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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 29
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 28

Die Ursache des schmerzlichen Todes liegt im Menschen, d.h. im Nichtbeachten der göttlichen Lebensordnung, in der Pflege der Eigenliebe sowie der Weltliebe. Das Geheimnis des Zulassungszweckes der Hölle und der irdischen Plagen. Etwas vom guten Hirten

1 Siehe das Sterben der Menschen auf der Erde ist auch für die äußeren Sinne eine sehr traurige und zumeist mit sehr verschiedenen Schmerzen verbundene Erscheinung; der bloße Weltverstand findet sie für sehr hart und grausam angeordnet, von Seite einer allmächtigen Gottheit, die noch dazu voll der höchsten Liebe und Erbarmung sein solle! – – Wie oft ist die gute Gottheit schon darob von Menschen und Geistern geschmähet oder auch ganz geleugnet worden!?

2 Aber siehe, auch da tritt wieder dieselbe Notwendigkeit wie bei der Geburt ein, und der freie Geist im Menschen kann unmöglich anders eines jeden, seine wahre Freiheit hemmenden, Gerichtes ledig werden, als durch die Hinwegnahme seiner gerichteten zeitweiligen Umhüllung, die dem Geiste nur so lange belassen werden darf, als bis er von dem Einleben mit dem Urleben Gottes nach allen Teilen vollends isoliert worden ist, was freilich nur Gott, als der Gestalter des Lebens, wissen kann, wann solch ein Geist zur völligen Selbstständigkeit gediehen ist; wann solch eine Reife eingetreten, dann ist es auch an der Zeit, dem Geiste die Last abzunehmen, die ihn an seiner Freiheit hindert. –

3 Rede Ich, Jesus: »Freilich sagt du, wie schon so viele deinesgleichen: Warum geschieht denn diese Abnahme dann nicht schmerzlos?! Ich aber sage dir: würde ein jeder Mensch nach der Lehre Gottes leben, so würde seines Leibes Tod ihm auch nur eine Wollust sein oder doch wenigstens wäre er völlig schmerzlos; aber da die Menschen zufolge ihrer Freiheit sich zu sehr in die Ordnung der Materie begeben, und ihren Geist mit eisernen Ketten daran befestigen und ihn zur Weltliebe ziehen, da freilich muß solche Trennung, so sie erfolgen muß, mit um so mehr Schmerzen verbunden sein, je fester ein freier Geist sich an die gerichtete Welt angeklebet hat.

4 Aber – auch dieser Schmerz ist dennoch keine Härte, sondern nur die purste Liebe Gottes; denn würde Sie da nicht eine kleine Gewalt anwenden, die freilich nie wohl tun kann, da ginge der Geist dann ganz in's vollkommene Gericht über, und somit in den ewigen qualvollsten Tod, der da ist die eigentliche Hölle; – aber um den edelsten Geist davon möglicherweise zu retten, muß die Gottheit ein solches notwendiges Gewaltstreichlein ausführen, und da Sie das tut, – sage, verdient Sie darum wieder geschmähet oder gar geleugnet zu werden?! Leider gibt es nun eine zu große Menge Geister, die von Gott nichts mehr hören wollen, so sie ihre Freiheit erlangt haben; aber Gott unterläßt es dennoch nie, sie auf den besten Wegen zum wahren und vollkommensten Ziele zu führen und zu leiten. –

5 Siehe, in der Urzeit wurden die Menschen im allgemeinen dem Leibe nach viel älter und starben endlich auch eines gar sehr gelinden und schmerzlosen Todes; das geschah aber darum, weil sie in ihrem Geiste von Gott nicht so leicht als die Menschen dieser Zeit abgelöst werden konnten, – und das darum nicht, weil die Erde für sie viel zu wenig Reize aufzubringen hatte, und sie dadurch mehr in sich gekehrt, und auch mit Gott in einem schwerer zu trennenden Verbande standen.

6 Aber, als mit der Zeit die Menschen stets mehr Reize der Erde abzugewinnen begannen, und die Trennung vom Gottesleben daher auch eher sich ergab, da wurde auch die irdische Lebensperiode stets kürzer und kürzer.

7 Als aber endlich die Menschen vor lauter Welttum und seinen Reizen ganz und gar ihres Urhebers zu vergessen anfingen, da erreichten sie dann aber auch das entgegengesetzte Extrem wider alle Gottesordnung, in welchem der ewige Tod ihnen zuteile werden müßte; siehe, da war es dann göttlicherseits nötig, sich ihnen wieder mehr zu nähern, und sich zu offenbaren – hie und da, um die dem ewigen Untergange nahen Menschen zu retten. Viele ließen sich retten, viele aber nicht – aus eigenem freiesten Willen. Hätte sie die Gottheit da mit Ihrer Allmacht ergreifen sollen, so sie Ihrer Liebe kein Gehör schenken wollten? Siehe, das hieße alle solchen Geister dann für ewig verderben! –

8 Was kann da die ewige Liebe anderes tun, als aus Ihrer Liebe und Weisheit zu sagen, d.h. tatsächlich: Weichet von Mir, die ihr euch zu gänzlich von Mir abgefluchet oder abgelöset habt, und gehet in eine andere Erhaltungsschule, die euch und allen euresgleichen bereitet ist, zu eurer möglichen Wiederlöse; es ist ein Feuer des Gerichtes der Welt; das muß euch lostrennen von ihr, ansonst es um euch geschehen ist!

9 Wenn die Gottheit, um solche Übel so viel als möglich zu verhüten, nun äußere Plagen über die Erde kommen läßt, sage! – ist Sie da nicht? oder so Sie ist, ist Sie da hart und lieblos? wenn Sie tut, was zu tun Sie für allernötigst findet! – Wie kannst du dir aber auch nur in einem Traume beikommen lassen, daß die Gottheit Ihre Geschöpfe, die Sie aus Sich heraus zeuget und schaffet, verfluchen und verdammen solle, und elend machen für ewig! was wohl hätte Sie davon?! –

10 Aber so Sie die Geschöpfe frei darstellen will für ewig, muß da nicht Ihre größte Sorge dahin gerichtet sein, daß diese Geschöpfe ja nicht irgend wieder in die Arme Ihrer Allmacht hineingeraten, wo es mit der Freiheit in jedem Falle geschehen sein müßte; gerade – als so du Kinder hättest und möchtest sie aber in ihrer Zartheit nach aller deiner Manneskraft an deine Brust drücken, was ihnen natürlich das zarte Leben kostete; so du sie aber zu Tode erdrücket hättest mit deiner Kraft und hättest noch andere Kinder, sage, würdest du diese nicht warnen vor deiner unbändigen Kraft oder würdest du diese Kraft noch an mehreren versuchen? dich würde wohl die Erfahrung davor warnen;

11 die Gottheit aber bedarf freilich der Erfahrung nicht, da Sie im Besitze der unendlichsten Weisheit ist; – Sie ist der alleinige wahre gute Hirte aller Ihrer Schäflein und kann sie am besten schützen vor Ihrer Allmacht, die Sie nur zur Gestaltung der gerichteten Dinge aller Körperwelt gebraucht, nie aber zur freien Gestaltung und Bildung freier Geister aus Ihr! Diese müssen allein aus Ihrer Liebe und Weisheit hervorgehen, ansonst an ihnen ewig keine Freiheit und somit auch kein Leben zu bewerkstelligen ist! denn Gottes Allmacht zeuget nichts als Gericht über Gericht!

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