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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 141
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 140

Ein guter Gedankenaustausch zwischen dem »Fremden« und den neuen Freunden. Frage: Wie der Herr Jesus aussieht, und wo Er zu Hause ist. Zweifelsfragen zur Geduld verwiesen. Liebe sei euer Führer

Am 17. November 1849

1 Spricht der Miklosch, ganz entzückt über die angenehmen Worte des Fremden: »O liebster Freund, da du den Herrn Gott Jesus Christus sehr gut zu kennen scheinst, ansonst du doch sicher nicht mit solch einer Zuversicht von Ihm reden könntest, so sei denn auch so gut, und gebe uns allen gefälligst eine kleine Beschreibung vom Herrn Jesus Christus, und zeige uns nur so ungefähr die Gegend an, wo Er Sich mit Seinen seligsten Freunden vorzugsweise aufzuhalten pflegt.« –

2 Spricht der Fremde: »Liebe Freunde! was da die erste Frage betrifft, so muß Ich euch sagen, daß gerade Ich Selbst die größte Ähnlichkeit mit Ihm habe; persönlichermaßen sieht Er gerade so aus wie Ich; auch Seine Stimme ist ganz wie die Meinige. Fürwahr, wer Mich sieht, der sieht das wirklich vollkommene Ebenbild Jesus, des Herrn. Ihr dürfet also nur Mich recht fest ins Auge fassen, so sehet ihr auch schon so gut wie Jesus Selbst, der Gestalt nach.

3 Was aber die zweite Frage betrifft, nämlich das wo? So ist die Antwort darauf denn doch ein wenig schwieriger, obschon am Ende alles auf eins hinausläuft; im allgemeinen aber wohnt Er im ewigen Osten, und vom irdisch naturmäßigen Standpunkte aus betrachtet in der großen Gegend des Sternbildes, »der Löwe«, und in der entsprechenden geistigen Zentralsonne, die da umfaßt die naturmäßige unter dem Namen Regulus, und über sie hinaus die ganze Unendlichkeit. Habt ihr Mich wohl verstanden?«

4 Spricht der Graf: »Ja, so gut es nur immer gehen mag; aber daß Du dabei so ein wenig dunkel Dich über das wo geäußert hast, das wird wohl jeder aus uns gemerkt haben. Wie da Deine persönliche Ähnlichkeit mit Jesus, und Sein wahres wo am Ende auf eins hinauslaufen können, das, liebster Freund, mußt mir schon vergeben, ist mir ein bißchen zu rund! Denn was hat Deine sozusagen zufällige Ähnlichkeit mit dem wahren wo des Herrn Jesus zu tun? Wie kann das eins sein? Da mußt Du Dich im Eifer denn vielleicht doch ein wenig verredet haben. Sei demnach so gut, und deute uns diese Sache ein wenig klarer!« –

5 Spricht der Fremde: »Ja, mein lieber Bathianyi, schau, hier ist es schon einmal so. Es muß einem da aber ja auch gerade nicht alles auf einmal klar sein; siehst denn nicht, wie diese Gegend von den fatalen Nebeln nicht auf einmal klar werden will; also geht es auch mit so mancher Antwort. Eine vollständige Antwort macht den Geist träge, weil er um nichts weiteres mehr zu fragen hat; ist aber die Antwort etwas dunkel, o, da wird der Geist dann über alle Maßen fleißig, um sich in einer kleinen Dunkelheit wieder zurecht zu finden. Sieh, über die Gestalt Jesus, des Herrn, hast du keinen weiteren Anstand erhoben, und dein Geist gab sich auf diese klare Antwort sogleich seiner trägen Ruhe hin, und fragte um nichts mehr; aber die Dunkelheit der zweiten Antwort erweckte ihn wieder, und er nötigte dich dann sogleich, daß du weiter fragen mußtest; und siehe, das ist gut! Mache dir daher in der Zukunft über irgendwo vorkommende Brocken nichts daraus, denn zur rechten Weile wird dir schon ohnehin alles klar werden!«

6 Spricht der Graf: »Das ist alles recht schön, gut und wahr, aber mystisch, sehr mystisch bleibt es immer.« Fällt ihm der Franziskaner ins Wort und sagt: »Ja, ja, ja, mystisch, mystisch, und halt immer mystisch! Wir müssen froh sein, daß uns dieser Freund so viel Aufschluß erteilt, nicht aber, daß wir noch seine herrlichen Worte bekritteln sollen. Mich z.B. hat die zweite Antwort gar nicht im geringsten geniert; Sie, Herr Graf, aber möchten halt schon wieder die ganze Hand, wo Ihnen ein Finger gezeigt wurde. Ich finde darinnen wahrlich keine Höflichkeit mehr, die ihnen doch sonst so eigen war!« Spricht der Graf: »Freund, das geht ihnen wenig oder nichts an! Wenn sie eines trägen Geistes sind, so seien sie es immerhin, aber von meinem Geiste haben sie keine Trägheit zu verlangen!« –

7 Spricht der Fremde: »Ruhig, ruhig, Freunde, denn in solchem Eifer läßt sich nichts Großes und Wahres erreichen. Liebe sei euer Führer!«

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