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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 4
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 3

Weitere Forschungen unseres Ungläubigen in seinem finsteren Jenseits. Befreiungsgedanken. Etwas über einer vermeintlichen Narkose

1 Diese Sache kommt ihm sehr bedenklich sonderbar vor; er prüft auch sein Gefühl, ob dieses nicht etwa an den Extremitäten so gewisserart noch halbtot sei? – Aber er überzeugt sich durch ein tüchtiges Kneipen und Reiben über alle seine Seelenbestandteile, daß sein Gefühl durchaus nicht tot ist, im Gegenteile nur gar zu sehr lebendig.

2 Als er sich nun genau prüfend von allen Seiten überzeugt, daß er vollends lebendig ist, und sich von keiner Seite her irgendwie eingeschlossen befindet, außer von einer vollkommensten Nacht und Finsternis, da fragt sich Robert Blum endlich ganz verzweifelt aufgeregt:

3 »Wo in drei Teufels Namen bin ich denn?! – Was haben denn die durstigen Bluthunde aus mir gemacht? – Erschossen haben sie mich nicht, sonst lebete ich nicht; eingesperrt haben sie mich auch nicht; denn da finde ich weder Wand noch Boden, und keine Fesseln an meinen Gliedern; – mein vollkommenes Gefühl habe ich auch; die Augen habe ich auch; sie sind mir nicht ausgestochen, und doch sehe ich nichts! – Was haben sie denn mit mir gemacht? – Wahrhaftig, das ist schaudervoll merkwürdig! – Dieser Menschenfeind, der mich proforma hat erschießen lassen, muß durch irgend einen Chemiker mich vielleicht auf eine ganz eigene Art, etwa durch ein aller sonstigen gelehrten Welt unbekanntes Narkotikum haben narkotisieren lassen, welcher Operation zufolge ich nun mich in diesem Zustande befinde!? – Aber warte du Wüterich, du Völkerrechte-Mörder, wenn ich aus dieser Narkose komme, wenn ich wieder nach Frankfurt komme, dann freue dich! – Ich werde dir eine Suppe kochen, eine ganz verdammt heiße Suppe!

4 Dieser Zustand wird nicht ewig dauern; man wird mich in Frankfurt und in ganz Sachsen requirieren (anfordern), und ich werde, ja ich muß dahin kommen! – Und bin ich dort, dann tausendfaches Wehe dir! – Du sollst dann kennen lernen, was für ein Frevel es ist – an einem ersten Reichstagsdeputierten sich also schonungslos und aller völkerrechtswidrigst zu vergreifen! – Mein ganzes Wesen, ganz Deutschland, ja ganz Frankreich darf nicht eher ruhen, als bis diese allerschmählichste, mir, einem Reichstagsdeputierten angetane Unbill in aller Fülle gesühnet sein wird! – Und das auf eine Art gesühnt, von der die Erde, und die ganze Weltgeschichte noch kein Beispiel aufzuweisen hat!! – –

5 Wenn ich aber nur schon bald aus dieser sonderbaren Narkose geweckt würde! – Ich brenne vor gerechtester Rache, und dieser lästigste Zustand dauert noch immer fort! – Das ist doch eine echt teuflisch verfluchte Erfindung! Aber nur Geduld; es wird, es muß bald besser werden!! – –

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