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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 32
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 31

Roberts bewundernde Zustimmung zum Obigen. Dessen weitere Hauptfrage. Wie und wo ist diese wahre Gottheit? Er will »glauben«

1 Spricht Robert: »Höchstgeehrtester Freund! Was solle ich da über diese Sache noch mehr denken, als was du nun gedacht und ausgesprochen hast; denn alles, was Du mir erläuterst, ist klar wohlverständlich, und zugleich unwidersprechlich wahr! Es kann wahrlich die Gottheit nicht anders sein und handeln, als so, wie Du es mir dargestellet hast; denn um ein Haar darüber oder um ein Haar darunter müßte die Gottheit aufhören Gottheit zu sein, oder so Sie ausbliebe, da wäre es doch wenigstens mit allen Ihren Schöpfungen ehest völlig zu Ende!

2 Ich sehe es nun auch von selbst ein, daß ein jeder Geist, so er für die höchste Wonne und für alle Reize der Glückseligkeit Empfänglichkeit haben muß, und das zarteste Gefühl, und eine allerfeinste Empfindung und Wahrnehmung, daß ihm auch die allersubtilsten Eindrücke unmöglich entgehen können und dürfen, so er wahrhaft glückselig sein soll; und – so muß er im Gegenteile mit dergleichen Empfänglichkeit, als ein lebendiger Geist auch die schlimmen Eindrücke mit einer gleichen Gefühlsschärfe wahrzunehmen imstande sein, ansonst er entweder halbtot oder geistiger Weise narkotisiert (hypnotisiert) sein müßte, was sich aber mit seiner stets gleich freiesten Willenskraft und mit deren Tätigkeit doch unmöglich vertrüge!

3 Siehe, das sehe ich nun ganz klar ein, und es kann daher die Gottheit nur so, wie Du Sie mir im klarsten und besten Verhältnisse zu Ihren Geschöpfen darzustellen die Güte hattest, als für ewig beständig existierbar sich denken lassen; darum ich denn auch nicht weiter mehr darüber nachdenken kann, weil ich in der wahrsten Notwendigkeit Deiner Gedanken mich vollends zurecht gefunden habe. –

4 Aber nun kommt eine andere Hauptfrage, und zwar diese: Wo, wo, ist denn diese Gottheit? – Wo ist ihre ewige Burg? in welcher Region der Unendlichkeit hat Sie denn für ewig Ihre Wohnung aufgerichtet? Denn irgendwo muß Sie denn doch so ganz eigentlich in aller Ihrer Fülle zu Hause sein? Hat Sie eine Gestalt? – Welche wohl? – Oder ist Sie gestaltlos, und Ihr Sein ist ein unendliches ohne Form, damit Sie eben darum der Inbegriff aller Formen sein kann? – – Siehe Freund, da wir nun die Notwendigkeit eines obersten Gottseins klarst einsehen, so ist nun das wo, und wie für uns von der größten Wichtigkeit!

5 Vor allem aber muß ich Dir doch bekennen, daß es mir viel lieber wäre, so die Gottheit möglicher Weise doch unter einer Form vorhanden wäre, und zwar eben in der menschlichen; denn eine völlig Ihrem Wesen nach entweder unendliche Gottheit, oder eine Gottheit unter einer unserer menschlichen ganz fremden Form, könnte weder ich, und ebenso wenig auch jemand anderer aus allen seinen Kräften lieben!

6 Denn ein Wesen, das man entweder nie erfassen und beschauen kann, wie auch ein Wesen in einer unserer menschlichen ganz fremden Form, die für uns nur mehr oder weniger abschreckend sein kann, kann nie geliebt werden! – Mathematisch ist freilich wohl die Gestalt einer vollkommenen Kugel die vollkommnste; aber moralisch sicher die unvollkommenste!? – Es nehmen sich wohl die großen himmlischen Leuchtkugeln sehr schön aus, aber das macht das Licht; ob man aber auch eine solche Leuchtkugel lieben könnte? Wahrlich, auf diese Frage würde mein Gefühl offenbar verstummen müssen!

7 Daher, mein liebwertester Freund, da Du in allem Ernste mit der Gottheit um vieles näher vertraut zu sein scheinst, als ich es bin, so mache vor mir keinen Rückhalt, und rücke auch einmal mit der lieben Gottheit, und zwar mit dem wo, und wie vollernstlich heraus!

8 Denn von nun an brauchst Du mit mir nicht mehr gar so beweisgründlich zu reden, wie bisher; ich bin von Deiner tiefsten Weisheit vollkommenst überzeugt, und will, gerade herausgesagt, Dir auf's Wort glauben, was Du mir nur immer sagen wirst; daher bitte ich Dich, daß Du mich darüber nicht im Zweifel belassest, da ich doch schon in anderen auf dieses Hauptthema Bezug habenden Dingen von Dir wahrlich die allergenügendste Aufklärung erhielt!«

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