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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 20
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 19

Fortsetzung des Gesprächs: Beispiele aus der Natur, daß überall, wo gesellschaftliche Verhältnisse sind, auch Führer und Folgsamkeit gegen diese vorhanden ist, z.B. bei den Weltkörpern; bei den Tieren, die Rinderherde, die Schweine, Vögel, Fische. Das Wasser

1 Rede Ich, Jesus: »Stelle dir's vor, daß alle Weltkörper auch mit der für ihre Bestimmung nötigen Intelligenz und freien Einsicht ausgestattet sind; – siehe, diese großen und sehr kräftigen Körper schweben alle im für deine bisherigen Begriffe sicher freiesten Ätherraume; – warum sind sie denn so eigensinnig, und bewegen sich seit vielen Jahrtausenden stets in gleichen Kreisen (Umlaufbahnen) um eine bestimmte Sonne, die sie gewisserart um keinen Preis verlassen wollen oder mögen?

2 Gewiß ist manche ihrer Umlaufzeiten für sie auch schlimmer als manche andere, was schon die guten und schlechten Jahre eines Planeten so ziemlich handgreiflich zu beweisen scheinen; besonders in solchen Perioden, wo es auf dem Sonnenkörper manchmal auch etwas stürmischer zugeht, als es sonst gewöhnlich der Fall ist! Ich will von einer Umlaufzeit gar nichts Erhebliches – als einen davonläuferischen Grund – für einen gequälten Planeten anführen; denn solch ein Körper, wie da ein Planet ist, kann sich schon so einen kurzen Puff von Seite der Sonne gefallen lassen! Aber es geschehen oft solche für einen Weltkörper qualvolle mehrere Umläufe ununterbrochen, freilich hie und da örtlich mehr oder minder.

3 Wenn denn so ein großer Wanderer durch den freiesten Ätherraum etwa nach manchmal zehn und mehr – von seiner Sonne wie stiefmütterlich behandelten – gleich fleißigen Umläufen am Ende doch überdrüssig würde, und sich erstlich vornähme, die ihn regierende Sonne zu verlassen, und möchte dann so einen absoluten »Freischwärmer« durch den endlosesten Weltenraum machen! – Was wohl würde von solch' einer planetarischen, nach der absolutesten Freiheit schwindelnden Idee die unvermeidlichste Folge sein? –

4 Siehe, zuerst ein völliges Erstarren ob des nur zu bald eingetretenen Lichtmangels und somit auch Wärmemangels; darauf notwendig ein völlig inneres Entzünden, ob des zu mächtigen Druckes von außen nach innen, und endlich eine dadurch bewirkte völlige Auflösung aller seiner Teile, und mit dieser aber auch sein vollkommener Tod! –

5 Die Planeten aber fühlen das in ihrem Innersten; ihr Dasein ist ihnen das höchste fühlbare Bedürfnis, und so bleiben sie gleichfort unter dem Regimente ihrer über sie gesetzten Sonne, und bleiben in Hinsicht ihrer Bewegung stets in der unverrückbarsten Ordnung, und machen sich nichts daraus, ob sie bei mancher Umlaufszeit von ihrer sie beherrschenden Sonne auch karger gehalten werden, als irgend andere Male. –

6 Aber da könnte doch mancher dir gleichgesinnte Planetenfreund ganz unparteiisch sagen: – Ich lobe mir wohl solche willigen und gehorsamen Planeten; aber so eine launenvolle Sonne, als den notwendigen Regenten der armen Planeten, so ich der Schöpfer wäre, möchte ich denn doch auf die gehörige Art züchtigen für ihre Regentenlaunen!

7 Aber da steht die Sonne auf und spricht: Was fasselst du kurzsichtiger Kosmopolit!? – Siehst du denn nicht, daß ich nicht nur einen, sondern gar viele, größere und kleinere Planeten zugleich zu übersehen (zu betreuen) und zu versorgen habe? Weißt du denn nicht, daß ihre Bahnen ungleich sind, daß mir manchmal die großen wie die kleinen Planeten näher, manchmal ferner zu stehen kommen; daß sie manchmal gerade auf dieser einen Seite sich befinden, und mich gar sehr in den Anspruch nehmen, und daher irgend ein einzelner Planet, besonders so er sich auf einem entgegengesetzten Standpunkte befindet, notwendig etwas karger zum Teile kommt an meinen sonst so reichen Gaben! – Wird ein solcher Planet aber auf einer Umlaufzeit auch etwas notwendig karger beteilt, so bekommt er aber dennoch immer so viel, daß er bestehen kann, und ich kann es seit Trillionen von meinen eigenen Wanderungen um eine noch andere und größere Regentensonne bezeugen, daß darum noch nie ein Planet, so er sich an meine Ordnung angeschlossen hatte, verhungert und zu Grunde gegangen ist! Wenn aber frei herumschweifende Kometen, denen ihre Freiwandlerschaft lieber als meine feste Ordnung ist, irgendwo im endlosen Raume, in den sie ihre wahnwitzige absolute Freiheitslust getrieben hat, zu Grunde gehen, dafür kann wohl ich nicht, denn einem Wesen aber, das sich rein nur selbst bestimmen will, ohne von einer anderen und mächtigeren Leitung abhängen zu wollen, geschieht auch kein Unrecht; denn es hat sich ja selbst gerichtet! – So du freisinnigster Kosmopolit mich als die Planetenregentin aber schon durchaus wegen meinem notwendig veränderlichen Verhalten gegen die mir untergeordneten Planeten gestraft haben willst, da nehme mir mein Licht und meinen Glanz, und auch meine Größe und Macht, – sehe aber dann zu, wie die nach deiner Meinung von mir so sehr gedrückten und an den Sklavenketten gehaltenen Planeten dann ohne mich bestehen und fortkommen werden! –

8 Siehe Freund, so spricht sich die ganz natürliche Ordnung schon bei den ersten, größten, stärksten und freien Weltkörpern aus, ohne welcher kein Planet als bestandbar gedacht werden könnte; – so aber diese ganz frei schwebenden großen Wesen eines Direktors bedürfen, um wie viel mehr jene dem Körper nach kleinen und in ihrer Bewegung schon durch allerlei Verhältnisse mehr und mehr gebundenen und gehinderten Wesen, als da sind die Tiere und besonders die mit einem ganz vollkommen freien Geiste begabten Menschen!

9 Tiere einer und derselben Art haben eines unter sich, das gewisserart ihr Leiter und Führer ist; wenn dieser sich rührt, da sind alle wie durch einen elektrischen Schlag zur gleichen Bewegung angefacht. Siehe an eine Rinderherde; sie hat einen Leiter unter sich; der Hirte, der solches aus der Erfahrung weiß, und auch bald merkt, welchem Stücke aus seiner Herde die anderen nachgehen, hängt solchem Tiere eine Schelle an den Hals; und so er abends die Herde heimführen will, da horcht er bloß, wo die Schelle läutet; da er sie vernimmt, dahin auch begibt er sich, und findet seine ganze Herde daselbst versammelt; will er sie heimführen, da braucht er bloß den beschellten Direktor zu führen, so gehen da alle anderen von selbst dahin der Direktor geht. – Der gleiche Fall ist es sogar mit den sehr dummen Schweinen, besonders wo sie in der freien Natur naturzuständig leben; ebenso bei den Ziegen, Schafen, Pferden, Eseln und hundert anderen Tiergattungen! – Das gleiche kannst du sogar an den verschiedenartigsten Insekten nur zu sprechend entdecken, an den Vögeln, und nicht minder sogar an den stumpfsinnigen Fischen und andersartigen Wassertieren. –

10 Aber Ich will dir die Sache ganz zeigen, und will dich sogar auf die noch viel stummer scheinende Natur leiten.

11 Betrachten wir das in sich selbst überaus lockere Wasser, das sich doch ohne allen fühlbaren Widerstand in zahllose kleinste Tröpfchen zerteilen läßt; dieses höchstwichtige Naturelement, das in sich alle Urkeime des animalen wie des planetaren Lebens birgt, und zugleich von dir nie berechenbaren Kräften geschwängert ist, gehorcht im freien Zustande ganz unbedingt dem ihm innewohnenden Gesetze der Schwere; laut diesem Gesetze, dessen es durch ein eigenes Wahrnehmungsvermögen gewahr wird, empfindet es die leiseste Abdachung (Gefälle) irgend eines Territoriums, fängt da sogleich an, nach einer größeren Niederung hin sich fort zu bewegen, und hat so lange keine Rast und Ruhe, als bis es des Meeres größte Territorialniederung vollends erreicht hat. Auch hat dieses Element noch diese sonderbare Eigenschaft, daß es sich erst dann vollends klärt, wann es des Meeres Niederung erreicht hat, gewisserart dadurch andeutend, daß der Mensch auch erst dann zum klaren Bewußtsein seiner wahren, ewigen Bestimmung komme, so er irdisch nicht nach den höchsten Würden, sondern nur nach alledem strebt, wo er den niedersten Standpunkt, das ist: die wahre – von Mir so oft anempfohlene – Demut erreicht, die aber nie durchs Gebieten, sondern nur durch's Gehorchen erreicht werden kann!« – –

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