir alles von Ihm umsonst, ohne unser Verdienst empfangen haben, was rühmen wir uns denn, als hätten wir es nicht empfangen, und schreien Ihm die Ohren voll, und sagen – siehe, siehe, o Herr! – Als wäre Er taub und blind, und von schwachem Verstande, und von ebenso schwachem Willen?! O saget mir, Freunde, welche Wege haben denn wir selbst angelegt, ohne daß Er uns mit Seinem Finger den unwandelbarsten Plan ehedem vorgezeichnet hätte?!

15 Da wir aber schon alles von Ihm haben, und alles, was wir waren, und was wir nun sind, nur durch Ihn und in Ihm sind, wie können wir dann sagen, Herr erfülle endlich, was Du verheißen, und vertilge die Täter des Übels auf der Erde? – Ich meine, daß wir da sehr vorlaut wären?!

16 Sehet, der Menschen Mund war allezeit ein offenes Grab; ihre Zungen redeten allezeit Lügen, und Viperngift war unter ihren Lippen; ihre Füße eilten allezeit – Blut zu vergießen, und alle ihre Wege waren stets voll Unfall, Trübsal, Herzeleid und Bedrängnis aller Art; den wahren Weg des Friedens aber hat noch kein Sterblicher erkannt in seiner Tiefe; denn die Furcht Gottes war ihnen stets noch wie ein Traum!

17 Wir wissen aber, daß, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetze sind, nicht aber auch denen, die entweder über dem Gesetze wohnen oder vom Gesetze nie etwas gehört haben, auf daß aller Welt endlich einmal der Mund verstopfet werde, und sie endlich einsähe, daß wir – und alle Welt, ewige Schuldner zu Gott sind und verbleiben! Fasset doch einmal das! – Kein Fleisch kann je durch das Gesetz vor Gott gerechtfertigt werden, wenn es auch erfüllet würde bis zum letzten Jota; denn durch das Gesetz kommt ja die Erkenntnis der Sünde! Wer aber die Sünde erkennt, der ist aus der Sünde, und die Sünde ist in ihm! –

18 Wir aber haben eine neue Offenbarung erhalten, in der uns, wie schon ehedem durch die Propheten ihre Gesetze, gezeiget wird, daß die Menschen auch ohne das Hinzutun des Gesetzes zu jener wahren Gerechtigkeit gelangen können, die allein vor Gott gilt; – warum schreien wir denn: Herr! richte sie, und gebe ihnen den verdienten Lohn! und vertilge ihre Namen im Buche des Lebens! und übergebe sie dem Tode!? O Freunde! das ist nicht fein von euch; wohl saget ihr allezeit am Ende: Aber nur Dein Wille! – Aber das entschuldigt eure Herzen nicht! Denn wahrlich, eher möchte ich in den Tod gehen, als zum Herrn sagen: Herr, tue dies und jenes! Haben denn wir dem Herrn einen Sinn gegeben oder haben nicht wir vielmehr alle Sinne von Ihm? und dennoch reden wir, als bedürfe Er unseres Rates!? Wenn Kinder lallen, so lange sie noch unmündig sind, da mag so was wohl angehen; aber alte Bürger des Himmels – meine ich, Paulus, sollten doch schon wissen, was sie sind, und was und wer der Herr ist!

19 Meinet ihr denn, vor Gott gelte die Sünde etwas? Ihr irret euch alle; die Sünde ist vor Gott stets ohne allen Wert gewesen, so oder so! Wer die Sünde gerichtet haben will oder wer die Sünde richten will, der muß selbst ohne Sünde sein; denn es ist unmöglich, daß ein Sünder den andern richten solle! So er ihn aber schon richtet, da richtet er als ungerechter Richter; denn in der Sünde ist keine Gerechtigkeit! So aber vor Gott alle Menschen Sünder sind, und die Sünde und Ungerechtigkeit ihr Anteil ist, – mit welchem Rechte wollen sie denn da richten? –

20 Welche Gerechtigkeit haben sie denn als Sünder?! Ja, wir haben wohl eine Gerechtigkeit, die da gilt vor Gott; aber diese kommt nicht aus unserer Erkenntnis über die Sünde und Nichtsünde, und auch nicht aus dem Gesetze und aus den Werken nach dem Gesetze, sondern aus dem Glauben an Ihn, und aus der reinen Liebe zu Ihm! – Und diese Gerechtigkeit heißt »Gnade« und göttliche Erbarmung.

21 Es gibt vor Gott keinen Unterschied zwischen Menschen und Menschen; denn sie sind allzumal Sünder, so oder so, und mangeln des gerechten Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen! Wenn sie aber nach ihrem Glauben von Gott angenommen werden, so werden sie ja doch ohne Verdienst gerecht, pur durch Seine Gnade, welche hervorgeht aus Seinem höchst eigenem Werke der Erlösung, an der wir eigentlich doch keinen verdienstlichen Teil haben können?! Denn so wenig wir Gott die Welt und alle Himmel haben erschaffen geholfen, ebensowenig konnten wir Ihm bei dem noch größeren Werke der Erlösung behilflich sein! So wir aber an dieser zweiten größten Schöpfung und Neugestaltung aller Dinge unmöglich einen verdienstlichen Teil haben können, da eben wir selbst die Erlösten sind; wie sollen wir uns denn nun an dem allein Gott zukommenden Richteramte beteiligen wollen, indem wir doch selbst als Begnadigte die Erlösten sind?! – –

22 Kennet ihr aber den wahren Richterstuhl Gottes? – Sehet, dieser ist Christus, in Dem da wohnet ewig die Fülle der Gottheit körperlich! Dieser Richterstuhl Gottes aber ist durch Seine höchst eigenen Werke zu einem Gnadenstuhle geworden, und kann gnädig sein, dem Er will, und barmherzig, dem Er barmherzig sein will!

23 Wo aber bleibt sonach unser Ruhm? Ich sage es euch, mit diesem ist es aus! Denn durch welchen Gesetzes Werke solle er unser sein?! Gibt es denn ein Gesetz ohne Sünde oder eine Sünde ohne Gesetz?

24 Wir aber haben dennoch einen Ruhm und eine Gerechtigkeit; aber das kommt nicht aus dem Gesetze, noch aus den Werken danach, sondern pur aus Seiner Gnade, deren wir teilhaftig wurden durch den Glauben an Ihn, und an die Werke der Erlösung. Aber diese Gerechtigkeit gibt uns vor Gott dennoch kein Recht mit Ihm zu Gerichte zu sitzen, indem wir vor Ihm, wenn auch hier als schon Hochbegnadigte, dennoch dieselben Sünder sind, die wir allezeit waren.

25 Da wir aber nur aus dem Glauben heraus von Gott sind gerecht gemacht worden, und nicht nach der Erfüllung des Gesetzes, da sollte ja der Glaube das Gesetz aufheben? O, das sei ferne, denn der Glaube richtet das Gesetz erst auf, und macht es lebendig; aber das Gesetz richtet den Glauben nicht auf, sondern tötet ihn, so es nicht zuvor durch ihn lebendig geworden ist!

26 Das Leben des Glaubens aber ist die Liebe, und das lebendige Gesetz ist die Ordnung der Liebe! – – Wenn dann der Glaube gerecht ist, so ist alles gerecht; ist aber der Glaube falsch, so ist auch die Liebe falsch, und ihre Ordnung so gut wie keine!

27 Aber wer kann dafür, so jemand einen falschen Glauben überkommt aus einer falschen Lehre? Ich aber sage: Wer da glaubt wie er gelehrt wurde, dessen Glaube ist dann auch ohne Falsch bei Dem, der da glaubt, und wird die Gnade finden! Aber wehe dem Lehrer falscher Lehre! Denn er ist ein Täter des Übels, und ein Störer der göttlichen Ordnung! Aber nicht wir, sondern allein der Herr kann sie richten!

28 Als aller geschaffener Geister größter und reinster (Michael), mit dem Satan auf dem Sinai um den Leib Mosis rang, was dir Bruder Moses bekannt ist, da richtete der mächtige Geist den Satan dennoch nicht, sondern sprach zu ihm: Der Herr wird dich richten! So aber sich ein Michael kein Gericht über den Satan anmaßte, wie sollen wir da über unsere Brüder richten oder den Herrn zu einem Gerichte (anraten) vermögen wollen?! O, das sei ferne von uns! –

29 Ich aber sage, der Herr handelt und richtet lange schon, und hat nicht gewartet auf unseren Rat; daher betrachtet auch diesen nunmaligen Rat für eitel; aber so der Herr zu euch sagen wird, tuet dies und jenes, da sei euer ganzes Wesen pur Tat nach dem Worte des Herrn! Denn des Herrn Wort ist schon die vollste Tat in euren Herzen! –

30 Dir o Herr aber danke ich, daß Du dies Wort in meinen Mund geleget hast! Möchte es doch auf Erden wie in allen Himmeln die besten Früchte tragen! – Dir allein aller Ruhm und aller Preis, ewig! Amen!«

31 Rede Ich: »Paulus! du bist wie Mein rechter Arm und Mein rechtes Auge; dich habe Ich zu meinem Rüstzeuge erkoren, und das wirst du auch verbleiben ewig. Du hast recht geredet in allem, und es ist also, und es verhält sich also! –

32 Aber dem ungeachtet werden wir denn doch nun auch noch diese Neuangekommenen fragen, was da nun ihre Meinung ist? Und wir werden darauf einen rechten Beschluß fassen;

33 und so rede denn nun du, Robert Blum! Sage, was sollen wir nun der Erde tun, darum sie so viel ungerechten Blutes eingesogen hat; welche Sühne verlangst du von ihr und ihren Mächtigen, die dich gerichtet haben?!«

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