Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Jakob Lorber >

Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 38
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
Schließen

Navigation:

Kapitel 37

Von der großen Seelengefahr des Lobes

1 Rede Ich, Jesus: »Höre, du Mein lieber Freund und Bruder! Das wird sich nun nicht tun lassen, indem hier in der Welt der Geister nur das in die wesenhafte Erscheinlichkeit treten kann, was eine Menschenseele in ihrem Herzen mit herüberbringt; ist das Herz aber geistig ganz leer, wie es bei dir leider der Fall ist, trotzdem, daß du dagegen protestierst, so kann daraus auch nicht das allerkleinste Rasenplätzchen zum Vorscheine kommen!

2 Du sprachst auch, daß Ich dir lieber etwas vom gestirnten Himmel kund tun solle, als daß Ich dir deine irdischen Fehler vorrupfe; das glaube Ich dir recht gerne, denn einer jeden Seele ist das schon vom Urbeginne ihres Seines lieber, so sie gelobt, als so sie wenn auch begründetstermaßen getadelt wird!

3 Aber glaube es Mir, jedes, auch sogar verdiente, Lob ist ein Gift für die Seele, und daher auch schädlich für den Geist. Wenn ich dir Feind wäre oder sein könnte, da würde Ich dich loben, um dich dadurch zu verderben; da Ich aber dir sicher ein größter Freund bin, so muß Ich ja schon darum offen und aufrichtig mit dir reden, weil Ich dir ein wahrer Freund bin! Denn ein schändlicher Schmeichler ist jedem ein barster und gefährlichster Feind darum, daß er unter der Maske der Freundschaft gewöhnlich nur einen reißenden Wolf birgt. Ja Ich sage dir, du kannst dir nichts Ärgeres antun, als so du dich selbst lobest, und eine rechte Freude an deiner eigenen Vortrefflichkeit hast; denn dadurch versetzest du dir selbst einen barsten Todesstoß in dein eigenes Herz;

4 Ich habe darum es auch allen Meinen Jüngern strenge aufgetragen, sich auch sogar dann nicht zu loben oder loben zu lassen, so sie auch alles getan haben werden, was nur immer Gott von ihnen haben will; denn auch da sollen sie von sich dennoch stets ganz ernstlich sagen und behaupten, daß sie nichts als unnütze Knechte waren!

5 Warum aber forderte Ich solches von den Jüngern? Siehe darum, weil Ich allein es nur zu klar sehe, was die Seele tun muß, um sich selbst durch die Freimachung ihres Geistes wahrhaft frei zu machen. Es gibt in der ganzen Unendlichkeit nur ein wirksames Mittel zur Erreichung dieses Zweckes, und dieses einzige Mittel heißt die Demut des Herzens, im ganzen Umfange ihrer Bedeutung!

6 Die rechte vollkommene Demut aber, die allein der Seele wahrhaft nützen kann, schließt auch selbst das schwächste, stillste und bescheidenste Selbstlob aus, weil durch dasselbe die Selbstliebe, welche ist eine Abwendung von der Gottheit, und daher in sich der rechte Tod, eine Nahrung bekommt, das heißt: eine Nahrung zum Verderben des Geistes, welches ist ein rechter Tod der Seele.

7 So Ich dich nun dazu auch noch loben möchte, da für's erste – alle deine irdischen Handlungen im Grunde nur Meinen gerechten Tadel verdienen, und für's zweite – in dir noch dazu eine große Gier nach Lob vorhanden ist, aus der heraus du dich selbst nur zu gerne vor Mir erheben möchtest oder Mich wenigstens dahin bringen, daß Ich deine Weisheit anerkennete, und vor der Schärfe deines Verstandes so einen recht massiven Respekt bekommen solle, was würde da aus dir werden?!

8 Ich aber setze den Fall, daß es möglich wäre – solches an Mir zu bewirken, was käme dann für dich heraus? Siehe, nichts anderes, als daß Ich von dir als Besiegter weichen müßte, da Mich deine größere Stärke unterjochete, was aber in der Geisterwelt so viel sagen will, als seinen Gegner verschlingen, und sogestaltig aus der Erscheinlichkeit treten machen; die Folge davon wäre, daß du für's erste – wieder ganz allein dastehen würdest, und für's zweite – es dann wohl äußerst schwer halten würde, daß du je wieder zu einer Gesellschaft kämest; denn so Ich jemanden verlassen würde, der wäre dann auch für ewig verlassen, und der wahre Tod müßte der ewige Anteil seiner Seele sein und bleiben!

9 Aber es ist so etwas wohl rein unmöglich; niemand kann es mit Meiner Weisheit aufnehmen; selbst der größte Weise aus allen Sternen muß sich vor Meiner Weisheit beugen bis zur innersten Faser seines Lebens, und das ist heilsam sogar für den größten und tiefsinnigsten Engelsgeist; denn auch die größten Engel müssen demütig sein, so sie ganz selig sein wollen, obschon ihr Weisheitsglanz jede Sonne zum finsteren Klumpen umstalten müßte, so diese in seines Lichtes Sphäre käme!

10 Um wie viel notwendiger ist dir sonach eine rechte Demütigung, der du noch ganz leer bist von allem, das dich nur wenigstens mit dem leisesten Schimmer eines reelen Seins erfüllen möchte! Beurteile daher künftig genauer alles, was Ich dir vorhalten werde, und werde darob nicht erbost, sondern – bekenne deine Schuld vor Mir! und demütige dich! so wirst du in Augenblicken weiter kommen, als so in Jahrtausenden!

11 Bedenke das wohl, und sage Mir es genau, was du tun wirst? und Ich werde Mich danach richten von nun an.«

 << Kapitel 37  Kapitel 39 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.