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Robert Blum im Jenseits - Band 1

Jakob Lorber: Robert Blum im Jenseits - Band 1 - Kapitel 104
Quellenangabe
typetractate
titleRobert Blum im Jenseits - Band 1
authorJakob Lorber
publisherLorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen
year1898
senderViehweger, Veit vv@starfinanz.de
note(Texte in Klammern sind spätere Zusätze)
firstpub1848
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Kapitel 103

Emma und Max Olaf vergeben ihrem Schuldner Dismas. Des Herrn Zeugnis über Dismas. Ein himmlischer Lohn. Des Herrn Rede vom wahren Verdienst und der Auftrag an den Dismas

Am 17. Juli 1849

1 Ich wende Mich darauf an die nun schon sehr heiter aussehende Emma, und an den biedern Max Olaf, und sage: »Nun, habet ihr die Worte eures Schuldners vernommen?« Sprechen beide: »O Herr Vater! zu unserer großen Freude vollkommen!«

2 Rede Ich: »Gut; was werdet ihr aber nun tun? Werdet ihr ihn richten oder werdet ihr ihm alles vergeben, und ihn wieder in eure Herzen aufnehmen?« Sprechen die beiden: »O Du heiligster bester Vater! wir haben ihm schon lange alles vergeben, und sind vollkommen bereit, ihn in aller Liebe wieder aufzunehmen und für ewig zu behalten, wenn so was nur Deinem heiligsten Willen nicht zuwider sein möchte?!«

3 Rede Ich: »Was euch recht und lieb ist in Meinem Namen, das ist auch Mir über alle eure Begriffe recht und lieb. Ja, Ich sage es euch, daß Ich darob eine sehr große Freude habe, daß dieser Geist wieder gewonnen ist; denn Geister seiner Art gibt es wenige; denn er hat einen Paulinschen Geist, und gehört zu Meinem Rüstzeuge wider alle ohnmächtigen Feinde Meiner Himmel! Wie hartnäckig er aber ehedem Mir widerstrebte, eben so beharrlich wird er von nun an in Meinem Dienste stehen.

4 Aber nun kann Ich ihn euch noch nicht sogleich wiedergeben, da er Mir früher noch ein tüchtiges Werk verrichten muß; wird er dies Werk gut zu Stande bringen, dann sollet ihr sein, und er eurer Lohn werden!«

5 Spricht der Max Olaf: »O Herr! bin denn ich zu gar nichts zu gebrauchen? O gebe auch mir eine Gelegenheit, etwas in Deinem heiligsten Namen zu tun!«

6 Rede Ich: »Mein lieber Bruder; für's erste hast du schon Mir einen großen Dienst geleistet, und für's zweite wirst du schon noch ehestens in die Gelegenheit kommen, Mir gar wichtige Dienste zu leisten! Nun aber ist es zur Vollendung des Bruders Dismas nötig, daß er Mir einen Dienst der wahren Liebe leistet, und so werde Ich ihn nun allein auf einen guten Fischfang aussenden.«

7 Damit ist der Max Olaf ganz beruhigt, und Ich wende Mich darauf an den Dismas, und sage zu ihm: »Mein lieber Dismas! da du dich nun so ganz Meiner Ordnung gemäß umgewandelt hast in deinem Herzen, und hast dich endlich einmal vollkommen selbst gedemütigt vor Mir und vor allen Denen, die noch kurz vorher ein Dorn in den Augen deines irdischen mit herübergebrachten Hochmuts waren, so sollst du aber durch eben diese deine eigene Selbstdemütigung auch zu großen und wahren Ehren gelangen! Aber da bei Mir jede Ehre rein nur von einer edlen guten Tat abhängt, so wirst auch du nun eine gute und ersprießliche Tat auszuführen und durchzuführen bekommen. Von dem Gelingen wird sehr viel abhängen; aber es wird dir nicht auf (deine) Rechnung geleget werden, ob es dir gelingt oder nicht; denn bei Mir gilt bloß der gute Wille, eine redliche auf der Liebe beruhende Absicht, und endlich eine zu dem Behufe nach reifem und besten Ermessen eingeleitete Tat.

8 Ob darauf das volle Gelingen erfolget oder nicht, das geht dich nichts an; denn jedes Gelingen liegt in Meiner Hand! Ich lasse es auch sogar öfter zu, daß den tätigsten Heldengeistern so manches, das sie, wenn auch auf Meine Beheißung tun, nicht gelingt, um ihnen dadurch zu zeigen, daß da in der ganzen Unendlichkeit kein Geist aus sich selbst etwas zu wirken vermag; sondern da er wirket, muß er stets mit Mir wirken; bei solchem mit Mir vereinten Wirken ist aber dann auch das Gelingen ein sicheres, und dem also mit Mir wirkenden Geiste wird es dann zu Gute gerechnet.

9 Es hat aber wohl ein jeglicher vollendeter Geist eine eigene große Kraft, mit der er vieles wirken kann; aber was er tut wie aus sich selbst heraus, das gereicht ihm vor Mir zu keinem Verdienst, da er dadurch nur ein Arbeiter für sein eignes Haus ist; so er aber Meine Kraft in sein Wirken aufnimmt, und wirket mit Meinem Finger, so arbeitet er in Meinem Hause, und diese Arbeit wird ihm zu einem rechten Verdienst angerechnet. Daraus kannst du nun entnehmen, wie man hier, in Meinem ewigen Reiche des wahren Lebens handeln muß, um sich vor Mir Verdienste zu sammeln, und so will Ich dir denn nun auch sogleich kund tun, was für ein Geschäft dich nun treffen wird; und so höre denn: Du hast dort im mitternächtlichen Hintergrunde dieses Saales eine Gesellschaft von deinen ehemaligen Freunden zurückgelassen; ihre Zahl ist in allem genau 30 Köpfe, darunter 10 weibliche, die anderen 20 männlich. Diese alle sind auf der Welt noch um ein Bedeutendes ärger gewesen als du; ihre schnöden Handlungsweisen sind dir bekannt, wie nun nicht minder ihr Grund. Ich gebe sie nun in deine Hand, und gebe dir auch durch diese Meine Worte die volle Macht, zu tun, was du willst. So denn von Mir ausgerüstet, gehe du zu ihnen hin, und gewinne sie, und bringe sie alle hierher! Allwo Ich Selbst das weitere mit ihnen verfügen werde. Gelingt dir das, so sollst du sogleich mit einem Ehrenkleide angetan werden. Fasse aber die Arbeit ja beim rechten Flecke an! Sonst wird sie dir viel Mühe machen.«

10 Spricht Dismas: »O Herr! schon der Auftrag ist ein zu ehrenhafter für mich, geschweige daß ich für's mögliche Gelingen noch extra mit einem Ehrenkleide solle angetan werden! Denn wird mir diese schöne Mühe gelingen, so wird das nur ganz allein Dein Werk sein, wofür Dir ganz allein alle Ehre gebührt; und wird sie mir nicht gelingen, so wird das ein Zeichen sein, daß ich durchgehends zu wenig mit Dir vereint gehandelt haben mochte; und in diesem Falle werde ich wohl doch sicher auch keines Ehrenkleides für würdig erachtet werden können?! – O Herr! ich werde mit Deiner Gnade wohl tun, was ich nur immer werde tun können, und ich hoffe und vertraue auch fest auf Deinen Beistand gestützt, daß mir dies Werk gelingen wird! – Aber dann bitte ich Dich inständigst, mir dafür keine Ehre anzutun, wohl aber lasse o Herr es zu, daß ich Dich mit der gewonnen Schar loben und preisen werde nach allen Kräften! Denn einem Sünder, wie da ich einer bin, gebührt wohl für ewig keine ihn ehrende Auszeichnung!«

11 Rede Ich: »Nun, gut, gut, Mein geliebter Dismas, das ist schon ein guter Anfang, denn wer bei Mir der erste sein will, der wird der letzte sein; wer aber der letzte sein will, und alle seine Brüder ehrt, liebt und bevorzugt, der wird bei Mir der erste sein, in der vollsten Wahrheit! – Wer das Leben sucht aus sich zu gewinnen, der wird es verlieren; wer aber sein Leben flieht und haßt um Meines wahren Lebens wegen, der wird es gewinnen in aller Hülle und Fülle! und so gehe denn nun dahin, wohin Ich dir die fromme Weisung erteilet habe.« –

13 Dismas macht nun eine tiefe Verbeugung vor Mir und vor den allen andern Meinen Freunden, und begibt sich dann schnell zu der obbesagten Gesellschaft hin.

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