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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 111
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 110

Des Herrn Rede an Bruno über den Seelen-Fischfang. Segen des Aufnehmens vom himmlischen Liebesmahl in Brot und Wein, und die himmlische Bekleidung. Brunos Dankworte über die empfangene Wohltat

1 Ich aber sage zum Bruno: »Mein lieber Bruno, du bist wahrlich ein guter Fischer, denn mit einem Zuge hast du Mir ein volles Netz gebracht, und das ist eine wahre Meisterschaft, die ihres guten Lohnes wert ist in allem Vollmaße. Es wird sich nun freilich erst zeigen, so wir diese Fische aus dem Netze heben werden, ob nicht mehrere darunter sind, die ausgeschieden und wieder zurück ins Meer geworfen werden müssen ob ihrer etwa doch zu großen Magerkeit; aber das macht auf dein Verdienst vor Mir keinen etwas weniger verdienstlichen Eindruck; denn die Sonderung ist allein Meine Sache, während dir als einem von Mir ausgesandten Fischer allein nur das Fangen der Fische obliegt. Jeder Fischer aber hat schon alles getan, so er sein Netz voll gefüllet, und hat nicht darauf zu sehen, ob die Fische gut oder schlecht seien; Ich aber als der Herr kann dann erst bestimmen, welche Fische Mir taugen, und welche Mir nicht taugen! –

2 Gehe du aber nun zum Robert hin; er wird dir geben eine rechte Stärkung, bestehend aus Brot und Wein, und ein dir geziemendes Ehrengewand.« –

3 Spricht Bruno: »O Herr! ich bin wohl kaum deiner allergeringsten Gnade wert; wie solle, wie könnte ich von Dir dann solch eine allergrößte und höchste Gnade annehmen!? – Herr! – was du mir zu viel tun willst, das tue lieber diesen armen Fischlein, die vor Dir etwa doch zu mager aus dem Netze dürften gehoben werden; mich aber belasse, wie ich nun bin; denn wahrlich, in Deiner heiligen Nähe bin ich weder hungrig noch durstig, und Dein Wort ist mir das allerkostbarste Ehrengewand!«

4 Rede Ich: »Mir gefällt deine große Demut und deine ebenso große Nüchternheit über die Maßen wohl; aber wegen eben dieses Meines großen Wohlgefallens an dir mußt du schon auch das tun, was ich dir nun anbefohlen habe. Siehe, auch Mein Petrus wollte es einst nicht zugeben, daß Ich ihm die Füße waschen möchte; als ihm aber von Mir der Grund gezeiget wurde, da wollte er am ganzen Leibe dann gewaschen werden, was aber auch wieder zu viel gewesen wäre; Ich gab ihm aber dann den vollen Grund zu verstehen, und er ließ sich darauf nur die Füße waschen. Und siehe, also ist es nun auch hier mit dir der Fall. Du mußt darum zuerst mit Brot und Wein gestärket, und durch das himmlische Ehrenkleid geläutert werden, auf daß dann aus deiner Sphäre heraus diese deine Fischlein können erleuchtet, gestärket und wahrhaft belebet werden. Wärest du aber zuvor nicht dazu eingerichtet, so könnte es auch mit diesen deinen hierher gebrachten Fischlein durchaus nicht vorwärts kommen. Den Grund davon wirst du erst später vollkommen einsehen, Gehe daher, und tue, wie Ich es dir ehedem angeraten habe, und es wird darauf mit dem Auslösen dieser Fische sogleich gut zu gehen anfangen.«

5 Als Bruno solches vernimmt, da wird er ganz heiter und voll Freuden, und spricht: »O Herr Vater! wenn so? dann will ich ja gleichwohl essen und trinken für Tausend, und mit dem Ehrenkleide der Sonne angetan werden!«

6 Rede Ich: »Esse, was dir gegeben wird, und trinke desgleichen, und das Kleid, welches dir gereichet wird, das ziehe an, und deine Fischlein werden sobald das Augenlicht bekommen – zu sehen Mich, und alle, die hier um Mich versammelt sind!« –

7 Als Bruno solches vernimmt, verneigt er sich sogleich tiefst vor Mir, und eilet darauf sogleich zum Robert hin. Dieser reicht ihm freundlichst ein mäßiges Stückchen Brot, und eben in einem kleinen kristallnen Becher etwas Wein! Bruno verzehrt das Brot so zu sagen auf einen Schluck und Druck, und ebenso auch den dargereichten Wein; empfindet aber darauf noch einen sehr bedeutenden Appetit. Robert aber macht keine Miene, diese Dosis zu repetieren, sondern holet sogleich das bewußte Ehrenkleid, welches Bruno auch sogleich anziehet in der Meinung, er werde dadurch etwas mehr satt werden? Aber dem ist es nicht also! Denn nun wird er erst so recht hungrig und durstig, und bittet den Robert noch um eine Dosis Brot und Wein.

8 Dieser aber bescheidet ihn zu Mir, und sagt: »Das abgängige wird dir beim Herrn werden. Gehe nun hin! Ich tue, was ich tue, allein nur nach dem Willen des Herrn! Also sei es!«

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