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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 47
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 46

Guter Rat an die Wiener Seelen, und die Frage Roberts nach den drei ehemaligen Anführern Messenhauser, Jellinek und Dr.Becher. Eine hasche Kritik von den Wienern über diese sogenannten »Volksfreunde« Roberts

Am 11. Februar 1849

1 Spricht Robert: »Ich wußte es ja, daß es mit euch leicht zu handeln ist, und das macht mir wahrlich wahr eine große Freude; bleibet stets also, wie ihr nun seid, und habet ein weiches und beugsames Herz, so wird euch die Erreichung des von Gott gestellten Zieles eine leichte Mühe machen.

2 Aber nun noch etwas, liebe Freunde: »Saget ihr mir, so ihr es könnet, wo sind denn die drei irdischen Kampfgenossen, als (da waren) Messenhauser, Jellinek und Dr.Becher hingekommen?« – Ich habe euch nun schon einigemale Mann für Mann durchgemustert, und fand schon recht viele mir von Wien aus wohlbekannte und wohlehrenwerte Freunde; aber von den dreien kann ich leider niemanden entdecken! Sind sie in dieser Welt von euch auch noch nicht gesehen worden? oder habt ihr sie vielleicht irgendwo zurückgelassen? Saget mir darüber etwas, so ihr's könnet! – Danach will ich sogleich in dies Haus einziehen mit diesem meinem liebsten Freunde.«

3 Sprechen einige aus der Menge: »O Freund! wie fragst du um diese drei Erzlumpen?! Die sind nicht unter uns, wir wollten's ihnen auch gar nicht raten – sich unter uns irgendwo blicken zu lassen; no, hörst du! denen wollten wir's gar kurios beschreiben, wie es hier in der Geisterwelt aussieht!

4 Glaubst du denn, diese haben es auch so redlich mit uns gemeint, wie du? O! da wärest du in einer sehr großen Irre! Siehe, diese drei, die sich so wichtig machten, und sich nicht selten also gebärdeten, als könnten sie mit dem kleinen Finger die ganze Erde bezwingen, taten das nur des irdischen Gewinnes halber; so sie ihre Säckel vollgestopft hätten, und hätten dann mit diesen, ihren alleinigen Lieblingen, so ganz unbemerkt etwa in die liebe Schweiz oder sonst wohin entwischen können, so hätten uns dann in Wien alle Katzen, Hunde und Schweine auffressen können, da hätten sie sich sicher sehr wenig daraus gemacht! Aber es ist ihnen ihr sauberes Plänchen nicht gelungen, und so hieß es denn am Ende: Mit gestohlen, mit gehängt!

5 Wir wollen gerade von den letzten zweien das nicht ganz bestimmt behaupten; aber der Messenhauser, das war dir ein 16-lötiger, und verstand es aus der Kunst viel blinden Lärm zu machen, und sich dafür seine Säckel zu füllen! Hat er uns nicht die Munition verleugnet, und hat die tapferen Verteidiger Wiens gerade dorthin zu beordern gewußt, wo die Gefahr am geringsten war; wo aber die Feinde herkamen, da ließ er ihnen das Türl offen! O das war ein feiner Lump! Wahrscheinlich dachte er sich dabei heimlich: – Die dummen Wiener habe ich nun am Bandl; die halten mich für ihren Retter, und lassen darum die Haare! Nun mache ich an ihnen einen Verräter, und liefere sie alle in die Hände des Windischgrätz, so wird mir dieser wohl auch so ein allerliebstes Denunziantensümmchen zukommen lassen?! – Aber oha! Nix da! – fehl geschossen Herr Messenhauser, andere waren geschwinder, und haben eher als Messenhauser den Weg zum Feldmarschall gefunden! Dieser verstand gleich anfangs schon gar keinen Spaß, machte mit Messenhauser nicht viel Umstände, und sandte ihn mit einer Extraschnellpost in diese Welt. Nun ist er sicher auch irgendwo hier in dieser Welt angestellt, wo aber? Das werden die Engel Gottes sich besser wissen, als wir! Gott Lob, unter uns ist er nicht.

6 Und eben so sind auch der Jellineck und Dr.Becher nicht unter uns; Gott hab' sie selig, wo sie sind, aber wir sind sehr froh, daß sie nicht unter uns sind! Wir wissen von ihnen zwar gradewegs nichts besonderes, außer daß sie mit den Gänsekielen noch ärger herumfuchtelten, als der Feldmarschall mit allen seinen Kanonen, und daß beide wahre Zungenkünstler waren, wodurch sie viele dahin brachten, sich mit ihnen am Ende auch ex officio odioso auf die Entdeckungsreise in diese Geisterwelt begeben zu müssen; das ist ungefähr alles, was wir von ihnen wissen! Einige, die durch den sozialen Eifer des Jellinek und Dr.Becher die Reise in die Geisterwelt unternehmen mußten, sind wohl unter uns hier; aber sie wissen von ihren Cooks und Perings eben so viel wie wir.

7 Nun macht es uns zwar wenig mehr, da wir denn doch im Ernste nach dem Tode fortleben, und das, aufrichtig gesagt, geradewegs gar kein schlechtes Leben; aber so wir mit dem lumpigen Kleeblatte irgendwo zusammen kämen, so würden wir ihnen bloß so einige ganz unschuldige Leviten auf echt wienerisch vorlesen! Jetzt ist es freilich gut, und wir sind nun sehr froh, das dumme irdische Schmeißleben und Hurenleben für alle Ewigkeiten überstanden zu haben, um welches Leben es wirklich keinem ehrlichen Kerl leid sein darf! Aber weißt du, so kitzeln macht es uns dennoch manchmal, so wir der Gewissenlosigkeit jener Lumpen gedenken, die unser gutes Vertrauen so schmählich mißbraucht haben!

8 Aber in Gott's Namen, jetzt ist uns schon völlig alles eins; Gott wird's ihnen schon geben, wie sie sich's verdient haben! Nun weißt du so viel als wir über die drei, wo sie in dieser Welt (sind); wie sie aber auf der Erde waren, das wirst du ohnehin besser wissen als wir, weil du besonders mit Messenhauser öfter die Gelegenheit hattest Worte zu tauschen, als wir armen Teufel, die wir bloß als ein Kanonenfutter betrachtet wurden! Und so haben wir dir nun alles gesagt, was wir wußten.«

9 Spricht Robert: »Meine lieben Freunde! für's erste – tut es mir wahrlich leid, daß jene drei, um die ich euch fragte, sich nicht unter euch befinden; für's andere – aber sage ich euch: Enthaltet euch hier im Reiche des ewigen Friedens, der Sanftmut und der Liebe alles Urteiles, und gelte dasselbe, wem immer es wolle; denn wir haben nie jemanden je etwas gegeben und geben können, was wir zuvor nicht selbst empfangen hätten; haben wir's aber selbst alles empfangen, was wir nur immer hergegeben haben, sei's Gut oder Blut oder Leben, so können wir auch nicht die Nehmer also beurteilen, als wenn sie uns unseres baren Eigentums entblödet hätten, sondern also nur, als so sie es von uns entliehen hätten, was wir selbst nur als ein zeitweiliges Darlehen besaßen! Ob es gefehlt war oder nicht, daß sie uns des Darlehns beraubten, das lassen wir dem großen Eigentümer, der der alleinige wahre Richter über alles ist, das allein Ihm angehört, über; der wird das richtigste Urteil fällen!

10 Wir aber wollen von nun an also handeln, wie Christus der Herr es gelehret hat; nämlich: Unseren Feinden wollen wir Gutes tun, und die uns fluchen, die wollen wir segnen, und denen, die uns hassen, wollen wir mit Liebe entgegen kommen, so werden wir vor Gott dem Herrn als Ihm wohlgefällige Kinder erscheinen, und Seine Gnade wird mit uns sein ewiglich!

11 Denn wir beten ja oft: Herr! vergib uns unsere Schulden, so wie wir unsern Schuldigern vergeben! Tun wir also das, so wird uns auch der Herr vergeben, wie oft, und wiegestaltig wir auch immer gesündiget haben! Wann wir allen alles werden vergeben haben, dann wird auch uns alles vergeben sein. – Seid ihr mit diesem meinem Antrage einverstanden und zufrieden?«

12 Schreien alle: »Ja, ja, ja! wir sind mit dir ganz einverstanden!«

13 Spricht Robert: »Nun, so lasset uns ins Haus ziehen!«

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