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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 30
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 29

Der Sinn des Textes: »Weichet von Mir, ihr Verfluchten«. Wer verflucht? Der böswillige Geist sich selbst nur. »Gott wohnet im ewigen unzugänglichen Lichte«, und von der Sünde wider den Geist Gottes

1 Rede Ich: »Wenn du jene dir so schauderhaft vorkommende Sentenz aus dem Evangelium nur einmal als ein kritischer Denker bloß grammatikalisch durchgegangen hättest, so müßtest du schon aus der alleinigen Wortfügung auf den ersten Blick erkannt und eingesehen haben, daß die Gottheit damit ein wirkliches richterliches Verdammungsurteil über die sogenannten verstockten Todsünder nie habe für ewig wirkend aus der Allmacht heraus aussprechen können, und noch weniger wollen!

2 Denn sieh, es heißt da: »Weichet von Mir, ihr Verfluchten!« – Also sind die schon verflucht, an die das Gebot ergeht, denn sonst müßte es heißen: Darum ihr vor Mir allezeit so gröblichst und unverbesserlich gesündigt habt, so verfluche Ich als Gott euch nun für ewig zur Hölle ins ewige Qualfeuer! – –

3 So aber die schon verflucht sind, an die die Gottheit solche Sentenz ergehen läßt, so folgt für's erste – schon daraus, daß die Gottheit hier durchaus nicht als Richter, sondern nur als ein alles ordnender Hirte auftritt und denen von Ihr leider aus eigener Willensmacht ganz abgetrennten Geistern einen andern Weg strenge erweisen muß, weil sie sonst alles Verbandes mit der Liebe der Gottheit ledig, unmittelbar in die Arme der Allmacht geraten müßten, wo es dann um sie wahrlich geschehen sein müßte!

4 Für's zweite aber – fragt es sich: da solche aber schon verflucht sind, wer sie dann verflucht hat? – Die Gottheit unmöglich; denn so die Gottheit jemanden verfluchete, da wäre keine Liebe in Ihr und auch keine Weisheit; denn jeder Geist ist ja aus der Gottheit, wie alles andere; so die Gottheit aber also gegen Ihre Werke, die aus Ihr sind, zu Felde zöge, zöge Sie da nicht so ganz eigentlich gegen Sich selbst, um Sich zu verderben, anstatt stets mehr und mehr von Ewigkeit zu Ewigkeit Sich aufzurichten, durch die stets wachsende Vollendung Ihrer Werke, Ihrer Kinder?

5 So aber die Gottheit da unmöglich als ein Richter erscheinen kann, außer allein aus Ihrer Liebe und Weisheit heraus, so ist es ja klar, daß solche Geister zuvor durch jemand anderen mußten gerichtet worden sein! Durch wen aber? Diese Frage ist gar leicht zu beantworten, so man nur so viel Selbstkenntnis besizt, um einzusehen, daß ein Wesen, das einerseits einen vollends freien Geist und Willen hat, der eigentlich allein der Liebe und Weisheit Gottes entstammt, andererseits aber, auf daß es von der Allmacht isoliert werden könne, um ein wahrhaft vollkommen freies Wesen zu werden, dennoch auch eine Zeitlang einen (wohl verstanden) von der Allmacht gerichteten Leib, und eine äußere gerichtete Welt, mit eigenen ebenfalls gerichteten Reizen haben muß, durch niemand andern, als lediglich nur durch sich selbst gerichtet und bestimmt werden kann; oder was dasselbe ist: Es kann sich (ein solches freies Wesen) nur selbst verfluchen, oder – gänzlich von aller Gottheit absondern und ablösen! –

6 Die Gottheit aber, die auch solch einem Wesen darum dennoch die Freiheit nicht nehmen kann und will, kann da doch nichts anderes tun, als ein oder mehrere solche verirrte Wesen bei ihrer Beschaffenheit anrufen und ihnen den Weg aus Ihrem weisesten Liebeernste anzeigen, auf dem für sie die Rettung möglich ist und sie wieder in den Verband der Liebe und Weisheit Gottes treten können, außer welchem Verbande keine absolute Freiheit, und somit auch kein geistiges ewiges Leben denkbar ist, da gewisserart außer diesem Verbande allein nur die Allmacht der Gottheit wirkt, in der nur die Kraft, Gottes Liebe und Weisheit, als ein Wesen mit der Allmacht, als das Urleben alles Leben bestehen und sie leiten kann; jedes andere von diesem Urleben abgelöste Leben aber muß in ihr zugrunde gehen und ewig erstarren, weil es für sich doch unmöglich der endlosesten Kraftschwere nur den allerleisesten Widerstand leisten kann!

7 Darum heißt es auch: Gott wohne im ewig unzugänglichen Lichte! Was soviel sagen will als: Gottes Allmacht, als der eigentliche Machtgeist Gottes, der die Unendlichkeit erfüllet, ist für das Sein jedes geschaffenen Wesens, so es bestehen solle, für ewig unzugänglich; denn jeder Konflikt (Kontakt) mit der ledigen Allmacht Gottes ist der Tod des Wesens! Also wird auch eine Sünde gegen diesen Machtgeist als höchst verderblich bezeichnet; weil ein Wesen, das von der Gottesliebe sich zuvor völlig trennend, mit dieser Macht sich messen will, doch notwendig von solcher Allkraft gänzlich verschlungen werden muß und nur höchst schwer oder auch wohl gar nicht mehr von ihr loszuwinden ist, gleich als so eine Milbe unter dem Schutte eines Himalaja begraben wäre, wie würdest du sie aus dem Schutte befreien?!«

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